Staat und Versicherungen lassen Hochwasseropfer im Regen stehen

Die Jahrhundertflut in Deutschland ist aus den Massenmedien verschwunden. Die Betroffenen werden aber nachwievor durch unnötige Bürokratie im Regen stehen gelassen, während man Staatsbeamte in der Schadensregulierung hingegen zuvor massiv bevorzugte. Obwohl staatliche Milliardenhilfen inzwischen beschlossen wurden, hapert es bei vielen an der Auszahlung. Zahlreiche Hochwassergeschädigte befürchten deshalb, daß sie Weihnachten mit ihren Kindern nicht in den eigenen vier Wänden verbringen können, weil wieder einmal der Amtsschimmel gehörig wiehert.

So müssen bei den Anträgen für die Schadensbemessung bis zu drei verschiedene Angebote pro Gewerk eingeholt und zahlreiche andere schikanöse und aufwendige Antragsvorschriften beachtet werden. Damit verschleppt sich bei einer großen Anzahl der Hochwasseropfer die Auszahlung der ihnen zustehenden Schadenssumme. Auch Versicherungen drücken sich bürgerfeindlich immer wieder gerne um die Regulierung der auf der Hand liegenden Schäden herum. Während die Kameras der Systemmedien nun aus den Hochwassergebieten mittlerweile alle abgezogen sind ist von der unbürokratischen Hilfe der politischen Klasse demnach vielerorts nichts zu spüren.

Neben dem staatlichen Versagen kommt noch die Frechheit zahlreicher Versicherungsunternehmen hinzu, nun die Beiträge der Police-Inhaber zu erhöhen. In den Flutgebieten müssen Hausbesitzer insbesondere mit DDR-Altverträgen höhere Beiträge und Selbstbeteiligungen akzeptieren. Wer die dreisten Erhöhungen ablehnt, drohen die Sachbearbeiter, bekommt die Kündigung zugestellt.

Gut 450.000 Kunden in den ostdeutschen Bundesländern besitzen eine Wohngebäudeversicherung, die noch zu DDR-Zeiten abgeschlossen wurde. 1990 witterte der Münchner Allianz-Konzern das große Geschäft und übernahm das Privatkundengeschäft der staatlichen Versicherung der DDR und führte die Verträge weiter. Die Beiträge spülten die Jahre über enorme Gewinne in das kapitalistische Unternehmen. Viele der Policen enthalten dabei eine so genannte Elementarversicherung, die auch Schäden durch Überflutungen absichern und ohne die sonst übliche Eigenbeteiligung ausgestellt wurden. Diese Sonderkonditionen will die Allianz nun für die am meisten gefährdeten Gebiete auf Kosten der Versicherten abschaffen, um damit ihre satten Gewinne noch weiter auszubauen.

Der finanzstarke Allianz-Konzern hat alleine im Jahr 2012 erstaunliche 5,2 Milliarden Euro verdient. Da sind die bilanzierten Hochwasserschäden der Versicherung von 380 Millionen im Kapitalistenjargon nur „Peanuts“. Offensichtlich scheinen die Manager der kapitalistischen Versicherungsbranche ihren Hals nicht voll genug bekommen zu können. Ein Argument mehr die nicht nur die zügellos am internationalen Markt spekulierenden Banken, sondern auch die asozialen bundesdeutschen Versicherungsunternehmen zu verstaatlichen und in Volkseigentum zu verwandeln, wie es die Partei DER DRITTE WEG in seinem Programm auch fordert. Somit wäre zumindest in diesen Bereichen die Ausplünderung der versicherten Bürger durch den sozialfeindlichen Kapitalismus ein entsprechender Riegel vorgeschoben und die traumhaften Millionengehälter von Versicherungsmanagern endlich Geschichte.

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