„Fuck the EU!“ – Westlicher Machtkampf um Einfluß in der Ukraine

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Die Kontrollfetischisten des amerikanischen Geheimdienstes NSA, welche straflos die ganze Welt belauschen, einschließlich der kinderlosen Kanzlerin des Merkellandes, staunten wohl nicht schlecht, als nun unbekannte Abhörspezialisten auf ihren Spuren wandelten. So wurde ein Gespräch zwischen Victoria Nuland, der stellvertretendem Staatssekretärin im US-Außenministerium und Geoffrey R. Pyatt, Botschafter der USA in der Ukraine, illegal abgehört und die Aufnahme an die Presse lanciert. Der Inhalt des Telefonats sorgt nun für erhebliches Aufsehen und Verstimmungen innerhalb der Europäischen Union (EU). US-Diplomaten, die dem Staat mit den aktivsten Spitzeldiensten weltweit angehören, mimen jetzt heuchlerisch die Empörten, angesichts der entlarvenden Veröffentlichungen.

Nuland ist auch von Seiten der Vereinigten Staaten zuständig für die europäischen Beziehungen und gilt daher in Washingtoner Politkreisen als die wichtigste Europaberaterin des US-Präsidenten Obama. In dieser Ei¬gen¬schaft hat Nuland nun mit US-Botschafter Pyatt in Kiew telefoniert, um sich gemeinsam auszutauschen, wen die USA da gerne an der Spitze der Ukraine nach dem Sturz der Regierung um Präsident Janukowitsch installierten möchte. Der Ex-Boxweltmeister und westliche Einflußagent Vitali Klitschko gilt demnach nicht als Favorit der hochrangigen US-Vertreter. Vielmehr meinte Nuland, daß man auf Klitschko gänzlich verzichten könne, da er über keinerlei politische Erfahrung verfüge und erst einmal seine „Hausaufgaben“ machen solle. Alleine diese Einschätzung ist eine schallende Ohrfeige für Kanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung, die Klitschko als neuen Mann und Interessensvertreter der EU in der Ukraine sehen.

Überhaupt spielen in den politischen us-amerikanischen Erwägungen die Vorstellungen der EU und von Merkelland keinerlei Rolle, wie es mit der Ukraine weitergehen soll. Wie tief der europäische Staatenbund tatsächlich in der Meinung Nulands gesunken ist, zeigte sich alleine schon in dem Ausspruch: „Fuck the EU!“ der US-Politikerin gegenüber ihrem Kollegen der US-Botschaft, der ihr am Telefon nur beipflichtete. Nachdem das Skandal-Telefonat öffentlich wurde entschuldigte sich Nuland bei der Europäischen Union, deren Spitzenvertreter sich nach außen gefaßt zeigten, aber innerlich vor Wut sicherlich kochten.

Für die Indiskretion der Veröffentlichung und die gesamte Abhöraktion werden von Seiten der USA selbstredend russische Geheimdienste gemacht, die das sowieso schon belastete Verhältnis zwischen Obama und der EU weiter beschädigen möchten. Notgedrungen müssen wir der Einschätzung von Frau Nuland: „Fuck the EU!“ vollends zustimmen, ohne aber zu vergessen auch noch „Fuck the USA!“ hinzuzufügen. Auch der gezielte russische Einluß in der Ukraine, der eine freie nationale Regierung zurzeit unmöglich macht, ist selbstverständlich ebenfalls massiv zu kritisieren. Nur durch die Ablehnung jeglicher ausländischer Einmischung besteht die Möglichkeit, daß sich dort ein souveräner ukrainischer Nationalstaat etabliert, der endlich die Interessen des eigenen Volkes vertritt und nicht jene von Berlin, Brüssel, Washington oder Moskau.