Bayerns Problem mit den Drogen

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 Neueste Zahlen aus dem vermeintlichen Freistaat lassen aufhorchen. Nach Informationen der Nachrichten- und Informationsseite Spiegel Online ist die Zahl der Drogentoten in Bayern in den letzten Jahren rapide angewachsen – Tendenz weiter steigend. So berichtet der Spiegel in seiner Online-Ausgabe vom 18. März, dass die Suchttoten sich seit 2011 im größten Bundesland verdreifacht hätten. Doch nicht nur die Zahl der Toten steigt weiterhin, auch der Schmuggel über die Grenze in das südliche Bundesland nimmt weiterhin zu, vor allem mit der gefährlichen Droge Crystal Meth. Die nötigen Mittel und Maßnahmen, um diesen Missständen einen Riegel vorzuschieben sucht man vergebens. Die Landesregierung zeigt sich in der Frage der Drogenbekämpfung erschreckend passiv.

252 Drogentote im letzten Jahr

Weiter berichtet der Spiegel, dass es im Jahre 2014 insgesamt 252 Suchttote durch illegale Drogen in Bayern gegeben hätte. Damit sterben im vermeintlichen Freistaat mehr Menschen an Drogen als in jedem anderen Bundesland. Bis zum 11. März 2015 wurden alleine in München 17 Tote registriert, die an ihrer Suchterkrankung verstorben waren. Dies sind in den ersten zweieinhalb Monaten des laufenden Jahres halb so viele wie im gesamten Jahr 2012 in der Landeshauptstadt. Im nördlichen Schwaben stieg die Zahl der Toten im Jahr 2014 gar um 73 % im Vergleich zu 2013. Somit zeichnet sich ein klar steigender Trend ab. 2013 kamen auf 100.000 Einwohner in der Bundesrepublik im Schnitt 1,2 Drogentote – in Bayern waren es überdurchschnittliche 1,8 pro 100.000 Einwohner.

Immer mehr Crystal Meth

Doch nicht nur in der verheerenden Suchttoten-Statisik erlangt Bayern Jahr um Jahr traurige Berühmtheit. Auch bei den sichergestellten Drogenfunden, speziell im grenznahen Gebiet zu Tschechien, ist Bayern Spitzenreiter. So wurden alleine im Jahr 2013 von der stark abhängig machenden Droge Crystal Meth 36 Kilogramm beschlagnahmt, bundesweit waren es 77 Kilogramm. Dass diese gefährliche Droge stetig in immer größeren Mengen von osteuropäischen Schmugglerbanden in den Freistaat gebracht wird, beweist die Statistik des bayerischen Innenministeriums. Im Zeitraum von 2008 bis 2012 stieg die Zahl der Hilfe suchenden Suchterkrankten, die Crystal Meth konsumiert hatten von 244 auf 1014.

Landesregierung zeigt Passivität

Die Initiativen der bayerischen Landesregierung zeigen jedoch keine Wirkung. So beschäftigten sich zwar in den vergangenen Jahren immer mehr Kriminalbeamte mit dem Auffinden von Drogenkurieren und dem Ausheben von Laboren, doch scheint dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein. Diese Maßnahmen bezeugen ihre Nutzlosigkeit angesichts der vorliegenden Zahlen. Während man Polizeibeamte rotieren lässt, die später an anderen Ecken und Enden fehlen, kürzen die verantwortlichen Minister die Gelder für Sucht- und Drogenprävention. Diesem Umstand geschuldet werden 2015 nicht wie üblich 400.000 € für Aufklärungsmaßnahmen zur Verfügung stehen, sondern nur noch 180.000 €. Die Landesregierung streicht somit die Gelder hierfür um mehr als die Hälfte, während immer mehr Menschen in Bayern an Drogen sterben. Der vermeintliche Freistaat scheint die Problematik der stetig steigenden Zahl an Drogentoten nicht ernst zu nehmen.

Wiedereinführung von Grenzkontrollen

Es verwundert jedoch auch nicht, dass die Staatsregierung auf das bisher simpelste Mittel zur Einschränkung des Drogenschmuggels aus Osteuropa nach Bayern nicht zurückgegriffen hat. Mit der Wiedereinführung von Grenzkontrollen würden den Drogenkurieren wichtige Wege abgeschnitten, der Nachschub würde versiegen und mit einem geeigneten Maßnahmenkatalog, der neben einer sinnvollen und staatlich höher alimentierten Prävention auch geeignete Anlaufstellen für Süchtige bereithalten müsste, wäre ein wichtiger Schritt dazu beigetragen, die Drogenproblematik im vermeintlichen Freistaat einzudämmen. Doch in Zeiten, in denen der Ruf nach sicheren Grenzen zum Schutze der Bevölkerung nicht salonfähig ist und der Wunsch um eine grenzenlose – und damit drogenüberfluteten – Bundesrepublik die Politik bestimmt, wird man auf diese notwendigen Maßnahmen für hilfsbedürftige Bayern vergebens warten müssen.

 

Bild: antero x / www.bigstock.com

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