Fremde Frösche bedrohen Vielfalt

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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor dem Ochsenfrosch. Er quakt laut und sieht schmutzig-grün aus. Aber was ist so schlimm an ihm? Der Ochsenfrosch ist ein Einwanderer aus Nordamerika. Er kam erst kürzlich und „bedroht bereits die heimische Tierwelt“. So gibt es bei uns insgesamt 21 Amphibienarten, und die konkurrieren nun mit dem großen und frechen Ochsenfrosch um das Futter. Acht heimische Froscharten stehen bereits als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste. Besonders schlecht steht es um die Rotbauch-Unke. Seit den achtziger Jahren ist sie im Westen bedroht, und auch die letzten großen Bestände in Brandenburg und Mecklenburg verschwinden langsam. Der fremdstämmige Ochsenfrosch aber verzehrt sogar andere Frösche als Beute – mit Vorliebe die bedrohten.

Wir haben hier das Phänomen der Migration mit seinen typischen Folgen. Bei Tieren spricht man von „Neozoen“ oder negativ bewertend von „invasiven Arten“. Der Prozeß verläuft immer nach dem gleichen Muster. Durch die modernen Verkehrswege werden fremde Arten eingeschleppt. Einige davon setzen sich dann fest und breiten sich unkontrolliert und zum Schaden der ansässigen Flora und Fauna aus. Die Forschung hat ergeben, welche Eigenschaften zu einer beunruhigenden Verbreitung führen:

„Neobiota zeichnen sich meist durch typische Eigenschaften wie Anpassungsfähigkeit, hohe Fortpflanzungsrate und oft auch eine Assoziation mit Menschen aus. Diese Eigenschaften bestimmen im Zusammenspiel mit der Anfälligkeit des neuen Gebietes für biologische Invasoren und der Anzahl verschleppter Individuen die Erfolgswahrscheinlichkeit, mit der sich nach einem Ausbreitungsereignis eine stabile Population etabliert.“ (Quelle: Wikipedia)

Nach dem gleichen Schlüssel könnte man auch die „Invasibilität“ von Zuwanderern in einem Volk bestimmen. Es setzen sich diejenigen durch, die sich in der Zivilisation am besten anpassen können, mit anderen Worten: die anspruchslosen und dickfelligen. Denn die vermehren sich in jedem Fall, egal wie die Umstände sind. Im Naturschutz wird dagegen gezielt vorgegangen, denn man möchte die „ökologische Vielfalt“ und diejenigen Arten erhalten, die sich nur in einer halbwegs natürlichen Umgebung wohl fühlen und fortpflanzen. Dem Ochsenfrosch und seinen Larven geht man sogar gewaltsam zu Leibe. Der BUND aber empfiehlt, keine exotischen Arten in den Garten zu holen, sondern „einfach abzuwarten, was sich von selbst entwickelt“. In der Politik hofft man auf solche Ratschlüsse vergebens.
 

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