
Als der Verfassungsschutz „Die Linke“ wegen handfester Indizien auf linksextremistische Bestrebungen beobachtete, erklärte Dietmar Bartsch den Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ als Hauptfeinde der Linken und stilisierte sogleich die ganze Partei zum Opfer der Überwachungsmaßnahmen. Der mitteldeutsche Politiker Bartsch erklärte hierzu: "Dass es überhaupt über Abgeordnete, die sich seit vielen Jahren engagiert für die Demokratie streiten, derartige Akten gibt, ist und bleibt ein Skandal und ist inakzeptabel."
Wie so oft bei BRD- und vorallem linken Politikern stehen die eigenen Worte im Widerspruch zum eigenen Handeln. Der „Welt“ liegen nach eigenem Bekunden Unterlagen vor, daß Bartsch vor etwa drei Jahren selbst Daten über hohe Parteigenossen, darunter etliche Abgeordnete, anlegen ließ.
Eine in einer e.mail aufgetauchten Übersicht war zu entnehmen, wie Bartsch andere hohen Parteimitglieder nach Kategorien wie "Landesverband", "Ost-West-Herkunft", (Partei-)"Strömung" und "Einteilung in Lager" gliederte. Es gab u.a. die Kategorisierung: Z für zuverlässig, U für unabhängig und L für "Lafodödel" – für all jene, die mit dem früheren Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine noch sympathisierten. Bartsch konnte somit parteiinterne Gegner im wichtigsten Führungsorgan der „Linken“ namentlich und zahlenmäßig genau identifizieren und zuordnen, so daß er abschätzen konnte, wie welche Abstimmung ausgehen würde. Um aber an dieses Wissen zu gelangen, scheute sich Bartsch nicht, heimlich die politische Gesinnung der Vorstandsmitglieder durch Vertraue scannen zu lassen. Dies soll mit einem Aufwand und einer Akribie von Statten gegangen sein, von der selbst Verfassungsschützer noch etwas hätten lernen könnten.
Die frisch gewonnenen Erkenntnisse wurden laut „Welt“ ständig "überarbeitet", "präzisiert" und "gegengeprüft". Ein amtierendes Vorstandsmitglied, der nicht aus Angst vor parteiinterner Repression nicht namentlich genannt werden möchte, beschrieb Bartsch gegenüber der „Welt“ wie folgt: "Die Dokumente belegen, dass Bartsch ein absoluter Machtmensch ist. Er wurde zu DDR-Zeiten in der Sowjetunion geschult und verhält sich wie ein Generalsekretär der KPdSU."
Trotz der Bespitzelungsmaßnahmen Bartschs und obwohl durch eine frühere Aktion ihres neuen Fraktionschefs im Bundestag ein Loch von mehr als einer Million Euro in der Parteikasse klafft, wurde Bartsch neben der Kommunisten Sarah Wagenknecht am 13. Oktober zum neuen Fraktionsvorsitzenden der „Linke“ im Bundestag gewählt.













