Automobilindustrie in der Krise: Weitere 50.000 Entlassungen bei VW geplant

Home/Politik, Gesellschaft und Wirtschaft/Automobilindustrie in der Krise: Weitere 50.000 Entlassungen bei VW geplant

Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach wie vor in einer tiefen Krise. Jeden Tag gehen aktuell 500 bis 600 Arbeitsstellen in der Industrie einfach verloren und werden nicht neu besetzt, sondern ins Ausland umgesiedelt. Oftmals deshalb, weil dort günstigere Bedingungen und keine Paragraphendschungel an Vorschriften herrschen. Besonders hart trifft es die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer. Der Volkswagen-Konzern muss Milliarden-Defizite ausgleichen. VW-Chef Blume umriss nun kürzlich in einem Interview die Pläne für die Sanierung des Konzerns.

Die Hiobsbotschaften bei Volkswagen hören nicht auf. Der Konzern leidet unter externen Problemen, wie zu hohen Energiekosten, den willkürlichen US-Zöllen oder einer hohen Inflation innerhalb der EU, die dazu führt, dass sich aktuell immer weniger Menschen ein neues Auto kaufen wollen oder können. Interne Probleme wie der so genannte Abgasskandal aus dem Jahr 2015 wirken sich noch immer auf die Glaubwürdigkeit aus, genauso wie Dividendenzahlungen in Milliardenhöhe an die eigenen Aktionäre, obwohl mittlerweile überall im Konzern der Rotstift angesetzt werden muss.

Alleine in Deutschland sollten so bis 2030 über 50.000 Stellen gestrichen werden. Oftmals mit angeblichen Aufhebungsverträgen älterer Mitarbeiter, damit es sozial verträglicher wäre, da diese in den nächsten Jahre ohnehin in Rente gehen und sich mit einer entsprechenden Abfindung solange über Wasser halten können.

Wenn Konzerne wie VW in eine finanzielle Schieflage geraten, dann gibt es die ersten Einsparungen in der Regel immer beim Personal. Zwar werden negative Faktoren wie die anhaltend hohen Energiekosten und die Kosten verursachenden, hohen Bürokratiestandards in der BRD mal gerne in einem Nebensatz angeprangert, aber kaum jemand geht gegen die aktuelle Politik richtig auf die Barrikaden. Alle Vorsitzenden der Automobilindustrie tragen die selbstzerstörerische Politik aktiv mit. Auch das Hin und Her beim Verbrenneraus wurde niemals richtig kritisiert.

Zudem kommt, dass chinesische Anbieter den Markt mit deutlich günstigeren Autos geradezu fluten. Staatliche Subventionen, niedrige Lohnkosten und eine Batterieproduktion fest in eigener Hand ermöglichen es den chinesischen Anbietern, weit unter den Preisen der europäischen Konkurrenz zu bleiben. Auch hier ist die deutsche Politik nur Zaungast und schaut dem Treiben mehr oder weniger untätig zu.

Jetzt hat VW-Chef Blume in einem Interview angekündigt, dass weltweit noch einmal weitere 50.000 Stellen abgebaut werden müssen. Wie viele davon auf Deutschland entfallen, ist noch ungewiss. Gewiss ist aber nun, dass mindestens vier Werke hierzulande geschlossen werden müssen. Betroffen sind die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. In fünf bis acht Jahren soll hier jeweils Schluss sein. Die Angestellten stehen nun vor einer ungewissen Zukunft, und auch etliche Zulieferer aus den genannten Regionen werden mit einem Einbruch ihres Tagesgeschäfts rechnen müssen.

Dass der ehemalige deutsche Vorzeigekonzern mittlerweile zu einem Spielball des internationalen Großkapitals geworden ist, zeigt sich unter anderem daran, dass man im Werk Osnabrück ernsthaft mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael eine Zusammenarbeit sieht. Anstatt Autos für den deutschen Markt zu produzieren, sollen dort also zukünftig lieber Kriegsgeräte für die israelischen Expansionspläne im Nahen Osten hergestellt werden. Ironischerweise scheitert die Umsetzung aktuell noch am VW-Großaktionär Katar. Der Ausgang hier ist noch offen, zeigt aber in seiner Gänze die Hilflosigkeit des Konzerns.

In unserem Zehn-Punkte-Programm fordert unsere nationalrevolutionäre Partei und Bewegung DER III. WEG unter Punkt 2 die Schaffung der „Raumgebundenen Volkswirtschaft“.

Mit der Verstaatlichung von Schlüsselindustrien, wie es die Automobilindustrie ist, wollen wir den Wert der Arbeit in Deutschland schützen und erhalten. In einer Industrie, die so viele Arbeitsplätze in unserem Land erhält und damit so vielen Deutschen ihre tägliche Existenz sichert, muss ethisches Denken wieder an erster Stelle stehen und nicht die Gewinnmaximierung für Großaktionäre. Managergehälter müssen nach oben begrenzt werden, während der Mindestlohn einmal jährlich angepasst werden muss.

Die Politik muss dringend handeln, denn jeder Arbeitsplatz, der jetzt verloren geht, wird in Zukunft doppelt so schwer wieder nach Deutschland zurückzuholen sein. Eine gerechte und gegen Konjunturschwankungen geschützte Volkswirtschaft wird aber nur mit dem Ausbruch aus dem kapitalistischen und auf maximalen Profit ausgelegten Zinssystem zu verwirklichen sein. Unsere Gemeinschafts- und Sozialordnung des Deutschen Sozialismus ist deshalb die Grundlage für eine ethische und dem Allgemeinwohl des Volkes dienende Wirtschaft, die das Gegenmodell zur alles entwurzelnden Globalwirtschaft darstellt, in der Produktionsstandorte ohne Rücksicht auf die Menschen vor Ort geschlossen und verlagert werden können. Für weitere Informationen zu diesem Thema, siehe unseren Weltanschauungs-Podcast #009 „Sozialismus und Wirtschaft im Dienste des Volkes“.

Noch keine Kommentare.

Kommentieren

Die maximale Zeichenanzahl bei Kommentaren ist auf 2500 begrenzt.

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.