Nürnberg: Nationale Flugblattverteilung gegen Tierquälerei beim „Circus Voyage“

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In Nürnberg gastiert zurzeit der „Circus Voyage“, welcher mit der „größten tierischen Circus-Show“ wirbt. Sogar ein Flusspferd muss neben Elefanten, Giraffen und Tigern (sowie weiteren Tieren) zur Belustigung der Zuschauer in der Manege auftreten. In der Vergangenheit gab es mehrere Zwischenfälle mit den tierischen Zwangsdarstellern des Zirkus. Grund genug für Aktivisten vom regionalen „III. Weg“-Stützpunkt aktiv zu werden und die Zirkusbesucher über die Tierquälerei aufzuklären.

Am 20. Mai 2016 fand die Premierenvorstellung des umstrittenen Betriebes statt. Im Programm hat dieser hauptsächlich Dressurnummern von Tieren. Hier müssen Gänse, Hunde, Giraffen, Tiger, Zebras und sogar ein Flusspferd zur ignoranten Freude der Zuschauer auftreten. Eine artgerechte Haltung ist gerade für die Wildtiere in einem Zirkusbetrieb nicht möglich. Lange Fahrten, in meist viel zu kleinen Transportkäfigen, ständige Ortswechsel, ohrenbetäubender Lärm in der Manege und die zwangsweise Einübung von Kunststücken bedeuten für die Tiere erheblichen Stress sowie psychische und physische Belastungen. Die Dressurmethoden sind oft brutal, weil der Wille des Tieres gebrochen werden muss, um das für die Vorstellungen notwendige Kunststück zu erlernen. Diese Faktoren sind meist ursächlich für Verhaltensstörungen und Krankheiten.

Auch beim „Circus Voyage“ gab es schon derartige Vorfälle, welche auch die Prüfungen der Veterinärämter in einem anderen Licht erscheinen lassen. So starb im Januar 2012 die schwer erkrankte Elefantendame „Mausi“ im Alter von etwa 30 Jahren. Zuletzt hatten die Verantwortlichen des Zirkus versucht, das Tier noch an den belgischen Zoo „Paira Daiza“ zu verkaufen, um ein letztes Mal Kapital aus dem ausgenutzten Dickhäuter zu schlagen. Der Transport über 800 Kilometer gab der angeschlagenen und mit Medikamenten zugepumpten Elefantendame jedoch den Rest. Sie litt an einem Muskelschwund, einem Darmverschluss und durch den Transport bedingt an zahlreichen Blutergüssen. Wie aus dem Obduktionsbericht hervorging, hätte der schlimme Zustand des Tieres bereits viel früher bei den Überprüfungen durch die Veterinärämter auffallen müssen. Aufgrund dieses Vorfalls erscheint die zuletzt beanstandungslos durchgeführte Überprüfung durch das Veterinäramt in Aschaffenburg, wo der Zirkus im April 2016 gastierte, zumindest in einem anderen Licht.

In Nürnberg, wo der Zirkus an der Sigmundstraße seine Zelte aufgeschlagen hat, machen die Gehege für die Tiere auf jeden Fall einen sehr tristen Eindruck. Auf dem Schotterplatz neben der viel befahrenen Straße wächst kaum ein Grashalm. Der Verkehrslärm durch Tausende Autos und Lastwägen und deren Abgase ist eine zusätzliche Belastung für die eingepferchten Wesen.

Das Gelände, auf dem die Wildtiere zwangsweise leben müssen. Im Hintergrund das Zelt in welchen u. a. Giraffen und Elefanten eingepfercht sind.

Am Tag der Premierenvorstellung verteilten tierliebende Aktivisten vom „III. Weg“-Stützpunkt Nürnberg-Fürth über eine Stunde lang zahlreiche Flugblätter an die Besucher der Zirkusshow sowie an vorbeikommende Passanten. Gleichzeitig fand eine Kundgebung von etwa 50 Tierrechtsaktivisten aus verschiedenen politischen Spektren statt. Mit diesen konnten teilweise ebenfalls gute Gespräche geführt werden. Die Resonanz war durchweg positiv.

Kundgebung der Initiative „Wildtierverbot Deutschland“

Im Nachgang versuchen die Organisatoren der Kundgebung sich von der Aktion vom „III. Weg“ zu distanzieren und rufen, zusammen mit einer offensichtlich linksextremen Gruppierung dazu auf, die nationalen Aktivisten auf Fotos der Kundgebung zu markieren und zu denunzieren. Hier zeigt sich, dass es den Verantwortlichen der Kundgebung offensichtlich nicht vorrangig um das Leid der Tiere geht, sondern, dass auch hier der „K(r)ampf gegen Rechts“ wichtiger zu sein scheint. Wie verschiedene Facebook-Einträge belegen, tragen den verordneten antifaschistischen Kurs jedoch nicht alle Tierschützer mit.

Wie auch immer die Diskussion bei den Tierrechtlern ausgeht, die umwelt- und tierschützende Partei der „III. Weg“ wird es sich auch in Zukunft nicht nehmen lassen, gegen die Tierquälerei in Zirkussen zu protestieren. So fordern wir auch weiterhin vehement eine Sicherstellung des Tier- und Artenschutzes. Die Verhinderung von Tierquälerei ist eine menschliche Selbstverständlichkeit. Die Haltung von Wildtieren in einem Zirkusbetrieb ist staatlich zu unterbinden. Kein Applaus für Tierquälerei!

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