
Welche Gründe geben die Japaner für ihre Haltung an? Für beide Geschlechter spielt der Karrierewunsch, gekoppelt mit den langen Arbeitszeiten, eine große Rolle. Die Frauen halten nicht nur die Mutterrolle für „zu anstrengend und umständlich“, sondern bereits den Geschlechtsverkehr. Nach der Arbeit wollen sie sich lieber ausruhen. Ähnlich äußern sich die Männer. Allerdings sieht man viele von ihnen nach der Arbeit im Kreis von Kollegen beim Bier. Offenbar fühlen sie sich hier wohler und entspannter als im häuslichen Bett. Auch die neuen Medien mögen das Interesse vom Sex abziehen. Und in Japan gibt es inzwischen mehr Hunde als Kleinkinder. Die Großeltern haben die Hoffnung auf Enkelkinder bereits aufgegeben. Die japanische Spielzeugindustrie stellt für sie jetzt eine spezielle Puppe namens „Yumel“ her, die auch sprechen kann: ein Enkel-Roboter.
Die Japaner wurden bekanntlich als „Preußen des Ostens“ bezeichnet, sie waren im Krieg unsere Verbündeten und erwiesen sich als sehr tapfer und zuverlässig. Nach dem Krieg hatten sie ein ähnliches „Wirtschaftswunder“ wie in Deutschland. Insofern könnte es auch in puncto Fortpflanzung und Sexualität einige Parallelen geben. Gerade hoch entwickelte Völker neigen dazu, ihre natürlichen Aufgaben zu vernachlässigen, um sich scheinbar anspruchsvolleren und interessanteren Projekten zuzuwenden. Vielleicht spielt schlichtes Desinteresse am Sex auch bei den Deutschen eine größere Rolle bei der niedrigen Geburtenrate, als man bisher dachte.
Möglicherweise fühlen sich Deutsche und Japaner von dem Sex-Rummel und Gender-Irrsinn, von der allgegenwärtigen Pornographie und perversen Praktiken inzwischen so abgestoßen, daß sie von dem Thema überhaupt nichts mehr wissen wollen. Nicht nur eine Wiedergewinnung der Familie ist also notwendig, auch die Geschlechterliebe muß neu entdeckt werden.













