Krisenvorsorge: Sich unabhängig machen

Notvorräte sind schön und gut, aber am besten ist es, wenn man langfristig autark wird. Dies kann man im Kleinen schon auf dem eigenen Balkon beginnen. Wer einen eigenen Garten hat, kann natürlich viel mehr machen. Und wer einen eigenen Hof hat, kann sich fast vollständig selbst versorgen.

Hierbei gibt es verschiedene Kriterien zu beachten. Komplett autark zu werden, ist alleine sehr schwer. Hierfür sollte man sich mit anderen Menschen zusammentun. Fangen wir mal an beim Gemüse und Obstanbau.

Für den einzelnen Gemüseanbau braucht es nicht viel. Sehr einfach zu handhaben sind hierbei Tomaten, Bohnen aber auch Kartoffeln. Diese kann man auch schon auf dem Balkon anbauen.
Dafür reichen einfache Pflanztöpfe. Dort kann man mehrere Pflanzen in einem Topf anpflanzen. Dabei ist allerdings die Verträglichkeit der einzelnen Pflanzen untereinander zu beachten. Zum Beispiel vertragen sich Tomaten und Kartoffeln nicht. Bei Bohnen sind für den Balkonanbau Buschbohnen zu empfehlen. Diese haben eine ungefähre Wuchshöhe von einem halben Meter. Außerdem sollte man Rankhilfen verwenden. Wenn man ein eigenes Beet oder einen Garten hat, kann man natürlich wesentlich mehr anbauen. Vorgezüchtete Pflanzen bekommt man ab Mai in jedem Gartenbaumarkt. Am einfachsten ist es, wenn man die Samen von Gemüse nimmt, die einem geschmeckt haben. In unseren Breiten kann man an Gemüse fast alles anbauen. Seien es Paprika, Chili und vieles mehr. Bei in Supermarkt gekauften Gemüse kommt es allerdings sehr oft vor, dass dies Hybride sind, welche nicht samenstabil sind. D.h., dass die Pflanzen aus dem gewonnenen Samen entweder nicht anwachsen bzw. sehr geringen Ertrag haben oder aber es sich um hochgezüchtete Pflanzen handelt, welche in der nächsten Generation in die Ursprungssorten zurück zerfallen. Beim Beispiel Butternusskürbis sind das sogar ungenießbare Zierkürbisse. Wenn man im größeren Stil Gemüse anbauen möchte, gibt es im Weltnetz genügend Möglichkeiten, sich samenstabile Samen zu kaufen. (Siehe www.dreschflegel.de) Diese sind auch über mehrere Generationen anpflanzbar. 

Ein weiteres Kriterium ist die richtige Düngung.Alle Pflanzen wachsen mit der richtigen Düngung besser. Hier eignen sich professionelle Düngemittel wie Blaukorn genauso wie einfacher Harnstoff, welches ein sehr guter Stickstofflieferant ist. Aber auch natürliche Düngemittel wie die Ausscheidung verschiedener Tiere liefern sehr gute Ergebnisse. Hier sollte man sich vorher schlaumachen, welche Pflanze, welchen Dünger am besten verarbeiten kann. Aber auch der richtige Boden ist wichtig. Für die meisten in unseren Breitengraden heimischen Pflanzen eignet sich am besten guter Kompostboden. Diesen bekommt man oft für wenige Euro pro Kubikmeter beim örtlichen Bauhof. Mehr als 20 € pro Kubikmeter sollte man nicht bezahlen. Des Weiteren sollte man sich einen eigenen Komposter anlegen. Diese sollten so angepasst sein, dass ein Kompost oder die kompletten Gartenabfälle von einem Jahr fassen kann. Am besten verrotten diese Abfälle, wenn sie fein zerkleinert oder gehächselt sind. Hier kann man auch sämtliche nicht tierische Küchenabfälle entsorgen. Wenn man keinen Kompostbeschleuniger benutzen möchte, braucht man mindestens drei Komposter, die jeweils ein Jahr befüllt und zwei Jahre zum Verrotten abgedeckt werden.

An Getreide eignet sich zum Selbstanbau am ehesten noch Mais, wobei auch hier die Weiterverarbeitung schwierig ist. Deshalb sollte man sich außerhalb einer Krisensituation hauptsächlich auf den Kartoffelanbau konzentrieren, nicht umsonst hat diese Pflanze Europa groß gemacht.

Beim Obstanbau ist nicht viel zu beachten. Am einfachsten ist es, wenn man schon Bäume im Garten stehen hat, dann muss man die Früchte nur ernten und haltbar machen. Wenn man noch keine Obstbäume im Garten hat, sollte man bedenken, dass es mehrere Jahre dauert, bis diese das erste Mal tragen. Aber diese Investition ist es allemal wert. Und wie heißt es doch so schön: „Wer einen Baum pflanzt, obwohl er weiß, dass er niemals in seinem Schatten sitzen wird, der hat den Sinn des Lebens verstanden“.

Ein weiterer Punkt ist die Tierhaltung. Hier sollte man allerdings nichts überstürzen. Was bringt es, 5 Schweine und 20 Kühe zu besitzen, wenn man diese weder versorgen noch pflegen kann. Für den Laien eignen sich am Anfang zum Beispiel Hühner. Diese brauchen nicht so viel Auslauf, recht wenig Futter und liefern das ganze Jahr durch frische Eier. Hier sollte man immer im Sinne des Tierschutzes handeln, denn auch Nutztiere sind Lebewesen. Also erst in aller Ruhe ein artgerechtes Gehege anfertigen, inklusive winterfestem Stall, bevor man sich Tiere anschafft. Wenn man einen eigenen Hof hat, kann man sich mit kleinen Schritten innerhalb weniger Jahre von einfacher Hühnerhaltung bis hin zu einer großen Nutztierpalette vorarbeiten. Beim eigenen Schlachten ist allerdings Vorsicht geboten. Zum einen muss man sich an die gesetzlichen Bestimmungen halten, zum Zweiten sollte das Fleisch vor dem Verzehr untersucht werden, ob es genießbar ist und zum Dritten sollte die Schlachtung auch angemessen sein. Das mittelalterlich wirkende, einfache Durchschneiden der Kehle eines Tieres ist eine barbarische Tat, die in unseren Breitengraden nicht geduldet werden darf. Am besten setzt man sich mit dem ortsansässigen Metzger in Verbindung, diese Schlachten gerne für kleines Geld die Tiere und zerlegen diese auch auf Wunsch. Dies ist ein weiterer wichtiger Punkt. Man sollte wissen, wie man ein Tier richtig zerlegt und verwertet, bevor man dieses selber züchtet und schlachtet. Es ist eine Verachtung des Lebens, wenn man nur durch Unwissenheit das Leben eines Tieres vergeudet. Im Ernstfall kann man von den selbst gezüchteten Tieren natürlich nicht nur das Fleisch, sondern auch sämtliche andere Bestandteile verwerten. Dazu zählen unter anderem Knochen, Sehnen und die Haut (Leder). Aber auch hierzu sollte man sich vorher schlau machen.

Die dritte Möglichkeit sind unsere Wälder und Wiesen. Hierbei ist nicht die Jagd gemeint, denn hierzu braucht man neben einer Waffenbesitzkarte auch noch einen Jagdschein und ein gepachtetes Stück Wald. Aber auch so bietet unsere Flora genügend Möglichkeiten, sich zu ernähren, nicht nur im Notfall. Neben Unmengen essbarer Pilze existieren auch noch Wildkräuter, Wildgemüse und sogar medizinische Heilpflanzen bei uns. Hier ist allerdings auch Vorsicht geboten, da es hierzulande auch giftige Pflanzen gibt. Hier sollte man sich ein oder mehrere Ratgeber zu Gemüte führen, bevor man sich auf die Suche macht.

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