
„Didaktik des Animalen“ heißt ein Sammelband mit „Vorschlägen zu einem tierethisch gestützten Literaturunterricht“, Verfasser sind Klarissa Schröder und Björn Hayer, erschienen ist das Buch im Wissenschaftlichen Verlag Trier. Tiere in der deutschen Literatur sind zum Beispiel der Löwe in Goethes „Novelle“, der Pudel im „Faust“, die Katze in E.T.A. Hoffmanns „Lebensansichten des Katers Murr“ oder der Käfer in Franz Kafkas „Verwandlung“. Man muß Kafka nicht mögen, aber die Erzählung von einem Handelsvertreter, der morgens plötzlich feststellt, daß er sich in ein riesiges Insekt verwandelt hat, ist sehr beeindruckend.
Es ist allerdings auch zu berücksichtigen, daß die „Tierethik“ im Schulunterricht stets als eine Sonderform der „Alteritätsproblematik“ vorkommt. Das heißt, es werden „andere“ Formen des Lebens behandelt, und das sind eben die genannten Multikulti- und Gender-Formen. Die von vornherein postulierte Gleichwertigkeit des Andersartigen überträgt man dann auch auf die Tiere. Also nicht nur Dunkelhäutige oder Transsexuelle sollen tolerant und einfühlsam behandelt werden, sondern auch die Tiere. Sie erscheinen als eine Randgruppe der „nichtmenschlichen Lebewesen“. – Diese Sichtweise ist ideologisch verquer. Denn Tiere sind nicht irgendeine Besonderheit wie Transsexuelle, sondern das Tier ist evolutionär die Grundlage für den Menschen und damit auch die letzte Richtschnur für unser eigenes Verhalten. Es hat also trotz seiner Kulturunfähigkeit eine viel größere Bedeutung als die diversen Randgruppen, und das sollte sich auch im Schulunterricht niederschlagen. Literaturunterricht und Biologieunterricht müssen ineinandergreifen.













