Thule-Seminar trifft zur „Tafelrunde der freien Geister“ zusammen

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Am letzten Wochenende fand die Jahresversammlung des Thule-Seminars statt. Schon die offizielle Bezeichnung dieser Veranstaltung enthält den hohen und einzulösenden Anspruch. Auf der Einladung steht „Tafelrunde der freien Geister“ sowie „Werkstätte zur Strategie der kulturellen Revolution“. Auch der äußere Rahmen hob sich von den bekannten nationalen Treffen deutlich ab. Das „Thule-Seminar“ betätigt sich seit den 1980er Jahren und gehört zusammen mit dem „Institut für Staatspolitik“ in den Umkreis der „Neuen Rechten“, wobei der Leiter des Thule-Seminars, Pierre Krebs als Halbfranzose beste Beziehungen zur „Nouvelle Droite“ in Frankreich hat. Inzwischen hat sich dieses ganze Lager – zumindest die Jüngeren – in die „Identitäre Bewegung“ verabschiedet, so daß das Thule-Seminar sich in seinen Aktivitäten auf die Jahresversammlung und die Herausgabe einiger Bücher beschränkt.

Entsprechend altbacken läuft die „Tafelrunde“ ab. Etwa hundert Personen nehmen in dem Saal Platz, und vorn auf erhöhtem Podium treten die Referenten hintereinander an. Alle lauschen andächtig oder gelangweilt, man weiß es nicht, weil keine Diskussion oder Aussprache vorgesehen ist. Die geistige Unterhaltung soll wahrscheinlich beim Essen vor sich gehen, doch beim – durchaus schmackhaften und reichhaltigen – Abendessen sitzt natürlich jeder neben den Leuten, mit denen er gekommen ist, und deren Ansichten er längst kennt. Von einer kämpferischen, revolutionären oder auch kameradschaftlichen Atmosphäre kann in dieser „Werkstätte“ nicht die Rede sein.

Nun darf man aber nicht annehmen, daß der Inhalt der einzelnen Vorträge entsprechend bürgerlich-gemäßigt oder angepaßt geklungen hätte. Keineswegs: schon das Hauptthema scheut keine Tabus. Hans F. K. Günther soll gewürdigt werden, der bedeutendste Anthropologe der NS-Zeit und Rassekundler schlechthin, deshalb auch als „Rasse-Günther“ bezeichnet. Über ihn und seine Wissenschaft unterrichtete das erste Referat in akademischer Manier. Anschließend kam eine aktuelle Analyse der Kriminalität von Schwarzen in den USA als praktische Bestätigung. Doch diese beiden Beiträge sind nur schwacher Auftakt zu dem Vortrag – besser der Predigt – von Pierre Krebs selbst, der mit großem Pathos die Kategorie der Rasse als zentrales Kennzeichen des europäischen Menschen (seine Identität) vorstellt und zum Schutz einer Rasse aufruft, der so große Persönlichkeiten wie Perikles, Augustus, Johanna von Orléans, Goethe und Nietzsche angehört hätten. Es ist die Beschwörung des großen und ewigen Europa.

Schade bleibt es, daß über diese Darstellung nicht gesprochen wurde, denn dann hätte man einwenden können: Wenn unsere Rasse so großartig ist, wie sind wir dann in die heutige Misere hineingeraten? Wieso kann die überlegene Rasse ihre eigene Verdrängung und ihr eigenes Aussterben nicht verhindern, und warum helfen uns Goethe und die Jungfrau von Orléans heute herzlich wenig? Ja, die meisten europäischen Größen schaden uns, indem sie selbst zur Toleranz, Weltoffenheit und Fortschrittsgläubigkeit aufrufen. Zwar spricht Pierre Krebs von der „judäo-christlichen Entartung“, aber wie stimmt das zusammen mit dem rührseligen Lob auf Europa?

Ist man soweit gekommen, dann fällt einem auch eine seltsame Leerstelle in der „Rassenkunde“ des Thule-Seminars auf und insbesondere bei der Würdigung von Hans Günther. Schließlich ging es ihm und der damaligen Zeit nicht um die Neger, die spielten noch keine Rolle, sondern im Zentrum stand das Wesen und Wirken der jüdischen Rasse. Es kann schon sein, daß man dies heute nicht mehr so laut verkünden sollte, aber dann funktioniert auch die traditionelle Rassenlehre nicht mehr. Man kann nicht einfach etwas herausziehen, was einem nicht paßt, und den Rest mit großem Pomp weiterverwerten.

Und weil die tiefe Problematik, ja Tragik des Europäertum nicht erkannt ist, sein furchtbares Siechtum längst vor der heutigen Zuwanderung, deshalb spielt auch Deutschland in den Vorstellungen des Thule-Seminars kaum eine Rolle. Deutschland gilt hier als Vaterland unter anderen, als Facette von Europa, aber das ist falsch. Deutschland ist der Ausgangspunkt, und zwar der einzige, zu einer Heilung und Rettung, das heißt einer Neuschöpfung des korrupten Kontinents. Durch das Fehlen der deutschen Mission klingt das Vorgetragene – trotz aller Beschwörung der Rasse – manchmal wie die schönen Europa-Broschüren mit ihrer Anpreisung von „Kultur“. Aber Kultur muß ganz neu begründet werden und bis dahin dem nationalen Widerstand verdächtig sein als humanistischer Kitt.

Die Tafelrunde hat zwar eine edle europäische Tradition, schon bei Platons „Gastmahl“ diskutierte man auf höchstem Niveau. Aber in der Praxis macht gutes Essen und Trinken eher gemütlich und träge, und die Chance auf klaren Durchblick ist damit dahin. Besser sollte das Thule-Seminar seinen Seminarcharakter wieder entdecken und eine Veranstaltung für geistig Interessierte und Aktive, vor allem auch die Jüngeren, anbieten.

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