
Der „bequeme demokratische Konsens sollte uns beunruhigen“, erklärt er. „Alle sind dabei von der Wall Street über die Anhänger von Bernie Sanders (= linker Vertreter der Demokratischen Partei) bis zu den Überresten der Occupy-Bewegung, von Großkonzernen bis zu Gewerkschaften, von Armeeveteranen bis zu Lesben und sonstigen sexuellen Minderheiten, von Umweltschützern und Feministinnen bis zu „anständigen“ Vertretern des republikanischen Establishments.“ Doch die Gleichberechtigung innerhalb der großen Gruppe der Trump-Gegner täuscht. In Wirklichkeit herrschen hier die Vertreter der Wirtschaft. Sie geben sich liberal gegenüber allen möglichen Randgruppen, solange diese nicht das Wirtschaftssystem angreifen.
„Leider traf Trump ins Schwarze“, sagt Zizek, „als er die Unterstützung von Bernie Sanders für Hillary mit der Unterstützung eines Occupy-Anhängers für Lehman-Brothers verglich.“ Das strategische Ziel des Clinton-Konsenses besteht nämlich darin, die Rechte von Frauen und Homosexuellen, Multikulturalismus und Antirassismus als Trostpflaster zu verteilen und dafür die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit niederzuschlagen. Das Feindbild Trump bietet dazu die beste Gelegenheit.
Der „wirtschaftshörige und aggressive Konsens, für den Hillary Clinton steht, hat die Botschaft: Ihr könnt alles kriegen, was ihr wollt, wir behalten uns nur das Wesentliche vor: das ungehinderte Funktionieren des globalen Kapitals. Das lebende Symbol dieses Konsens ist Tim Cook, der Apple Chef, der stolz einen Brief gegen sexuelle Diskriminierung unterzeichnet und problemlos Hunderte von Arbeitern vergißt, die in China Apple-Produkte unter Sklavenbedingungen montieren. Er hat ja seine große Geste der Solidarität mit den Unterprivilegierten gemacht und die Abschaffung jeglicher Geschlechtssegregation gefordert.“
„Wie so oft“, faßt Slavoj Zizek zusammen, „stehen die Großunternehmen stolz vereint mit der politisch korrekten Theorie.“













