
Das Sandstein-Relief an der Stadtkirche in Wittenberg stammt aus dem Jahr 1305 und zeigt einen Rabbiner, der einem Schwein unter den Schwanz schaut und diverse Juden, die an den Zitzen der Sau trinken. Laut Historikern soll es etwa 30 weitere solcher Darstellungen in Kirchenfassaden oder in den Chorgestühlen der Gotteshäuser in Deutschland geben – selbst im Kölner Dom. Zu erkennen sind oftmals die Menschenfiguren als Juden an ihren für die Zeit charakteristischen Hüten. Diese Darstellungen sind Zeugnisse eines Judenhasses, der schon seit dem späten Mittelalter verbreitet war. Juden wurden schon damals in Teilen der Bevölkerung als geldgierig und hinterhältig angesehen.
Der Brite Richard Harvey hat mit einer online-Petition rund 5.000 Unterschriften gesammelt und die Lutherstadt Wittenberg auffordert, die „Judensau“-Darstellung zu entfernen.
Die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann sagte gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT. Hierzu: „Wir müssen diese Wunde unserer eigenen Geschichte offen halten", und spricht sich gegen die Entfernung des Reliefs aus. Schon am 9. November 1988 wurde eine Bodenplatte unterhalb des Reliefs zu Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Pogromnacht von 1938 eingebracht. Aber dies ist dem Pfaffen aus England und wie nicht anders zu erwarten auch dem Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster nicht genug, Dieser schlug ebenfalls vor, die „Judensau“ entfernen zu lassen oder eine Tafel anzubringen, die die Darstellung erklärt und einordnet.
In einem MDR-Leserbrief fordert ein Herr Alexander Graf zu Castel auf Altären die Auslage des Buches „Mein Kampf“ von Adolf Hitler und das Altarkreuz mit einem Hakenkreuz-Dolch auszutauschen. Wir haben dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.














