
Der Westen tut sich schwer mit der entsprechenden Empörung, weil ein gewalttätiger Buddhist nicht ins Bild paßt. Dabei gibt es diese Erscheinungen nicht nur in Myanmar, sondern auch in Thailand und Sri Lanka, wo die „BBS“ als buddhistische Streitmacht gegen Minderheiten vorgeht. Übrigens geht es bei der radikal-buddhistischen Mission nicht nur um Religion, sondern auch um die Rasse. Die nationalistische Organisation Ma Ba Tha ist eine „Vereinigung zum Schutz von Rasse und Religion“. Dem liegt die Überzeugung zugrunde, daß die in Myanmar und anderen asiatischen Ländern lebenden Moslems andere rassische Wurzeln haben als die Ureinwohner. Die religiöse Abweichung gilt als äußeres Zeichen dieser rassischen Fremdheit und Minderwertigkeit. Die Radikalisierung der Buddhisten wäre dann als Ausdruck ihrer Furcht vor „Überfremdheit“ zu verstehen.
Es bleibt jedoch merkwürdig, daß ein Mönch wie U Wirathu, der die Sanfmut zu verkörpern scheint, in seiner Hetze die schlimmsten islamischen Haßprediger noch übertrifft. Man muß wohl feststellen, daß nicht nur die abrahamitischen Religionen zur politischen Ideologie werden können, sondern auch der Buddhismus, entsprechend herausgefordert, sein Schwert ziehen. Und Einwänden gegen diese Praxis begegnet man ähnlich, wie man es mit Feinden immer tat: fast alle Dahingemetzelten seien keine Buddhisten, folglich auch keine „echten Menschen“ gewesen.
Dabei hat in Myanmar kürzlich die Herrschaft gewechselt, und es regiert jetzt die Vorsitzende der demokratischen Partei Aung San Suu Kyi. Diese hat sogar den Friedensnobelpreis bekommen, dennoch äußert sie sich nicht zu den buddhistischen Ausschreitungen in ihrem Land. Offenbar haben die hasserfüllten Mönche eine große Popularität bei der buddhistischen Mehrheitsgesellschaft.













