Griechenland: Große nationale Kundgebung in Thessaloniki (+Video)

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Am letzten Sonntag fanden sich laut Angaben der griechischen Polizei 90.000 national gesinnte Griechen in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt des Landes, ein, um gegen jegliche Kompromisse im Namensstreit mit dem kleinen Nachbarland FYROM (Former Yugoslavian Republic of Macedonia) zu demonstrieren. Der Namensstreit zwischen Griechenland und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien herrscht nun seit 27 Jahren, seitdem das kleine Land im Jahr 1991 seine Unabhängigkeit erlangt hatte. Mit dem Streit um den Namen Mazedonien geht auch die Frage nach dem Erbe Alexanders des Großen einher, welches von beiden Seiten beansprucht wird. Athen und Skopje haben sich in den letzten Tagen genähert und versuchen eine Einigkeit im Namensstreit zu erzielen.

Die Kundgebung bestand aus einem breiten Spektrum des nationalen Lagers in Griechenland. Neben Konservativen des bürgerlichen Spektrums, Militärs, Vertretern der griechischen Orthodoxen Kirche, aber auch zahlreiche nationalistische Gruppierungen beteiligten sich an der Großdemonstration. Die Kundgebung selbst verlief größtenteils friedlich, in der Stadt kam es zu Zusammenstößen zwischen Nationalisten und Linksextremisten, wobei auch das von Anarchisten besetzte Haus „Libertaria“ niedergebrannt wurde. Die nationalistische Gruppierung „Autonome Mäander-Nationalisten“ übernahm die Verantwortung für den Brandanschlag.

Die beachtliche Teilnehmerzahl der Kundgebung ist ein weiterer Beweis dafür, dass im Zeitalter der Globalisierung die europäischen Nationen und Völker keineswegs ihren Wert und ihr Nationalbewusstsein verloren haben, sondern im Gegenteil an Bedeutung weiterhin zunehmen.

Im Streit um den Namen Mazedonien liegt eindeutig auf der Hand, dass Griechenland nicht nur aus historischer Perspektive größtenteils im Recht ist. Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien ist nichts anderes als ein Sammelsurium unterschiedlicher Völker und ein trauriges Überbleibsel der verantwortungslosen Bevölkerungspolitik des sozialistischen Staates Jugoslawien. Die Versuche, Alexander den Großen als „Slawen“ darzustellen, können zurecht als grotesk bezeichnet werden.

Bei den selbsternannten „Mazedoniern“ handelt es sich ethnisch und kulturell gesehen vorwiegend um Bulgaren. Sprache, Kultur, Religion und Aussehen zeugen von dieser Tatsache. Anthropologisch gesehen gehören die „Mazedonier“ größtenteils der alpinen und dinarischen Rasse an. Aber auch starke nordische Bezüge sind unter den „Mazedoniern“ zu finden. Im zweiten Weltkrieg wurde der große Teil „Mazedoniens“ (damalige Bezeichnung: Vardarska Banovina) dem bulgarischen Reich angegliedert. Diese Angliederung an das bulgarische Reich stieß seitens der selbsternannten „Mazedonier“ nicht nur auf keinen Widerstand, sondern fand sogar größtenteils Zustimmung innerhalb der eigenen Bevölkerung.

In „Mazedonien“ selbst stellen die muslimischen Albaner die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe dar, mit denen auch bekannte Probleme einhergehen. In der „Schlacht um Tetovo“ im Jahr 2001 versuchte die UCK den östlichen Teil Mazedoniens an Albanien anzugliedern. Bei diesem bewaffneten Konflikt kam es zu zahlreichen Opfern auf beiden Seiten. Zwar wurde der Konflikt von den mazedonischen Sicherheitskräften niedergeschlagen, die ethnischen Probleme zwischen Albanern und „Mazedoniern“ sind aber noch lange nicht gelöst und brechen von Zeit zu Zeit immer wieder auf.

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