Alliierter Blutdurst – Bad Nenndorf April 1945 bis Juli 1947 –

Alliierter Blutdurst: Kapitel 3 – Folter und Tortur

was die selbsternannten „Befreier“ im „Wincklerbad“ alles vollzogen,

ist so grauenhaft menschenverachtend – noch heute wird darüber gelogen.

Schreie von Mann, Frau und Kindern schallen bis weit übern Ortskern hinaus,

den Hörern läuft der Schauer über den Rücken, vor lauter Graus.

Schreie nach Hilfe, nach der geliebten Mutter und dem Gevatter Tod,

wie Rasierklingen zerschneiden sie das Ohr, diese Schreie der Not.

Diese geplagten Rufe, ihr wimmern – man will es nicht mehr hören,

ihr Leid ist so schrecklich, man kann es spüren.

Hilflos flüchten die Menschen von den Gassen,

Was wird den Kameraden nur angetan? Wer kann diesen Schmerz erfassen?

Ist denn keiner da, der diese armen Seelen rettet?

Sie erlöst aus des Teufels Bankett?

Verängstigt wurden Türen und Fenster verschlossen,

während sich Schreie voller Qual über den Ort ergossen.

Gefangen im britischen Folterkeller waren Nazis, Lehrer, Apotheker und Ingenieure,

dazu Frauen, Mädchen, Jungen, Kommunisten und Tabakimporteure.

Brutale Umerziehung hieß das Ziel, Preisgabe von Informationen und Pläne,

die Schmerzen so zahlreich, als beim Sägewerk die Späne.

Der Widerstandswille sollte gebrochen werden,

das Gehirn wird gewaschen – durch körperliche Beschwerden!

Diese Schreckensanlage war grausam und hart,

ein sadistischer Orgasmus! Hier wurde mit Leid nicht gespart.

Die Menschen geschunden durch Schlafentzug,

„bleib wach sonst gibt’s Schläge! – Du hast noch lange nicht genug!“

Das Essen wurde vorenthalten – „Ihr sollt endlich reden!“

Der Tritt in den Bauch erschwert noch das Leben.

Abgemagert, nur noch Haut und Knochen,

wie kraftlos sie doch über den Boden krochen.

Die Knochen zerschlagen, verrecken so viele grausam am Nahrungsentzug,

dem Symbol „Mutter“ gilt der letzte Atemzug.

Schläge und Tritte zertrümmern die Kiefer,

„und willst du nicht sprechen, so gehn wir halt tiefer!“

Gefühlskalt zerquetscht der „Befreier“ den Männern die Hoden,

Schreie tief aus der Seele – wimmernd kauern sie am Boden.

Was für Menschen müßt ihr sein? Ihr Schinder! Ihr Schlächter!

Niemals sollt ihr Frieden finden, ihr ehrlosen Schächter!

Das Streichholz legt ihr an und schlagt es tief unter den Fingernagel,

Schmerzensschreie hämmern gegen die Wände, wie aufs Dach der Hagel.

Lüstern nach Folter und gierig nach Pein,

so schlagt ihr noch weitere Hölzer hinein.

Habt ihr euch vor Geilheit in den Schritt gefaßt ihr kranken Dämonen?

Selbst Kinder wolltet ihr nicht verschonen!

Daumenschrauben werden angelegt, jetzt sind sie voll in Fahrt,

„Bitte, bitte“ erklingt das Flehen, doch „Befreier“ bleiben hart.

Die Schraube runter! Bis der Knochen bricht!

„Was hast du gesagt? Ich hör dich nicht!“

Jedes Mittel das ist Recht, Gesetze gibt’s hier keine,

noch ein Schlag ins Gesicht „quieken sollen sie wie Schweine!“

Psychoterror das ging leicht, – „Wir ermorden deine Familie!

Deine Tochter kommt zu mir, ich pflücke schon ihre Lilie!“

Gedroht wurde auch mit Amputation,

„Wir brauchen Informationen!“ hieß ihre Legitimation.

Die Kerkerfenster mußten offen bleiben,

selbst im kältesten Wintertreiben.

Der Winter 1946, der war hart,

und nur das „Befreier“ – Zimmer eine Heizquelle hat.

Gefürchtet war die sogenannte „Wasserzelle“,

allein ihr Name fördert Panik auf der Stelle.

Die Zelle schrubben – und das stundenlang,

sie ist komplett gefliest – mit der Kälte als Empfang.

So muß man wischen, vollkommen nackt!

Die „Befreier“ bringen eiskaltes Wasser, bis man endlich gebrochen zusammen sackt.

Erfrierungen sind ein bewährtes Mittel, der Spaß geht dann erst los,

mit tauben Fingern greifen, das ist famos!

Den Willen wollen sie brechen, das Gehirn durchwaschen,

den freien deutschen Geist endlich veraschen.

Des Teufels Vasallen haben sich viel ausgedacht,

ihr sadistischer Trieb hat soviel Leid gebracht.

Die gekachelte „Gefrierzelle“! Sie sorgt für Entsetzen,

hier kann man foltern, die Seele verletzen.

Hineingestoßen in diesen Höllenraum,

beginnt zwei Wochen lang der schlimmste Alptraum.

Jede halbe Stunde mit eiskaltem Wasser übergossen,

von morgens 4.30 Uhr bis Mitternacht, brutalste Schmerzen durch den Körper flossen.

Diese Eiseskälte verkrampft die Muskeln, lähmt die Glieder,

taube Finger tasten nach Hilfe, Lippen flüstern Sterbenslieder.

Doch der „Befreier“ kennt kein Erbarmen, keine Milde,

Hass triumphiert! – Gelernt ist gelernt in der Foltergilde.

Bis Juli 1947 richteten die „Erlöser“ unsägliche Qualen an,

dann mußten sie schließen, gestoppt war der Tyrann.

 

Teil 1

Teil 2





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