Alois Mannichl macht 10 Jahre nach Lebkuchenmassaker Karriere

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Es ist sicherlich keine Neuigkeit, dass in der BRD für die Berufung zu hohen öffentlichen Ämtern nicht etwa die persönliche Befähigung und Eignung ausschlaggebend ist und von Leistungsprinzip kann dabei sowieso niemand sprechen. Ein besonders exponiertes Beispiel einer typisch bundesdeutschen Karriere ist die Berufung von Alois Mannichl zum Chef der neu eingerichteten, bayerischen „Grenzpolizei“.

Abgesehen davon, dass es sich bei dieser so genannten „Grenzpolizei“ um die übliche Augenwischerei der CSU in Bayern handeln dürfte, um dem unbedarften Bürger wieder einmal Handlungsfähigkeit vorzugaukeln, lohnt ein Blick auf den neu ernannten Chef der Behörde.

Mannichls Gutmenschenkarriere bei der Polizei

Alois Mannichl wurde im Jahre 2004 zum Leiter der Polizeidirektion Passau ernannt. Um die Karriereleiter weiter nach oben zu klettern, versuchte sich Mannichl nicht etwa durch gute Polizeiarbeit für höhere Aufgaben zu empfehlen und dabei für mehr Sicherheit in und um Passau zu sorgen. So inszenierte er sich lieber als „mutiger Kämpfer gegen Rechts“, um sich dem Beifall von Medien und Politik sicher zu sein. Schließlich gibt es kein anderes Betätigungsfeld, wo man sich in der BRD so effektiv durch Drangsalierungen und Symbolaktionen selbst auf die Schulter klopfen kann und dabei auch „rechtsstaatliche Grundsätze“ konsequent ignorieren kann.

Man erinnert sich in diesem Zusammenhang noch an das bezeichnende Zitat des ehemaligen bayerischen Innenministers Günter Beckstein:

„Wir sind bei Rechtsextremisten härter vorgegangen als bei Linksextremisten – weil die Zustimmung in der Bevölkerung hier viel größer ist. Manchmal gingen wir sogar weiter, als der Rechtsstaat eigentlich erlaubt.“

Die Direktive, die diesem Zitat vorangegangen ist, wurde von Mannichl besonders intensiv praktiziert. Seine Schikane richtete sich nicht nur gegen Veranstaltungen und Demonstrationen von national-gesinnten Deutschen, er machte auch vor der Störung von Beerdigungen und Trauerveranstaltungen nicht Halt. Trauriger Höhepunkt war die Störung der Totenruhe, als er das Grab des alten Kämpfers für Deutschland, Friedhelm Busse, öffnen ließ, um eine Fahne sicherzustellen. Für seine persönliche Profilierung und krankhafte Selbstbeweihräucherung war ihm scheinbar jedes Mittel, sogar staatlich bewilligte Grabschändung, Recht.

Das Lebkuchenmesserattentat von Fürstenzell macht Mannichl bundesweit bekannt

Traurige Berühmtheit erlangte Mannichl im Dezember des Jahres 2008. Die Presse berichtete, der damalige Polizeichef von Passau sei an seinem Wohnort von einem Unbekannten niedergestochen worden. Vor dem vermeintlichen Attentat soll der Täter noch gesagt haben: „Schöne Grüße vom nationalen Widerstand. Du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum.“

Der Fall war für Presse und Politik natürlich sofort klar. Das muss ein Racheakt von Rechtsextremisten gewesen sein. Was folgte, waren die üblichen Betroffenheitsrituale inklusive Verbotsforderungen und Lichterketten und die vorübergehende Inhaftierung und Drangsalierung von unschuldigen nationalen Aktivisten. Das Opfer wurde sofort zum Helden stilisiert und „hochrangige“ Landespolitiker gaben sich am Krankenbett die Klinke in die Hand. Trotz der Verletzung ließ es sich Mannichl nicht nehmen, die mediale Aufmerksamkeit noch in geschwächtem Zustand für seine Selbstdarstellung zu nutzen und die üblichen Phrasen in Pressemikrofone zu stoßen.

Die Täterbeschreibung von Mannichl selbst hätte direkt aus dem demokratischen Gruselkabinett stammen können. Bomberjacke, 1,90 Meter groß, Glatze, bulliger Nacken und eine auffällige Schlangentättowierung im Gesicht.

Damals von der Polizei veröffentlichtes Fahndungsfoto des vermeintlichen Lebenkuchenmesser-Nazi-Terroristen

Der absurde Fall wird zur Blamage der antideutschen Propagandaglocke

In den darauffolgenden Wochen kamen immer mehr Ungereimtheiten zu dem Fall ans Tageslicht. Nicht nur, dass sich Mannichl widersprüchliche Aussagen leistete, auch von dem finsteren Neonazi mit der Schlange im Gesicht fehlte trotz Totaldurchleuchtung der „rechten Szene“ durch sämtliche polizeilichen und geheimdienstlichen Behörden jede Spur. Dass das Messer, welches beim Attentat benutzt wurde, aus dem Besitz von Mannichl selbst stammte, setzte dem Ganzen noch die Krone auf.

Natürlich konnte vom Opfer umgehend eine Erklärung nachgeschoben werden. So handelte es sich bei dem Tatwerkzeug um ein Lebkuchenmesser, welches samt schmackhaftem Gebäck auf der Fensterbank gelegen haben soll, damit sich Kinder aus der Nachbarschaft dort bedienen können. Das sei so üblich in seiner Gegend. Dass noch niemand von dieser Lebkuchentradition in Fürstenzell gehört hatte und ein Attentäter sich vor seinem Anschlag darauf verlässt, ein Messer auf der Fensterbank vorzufinden, brachte auch die Kreativität des mutigen Polizeichefs von Passau an seine Grenzen.

Immer mehr Ungereimtheiten traten zutage, sogar Kollegen wandten sich ungläubig ab und auch ein familiärer Hintergrund rückte ins Ermittlungsgeschehen. Auch mögliche außereheliche Affären des Saubermannes fanden ihren Weg als Tatmotiv in die lokale Berichterstattung.

Auf eine Aufklärung des dubiosen Falles wartet man vergeblich: kein Zeuge, der den Angreifer gesehen haben will, wohlgemerkt in einer Einfamilienhaus-Siedlung um 17.30 Uhr und DNA Anhaftungen am Tatwerkzeug wurden nur von Familienangehörigen festgestellt.

Mannichl in guter Gesellschaft

Natürlich wurde es nun nach und nach immer leiser um den peinlichen Fall. Der braune Lebkuchenmessermann wurde bis heute nicht gefasst und Alois Mannichl kann sich wohl in einer Tradition mit dem eingeritzten Hakenkreuz bei Rebecca K. aus Mittweida und dem Mord an einem Jungen in Sebnitz sehen. Für die bundesdeutsche Propagandamaschine nur schade, dass sich nichts davon wirklich ereignet hat.

Die bayerische Staatsregierung wusste sich damals nicht mehr zu helfen und anstatt den Polizeichef in Pension zu schicken, wo er seine Kreativität und blühende Fantasie vielleicht als Romanautor hätte besser ausleben können, wurde Mannichl wegbefördert und zum Leiter der Verbrechensbekämpfung im Polizeipräsidium Niederbayern ernannt.

Welche Qualifikationen sich aus dem früheren Verhalten von Mannichl für die Leitung der neuen Grenzpolizei ergeben, wird wohl auf ewig ein Geheimnis der bayerischen Landesregierung bleiben. Wie man mittlerweile täglich aus der Lokalpresse erfahren kann, ist Mannichls neues Klientel an der Grenze im Umgang mit (Lebkuchen-) Messern allerdings durchaus erfahren. Es bleibt Alois Mannichl zu wünschen, dass er seine augenscheinliche Profilneurose mittlerweile in den Griff bekommen hat und beim Schutz der Grenze mehr Erfolg haben wird als bei der Jagd nach Lebkuchennazigespenstern.