Die nationalen Bewegungen Südamerikas: Kolumbien

In den nächsten Wochen wird uns der in Südamerika lebende Bernhard Scheida die nationalistischen / nationalsozialistischen Parteien / Gruppen in Südamerika, aufgeteilt nach Ländern, kurz vorstellen. Darüber hinaus wird er natürlich die gesamtpolitische Entwicklung der einzelnen südamerikanischen Staaten in seine Artikel mit einfließen lassen.

 

Kolumbien

Die Geschichte Kolumbiens ist sehr komplex, sodaß eine Sichtweise auf die nationalistischen und nationalsozialistischen Parteien und Aktivisten einiges abverlangt.

Zunächst einmal sei gesagt, dass die größte Tragik der Voelker Südamerikas allgemein die Person Che Guevara war. Der in Rosario in Argentinien geborene Ernesto Guevara war Arzt, Schriftsteller, Revolutionär und Guerillero. Er war der Auslöser für die lateinamerikanischen Länder, eine nationale und antikommunistische Gegenbewegung zu gründen. Mit dem Ziel, dem Kommunismus in Südamerika bewaffnet entgegenzutreten. Dies war auch die Entwicklung in Kolumbien. Die durch Guevara und Castro entfesselte kommunistische Revolution in Ländern wie Kuba, Bolivien, Peru und Kolumbien, blieb nicht ohne Gegenwehr seitens der Patrioten und Nationalen dieser Länder.

In Kolumbien bildeten sich in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kommunistische Guerillas wie die ELN. Eine marxistisch- leninistisch militante Guerilla. Gegründet wurde die ELN 1964 und ist bis heute aktiv. Dann die FARC, die ebenfalls 1964 gegründet wurde und seit 2018 als parlamentarische Opposition im kolumbianischen Parlament vertreten ist. Die dritte zahlenmäßig nennenswerte Guerilla sind die 1967 gegründete EPL. Heute zählt sie mit etwa 300 bewaffneten Mitgliedern eher zu den kriminellen Vereinigungen im blutigen Kokain-Geschäft. Die kommunistische M19 wurde bekannt durch die vom Drogenkartell von Medellin angeordnete und finanzierte Stürmung des Justizpalastes in Bogota im November 1985. Sie wurde 1990 aufgelöst. Vertreter dieser eher “national “ ausgerichteten, dennoch radikal kommunistischen Guerilla, sind heute führende Oppositionspolitiker in Kolumbien.

Kommunistische Guerillas in Kolumbien wurden allesamt aktiv von Kuba und der ehemaligen Sowjetunion unterstützt. Sie traten seinerzeit an, die Ungerechtigkeiten der Großgrundbesitzer und der diversen Regierungen gegenüber der Landbevölkerung zu bekämpfen. Die Ursachen dieser Ungerechtigkeit gehen weit zurück in die Zeiten der Kolonisation durch die spanische Krone und deren Verteilung der Landgüter in der neuen Welt. Maßgeblich daran beteiligt war die katholische Kirche, deren Reichtümer und Latifundien in Südamerika schier unbegrenzt waren. So richtete sich der Kampf der Kommunisten auch gegen die Kirche und ihre Vertreter.
Andere kommunistische Guerillas wurden von Kirchenvertretern unterstützt. Die Guerillas hatten zum Teil starken Rückhalt in der einfachen Landbevölkerung Kolumbiens. In der Mehrheit indigener Abstammung.
Dies änderte sich mit den Jahren und führte in wenigen Jahrzehnten des “Klassenkampfes“ dazu, dass die Bauern und hilfsbedürftigen Volksgruppen Kolumbiens wie die indianische Ur- Bevölkerung, im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen der Guerillas mit der Armee Kolumbiens und später mit den nationalen Paramilitärs, als Hauptleidtragende einen Blut- und Bodenzoll bezahlen mussten, der in Zahlen etwa so aussieht: 8 Millionen Vertriebene, das heißt aus ihren Dörfern und von ihren Höfen und Häusern entfernte Personen. Die Zahl der dabei ums Leben gebrachten geht in die Hunderttausende.

Ich musste weit ausholen, um verständlich zu machen, was die Beweggründe nationaler und nationalsozialistischer Gruppierungen in Kolumbien waren. Sie sind aus der Notwendigkeit entstanden, den kommunistischen Terror in Kolumbien zu bekämpfen und eine Übernahme der bolschewistischen Herrschaft in Südamerika insgesamt zu verhindern. Dies gilt mit einigen Unterschieden für alle nationalen Bewegungen in Lateinamerika. Sicherlich sind weitere Beweggründe zu nennen wie: finanzielle Unterstützung der Landbesitzer und die Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Militär, um gegen den gemeinsamen Feind, die kommunistischen Guerillas, vorzugehen. Ab den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts kamen zu den ideologischen Gründen auch die verlockenden Gewinne im Kokain-Geschäfts hinzu.

Die Bildung Rechter militanter Gruppierungen Kolumbiens unter einer gemeinsamen nationalen Bewegung wurden als “AUC“ (Autodefensas Unidas de Colombia), also der “Vereinigung zur Selbstverteidigung Kolumbiens“ in den 70er Jahren gegründet. Unter dem konservativen Präsidenten, Alvaro Uribe Velez, wurden sie in einer großen nationalen Anstrengung in den Jahren 2004 bis 2006 aufgelöst. Viele ihrer paramilitärischen Aktionen und Massaker mit Tausenden von Toten wurden unter Amnestie gestellt. Teile dieser nationalen paramilitärischen Armee hatten finanzielle und logistische Unterstützung durch die Drogenkartelle von Cali und Medellin sowie Teilen der Armeeführung Kolumbiens. Insgesamt wäre es ein Irrtum, diese paramilitärischen Söldner der Landbesitzer und auch des Klerus, als nationale oder nationalsozialistisch motivierte Organisationen zu bezeichnen. Nach ihrer Auflösung hat sich ein großer Teil dieser “Berufsnationalisten” den BACRIM angeschlossen. Drogenkartellen, die nach der Auflösung der großen Kartelle von Medellin und Cali, im lukrativen und stets gewalttätigen Drogengeschäft um ihre Anteile kämpfen.

Nationale und nationalsozialistische Bewegungen in Kolumbien auszumachen, ist schwer. Ein Volk von Mestizen, welche im Grunde keine eigene Identität haben als eben das Mestizentum. Ihre Vorfahren, wenn spanischen Blutes, westgotischen Stämmen entspringend. Dieses Bewusstsein ist wohl nur noch in den alten kolonialen Familien zu finden. Sie sind der nationalen und konservativen politischen Fraktion Kolumbiens stets treu
geblieben. Ihr politischer Weg ist der des Centro democrático als Partei, also dem demokratischen Zentrum, deren Unterstützung sicherlich nicht den Kommunisten gilt.

Um nationale Bewegungen in Kolumbien auszumachen, müsste der objektive Forscher in dieser Sache den indianischen Wurzeln folgen und deren nationalistischen Bewegungen. Sie sind “reinen Blutes“, sofern sie sich nicht der kolumbianisch-spanischen Kultur preisgaben. Die sogenannten nationalen und faschistischen Gruppierungen, die bei ihren Zusammenkünften die Lieder ihrer großen Vorbilder nationaler und revolutionärer Voelker wie Deutschland mit voller Brust mitsingen, diese Bewegungen sind schlechte Kopien und wirken wie die der “Tercera Fuerza “, der Dritten Kraft, eher anachronistisch. Zahlenmäßig sind sie gering und ihre politische Zukunft ist mehr als fraglich.

Alles in allem kann ein Land, welches so stark von der imperialistischen Großmacht USA beherrscht wird, nicht in einem gesunden Sinne national sein. Kurios, aber eben bezeichnend, ist folgendes Beispiel: dass im Jahre 1944 in der Nähe von Bogota in Fusagasugá (Cundinamarca), unweit meines Wohnsitzes, auf Anordnung der Amerikaner ein Konzentrationslager für emigrierte Deutsche, Japaner und Italiener eingerichtet wurde. Das “Hotel Sabaneta “ beherbergte zunächst 43 Insassen und nach 1945 waren es 150 Inhaftierte. Namen wie: Scheuplein, Focke, Bethke, Francke, Fresse, Fusch, Gallenmueller & Eisenlohr finden sich auf der Liste des Autors Rolando Diaz. Er machte daraus einen bemerkenswerten Dokumentalbeitrag nach Akteneinsicht in der senatseigenen Bibliothek in Washington D.C und Besuchen vor Ort. Bei nächster Gelegenheit werde ich diese “Gedenkstätte“ besuchen und einige Fotos für den „III. Weg“ machen. Auch dies ist ein Teil “nationalsozialistischer“ Geschichte Kolumbiens.

Bernhard Scheida, Bogota, Kolumbien





1 Comment

  • Erst mal Danke an den Autor. Trotzdem hätte ich mir weniger Rechtschreibfehler und mehr Informationen erhofft. Warum wird nicht auf die zahlreichen Schlägereien bis hin zu Schießereien und Straßenschlachten zwischen nationalsozialistischen Paramilitärs und Linksextremisten eingegangen, die insbesondere in den Jahren 2000-2012 vor allem in Brasilien, Paraguay und auch in Kolumbien tobten?
    Dabei gab es Dutzende Tote. In vielen Favelas in Paraguay finden sich noch heute die HK-Symbole als Wandmalereien und auf Fahnen und in Brasilien zählen auch heute noch Hunderttausende zur NS-Bewegung. Das kann man sich aus europäischer Sicht gar nicht vorstellen. Es wird ja in den Mainstreammedien auch nicht darüber berichtet. Die nationalsozialistische Bewegung in Südamerika war im wesentlichen in den 1980er Jahren als Gegenbewegung zur bolschewistischen Guerilla entstanden und ist durch eine Verschmelzung mit vielen Kokainkartellen zum einen militanter, zum anderen auch klandestiner geworden. Einen kleinen Einblick dazu gibt der Bestseller “Tage der Toten” von Don Winslow, wenn auch aus eher linker Sicht. Die Hochphase ist eindeutig vorbei, sie war um die Jahre 1995-2005.

    F. 25.03.2019