Sächsische AfD positioniert sich gegen Rechts

Die Reaktionen auf unser, eigentlich nicht sonderlich außergewöhnliches Auftreten in Plauen waren überraschend heftig, weniger überraschend war dagegen ihr Grundton und die Ecke, aus denen sie kamen. Wer ohne Kompromisse für Deutschlands Zukunft kämpft, der muss zwingend den Hass von Volksverrätern und antideutschen Marxisten auf sich ziehen. Ihre Feindschaft ist der Gradmesser für den Erfolg. Es war daher schon ein wenig überraschend, dass sich in den Chor der Krakeeler eine Stimme mischte, die man eigentlich nicht erwartet hatte: Die der sächsischen Alternative für Deutschland (AfD). In einem Interview mit dem MDR gab diese am 9. Mai über den innenpolitischen Sprecher ihrer Landtagsfraktion bekannt, dass auch sie hoffe, dass die Staatsanwaltschaft gegen uns tätig werden würde.

Es stand natürlich nie zur Debatte, dass die AfD keine Partei wie die unsrige ist. In ihrem Herzen ist sie liberal, ein Kind des Systems BRD, das dieses reformieren und nicht überwinden will. Doch nicht alles an ihr war und ist schlecht. Sie ist das wahrscheinlich Revolutionärste, zu dem die bürgerlichen Schichten überhaupt fähig sind und für die Massen der Arbeiter und die neuen Rechten, die sich um sie scharen, war sie ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ein Schritt, der, wie man nur hoffen konnte, nicht der Letzte sein würde, und die Entwicklung der Partei seit ihrer Gründung, von einer zweiten FDP zur neuen konservativen Kraft, schürte diese Hoffnung. Manch einer wünscht sich sogar, dass all die Schläge, die die AfD einstecken muss, die Lügen, die Überwachung durch den Verfassungsschutz und linksextreme Angriffe, aus dieser Partei doch noch den Rammbock für den deutschen Befreiungsschlag schmieden.

Die Vorbedingung dazu wäre selbstverständlich, dass die AfD erst einmal all die Opportunisten in ihren Reihen loswürde, die ihr schneller Erfolg anzog. Man hätte annehmen können, dass die Repressionen ihr dabei helfen würden, doch scheinbar waren die Schläge nicht hart genug. Scheinbar war das Versprechen üppiger Ministergehälter zu verlockend, sodass genug rückgratlose Heuchler durchhielten, um sich von den Hoffnungen des nationalgesinnten Deutschlands förmlich in die Parlamente tragen zu lassen. Dort fressen sie sich nun an den Futtertrögen des Systems fett und zögern keine Sekunde, denen in den Rücken zu fallen, die, lange bevor es populär war, für Deutschlands Zukunft stritten. Vergessen ist aller Idealismus für die große Sache, wenn sie denn überhaupt jemals Idealismus in sich hatten und nicht im Herzen von Anfang an zum selben Kreis gehörten, der für CDU, SPD und Co. in den Parlamenten sitzt. Jetzt scheint in jedem Fall nur noch eines zu zählen: In die Riege der etablierten, „anständigen“ Systemparteien aufzusteigen, damit man endlich in Ruhe sein Pöstchen genießen kann, und da bekanntlich nichts so sehr „wir sind welche von euch“ schreit, als hart gegen Rechts vorzugehen, tut man genau das.

Dass dies selbst in Sachsen der Fall ist, dem Bundesland, auf das alle national gesinnten Deutschen mit Hoffnung blicken, ist besonders bitter, aber vielleicht eine notwendige Lehre für alle, die von einer blauen Revolution träumten. Man mag die Strategie des Populismus mögen oder nicht, am Ende zählt das Ergebnis, doch sich mit den Systemparteien gegen die radikaleren Teile der eigenen politischen Denkrichtung zu verbünden, ist nicht nur strategisch unklug, sondern zeugt auch noch davon, dass einige in der AfD noch immer nicht verstanden haben, um was es geht und wie ernst die Lage ist, in der wir uns befinden.

Wir benennen die Politiker der Systemparteien als Volksverräter, nicht um irgendwelche Assoziationen zu wecken, wie man momentan überall lesen kann, sondern weil ihr Handeln eben genau das ist. Sie sind nicht inkompetent, fehlgeleitet oder begehen ehrliche Fehler. Sie wissen sehr genau, was sie tun und was die Folgen ihres Handelns sind, deswegen sind sie Volksverräter und deswegen macht man mit diesen Leuten auch keine gemeinsame Sache. Gegen nichts und niemanden und erst recht nicht, gegen das eigene Lager, denn wer das tut, wird selbst zum Volksverräter, und zwar zur schlimmsten und widerlichsten Sorte.