Vermeintliche jüdische Bloggerin als Betrügerin entlarvt

Die deutsche Bloggerin Sophie Hingst hatte durchaus eine sehenswerte Reichweite, immerhin umfasste diese um die 240.000 regelmäßige Leser. In ihren Themen geht es grundsätzlich um ihre vermeintlich jüdischen Vorfahren und was ihnen alles Bedauerliches angetan wurde. Da es sich dabei um spektakuläre Geschichten handelte, forschte man nach und fand heraus, dass alles gelogen sei und die gute Dame aus einer evangelischen Familie kommt, welche keinerlei jüdischen Ahnen verzeichnet.

Hingst will zudem 22 gefälschte Opferbögen in Yad Vashem eingereicht haben, um den Eindruck zu erwecken, dass alles von ihr real sei. Aus den erfundenen Dokumenten geht hervor, dass große Teile ihrer Familie in der NS Zeit ermordet wurden. Doch wie das Stadtarchiv von Stralsund kürzlich bestätigte, ist dies nicht der Fall. Des Weiteren sollen in Wahrheit nur drei Personen aus ihren Geschichten überhaupt existiert haben.

Aufgefallen ist die Struktur des Lügenkonstrukts durch eine aufmerksame Leserin, welche Verdacht geschöpft hat. Aufgrund der ganzen Widersprüche wurde die Historikerin Gabriele Bergner aus Teltow bei Berlin wachsam und stellte eine kleine Gruppe von Rechercheuren zusammen, um den Wahnvorstellungen von Hingst auf den Grund zu gehen.

Doch die Bloggerin machte auch vor anderen Lügen nicht halt.

Es gab ebenso Geschichten von einer sogenannten Slum-Klinik in Indien sowie die Beratung syrischer Asylanten in Deutschland, die frei erfunden wurden. Da man bei den Bildern weder die genaue Zeit oder Ortsangaben feststellen konnte, ging Bergner zum Spiegel und teilte dem Verantwortlichen ihre Erkenntnisse mit. Immerhin ist Hingst schon vom Spiegel mehrfach ausgezeichnet worden. Im Jahre 2017 heimste die Betrügerin den Preis „Die Goldenen Blogger“ ein. Des Weiteren bekam sie den Titel „Blogger des Jahres“. Ein Jahr danach erhielt sie einen Preis der „Financial Times“. Außerdem veröffentlichte sie im März einen Bildband. Dieser nannte sich „Kunstgeschichte als Brotbelag“ wie der Name schon verrät, wurden dort berühmte Gemälde als Brotbelag dargestellt. Mittlerweile ist der Blog von Hingst nicht mehr erreichbar.





2 Kommentare

  • Das ist kein Einzelfall… Das wird seit über 70 Jahren in Tausenden, wenn nicht gar Hunderttausenden fällen so praktiziert.

    Alfred 13.06.2019
    • Immerfort währende, jahrtausende lange Praxis aus ein und derselben Quelle.

      Robert Gundlach 13.06.2019

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