Feder und Schwert XLII – Sein und Forderung – über die Lebenszustände des modernen Menschen und deren Fragilität

Eine der stringentesten Fragen in Bezug auf die Lebensbeschaffenheit von Wesen auf begrenztem Raum ist die nach dem Wechselspiel und der Dynamiken in ihren Beziehungen zueinander. Die Hierarchie, welche jene untereinander bilden, ist Grundlage für ihr Verständnis zueinander und damit für das Verhalten, welche sie gegeneinander aufwenden.

Es drängt sich gerade in unserer Zeit der Wurzellosigkeiten die Frage nach dem Verhältnis von Mensch zu Umwelt, Mensch zu Natur, Mensch zu Tier auf. Jedwedem Manne mit Verstand leuchtet zweifelsohne die Bedeutung ein, mit der der moderne Mensch auf die Erde einwirkt. Uns sind die Verschmutzungen und Verwüstungen gigantischen Ausmaßes, welche man in extremis kaum mit menschlichen Begriffen zu faßen vermag, bekannt. Rodung der Wälder, Verschmutzung der Weltmeere, Flächenbrände, gewaltige Teppiche aus allerlei Plastikmüll, Luftverpestung – und mit diesen einhergehend Artenrückgang, Lebensraumzerstörung, Leid für das Tier. Natürlich erkennt der Mensch, wenn er über die nötige Intelligenz und den Weitblick verfügt, den aufbrausenden Aufruf nach Handlung und Tat. Und so, wie es aufrechte Männer gibt, die dieser Lebensherausforderung unserer Zeit beherzt entgegengehen, so gibt es derer viele Demagogen, die diese Lage ausnutzen wollen, um ihre eigenen Ziele, die nichts mit dem Wohl um die Natur gemein haben, zu verfolgen.

Daß Parteien, die sich den Schutz der Umwelt auf die Fahnen geschrieben haben, dies oftmals nur zum Vorwand tun – gerade auch jene große „grüne“ Partei, die ja schon längst nicht mehr für ihre „grüne“ Politik bekannt ist – und vielmehr andere gesellschaftliche Umwälzungen heraufbeschwören oder verschärfen möchten, ist freilich schon lange kein Geheimnis mehr. So stand und steht etwa jene „grüne“ Partei für sexuelle Perversion, Verführung der Jugend, Volkstod, Massensuggestion, aber in keinsterweise für echten Natur- oder Artenschutz. Wenn letzteres überhaupt noch bei diesen vorkommt, so nur als oberflächliches Lippenbekenntnis, eine rhetorische Notwendigkeit, um einen Schein zu wahren, der längst nicht mehr ist. So ist in deren Geiste natürlich jede juristische Forderung nach schärferen Kontrollen zum angeblichen Wohle des in Massenfabriken geschundenen Tieres und damit einhergehend etliche Forderungen, nach Steuererhöhungen, gesteigerten Preisen und zusätzlichen Abgaben einzig und allein – Maulheldentum.

So manifestiert sich im bürgerlich-konservativem Lager ein Widerstand gegen jene Bevormundungen seitens „grün“ gefärbter Kulturmarxisten, die sich zuletzt mithilfe eines behinderten Mädchens, welches wie eine Monstranz durch die Welt geschleift und als säkularisierte Heilige gefeiert wird, weiterer Machtmittel durch die Verbreitung eines religiös verbrämten Endzeitglaubens, welcher gemeinhin als „Klimawandel“ bezeichnet wird, bemächtigen wollen. Nun ist das Hin und Her des Klimas ein leidiges Thema, welches beim modernen Gottlosen fast schon den Rang einer religiösen Tradition einnimmt. Dies geschieht, wenn man jedwede religiöse Überzeugung für Unsinn oder gar Gefährlichkeit hält. Man fängt nicht etwa an, nichts zu glauben, sondern vielmehr alles. Manch einer mag sich noch an den „Treibhauseffekt“ erinnern, welcher von der „globalen Erwärmung“ abgelöst wurde, die man begrifflich – nachdem sie zuhauf von wissenschaftlicher Seite widerlegt worden war – nicht halten konnte und seitdem als „Klimawandel“ durch die Welt geistert. Verständlich und angebracht also, diesem Wahn und seiner Anhänger, die zuletzt gar das Fressen von Maden und Gewürm zur Rettung des ewigen Klimas gefordert haben, einen Riegel vorzuschieben.

Doch leider unterliegt die Spannung der modernen Pseudoflagellanten, die teilweise aus Überzeugung, meist jedoch aus säkularisiertem religiösem Befinden (lies: moderner Massenwahn), von politischer Seite jedoch meist aus boshafter Gesinnung handeln, und deren Gegner, die in ihrer Argumentation häufig eine bürgerlich-konservative Komponente aufweisen, die die Freiheit des Individuums und deßen Recht auf Entfaltung betont, einer kruden Fehlhaltung.

Die Frage besteht nicht darin, ob sich der Mensch selbst versklaven und kasteien soll, um ein imaginäres ewiges Klima zu retten – was soll ein Protest gegen einen „Klimawandel“, wenn nicht der Forderung Ausdruck verleihen, der Mensch solle das Klima „anhalten“ und steuern? Eine Anmaßung sondergleichen.

Ebensowenig besteht die Frage darin, ob der Mensch sich die Freiheit erhalten und verteidigen soll, nach eigenem Gutdünken tagtäglich allerlei tierischen und pflanzlichen Produkte zu sich zu führen, wie ihm beliebt.

Beide Positionen sind verfehlt, wobei erstere aus einem politisch gesteuertem Massenwahn resultiert, die letztere eine kapitalistisch und hedonistisch begründete Verteidigungsreaktion im bürgerlichen Gewand darstellt.

Die tatsächliche Frage, deren dringendster Klärung es bedarf, liegt im nicht zuletzt transzendenten Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt. Der Mensch ist geistig mit seinem Lebensraum verbunden. Dies ist den wenigsten heute noch ein Begriff. Der moderne Mensch ist entwurzelt, ist seelenloses Objekt, ein Spielball für finstere Mächte. Seine Form der Versklavung kann sich unterschiedlich manifestieren. Ob er nun als säkularisiert religiöser Anhänger eines Klimaaberglaubens oder als bürgerlicher Verteidiger grenzenloser Gebrauchsrechte des Menschen an der Natur auftritt, ist nicht von Belang. Der Mensch kann sich nicht grenzenlos an natürlichen Ressourcen bemächtigen, allein schon aufgrund deren Begrenztheit. Wenn er das Tier in Massenfabriken steckt, wird das Tier zum Produkt, es verliert die Eigenschaften eines Lebewesens.

Nun gibt es Möglichkeiten, diesem Strudel zu entgehen. Das biologisch hergestellte Produkt und die eigene Mäßigung sind dem artgerechten Menschen gute Möglichkeit, diesem Seelenverhältnis von Mensch und Natur gerecht zu werden. Freilich ist das biologische Produkt in seiner Herstellung und folglich im Endpreis teurer als das Massenfabrikat. Doch wer vom Massenfabrikat lebt, wird früher oder später selbst zu einem solchen. Nach Ludwig Feuerbach (1804-1872) sind wir, was wir essen. Wie will sich der Mann, der Seele und Geist vor der zersetzenden Moderne retten will, der nach Jean Raspail jene entscheidende Schlachten mit der Seele schlagen will, retten, wenn er seinen Körper mit der Moderne vollstopft? Ist ihm jener Grundsatz der Antike entgangen, nach dem der mens sana in corpore sano weilt? Der aufrechte Mann, jenes Relikt vergangener Tage, auserkoren, Funken zu bewahren, muß sich – darf sich! – in vielen Schlachten beweisen. Zu seiner Linken stehen die fanatischen Massen eines mädchenhaften Götzenwesens, welches jenen von dunkler Hand vorgehalten wird, mit der Absicht, die Welt in ein dystopisches Paradies zu wandeln. Zu seiner Rechten stehen die noch existenten Schichten bürgerlicher Konvention, die ihren Reichtum um jeden Preis kosten wollen. Beide sind sie zum Untergang geweiht, denn ihre Lebensumstände sind fragil, sind unnatürlich, nicht beständig. Jener dürersche Ritter zwischen ihnen hat die große Freiheit. Er kann ruhigen Gewissens um seine Seele kämpfen und dabei mit fester Hand sein Schwert gegen alle Seiten hieben.

Feder und Schwert ist die Kolumne der Netzseite der nationalrevolutionären Partei Der III. Weg. Sie erscheint in regelmäßigen Abständen.





1 Kommentar

  • Danke dem Autor.
    -Download moeglich?-

    Knut 24.11.2019
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