„Bombenterror über Deutschland“ – Monatsveranstaltung in München

Die erste Monatsveranstaltung im Jahr 2020 begann mit einem thematischen Einstieg zur Gedenkdemonstration „Ein Licht für Dresden“, die am 15. Februar durchgeführt wird. Ein Parteikamerad vom Stützpunkt Nürnberg/Fürth referierte hierzu am 18. Januar beim SP München/Oberbayern zum Thema „Bombenkrieg über Deutschland“.

Der uns von Gegnern stetig an den Kopf geworfene Vorwurf der “undifferenzierten Betrachtung”, konnte der Vortragsredner gleich zu Beginn ausräumen. Der Einstieg begann mit der Betrachtung vermeintlicher “deutscher Verbrechen” in der Luftkriegsführung. Es fielen dabei Namen wie Warschau (Polen), Rotterdam (Niederlande), London und Coventry (beide in Großbritannien). Die Angriffe der deutschen Luftwaffe auf diese Städte werden von systemtreuen bundesrepublikanischen Haus-und-Hof-Historikern stets als Rechtfertigung für den Bombenterror der Alliierten gegen das Deutsche Reich missbraucht. Auch Journalisten orientieren sich hier oft an der zeitgenössischen Propaganda, welche diese Angriffe damals weidlich ausschlachtete. Heutzutage gelten diese Propagandamärchen als weitestgehend widerlegt und gerade die Historiker der ehemaligen Feinde des Deutschen Reichs sind hier auch meist zu einer objektiven Bewertung gekommen, daß die Angriffe auf die genannten Städte anders zu bewerten sind.

Warschau – keine offene Stadt

Warschau war keine offene Stadt. Etwa 100.000 Soldaten standen dort zur Verteidigung bereit. Die Westteile der Stadt wurden von der polnischen Artillerie beschossen, nachdem deutsche Truppen dort eindrangen. Vor dem Angriff am 25. September 1939 warf die Deutsche Luftwaffe unter schwerem Flakbeschuss (Flak = Flugabwehrkanone) am 16., am 18., am 19., am 22. und am 24. September 1939 Flugblätter ab, die zur Evakuierung der Bevölkerung aufriefen. Doch die polnischen Verteidiger weigerten sich, diesem Ansinnen Folge zu leisten. Warschau wurde dann am 25.09.1939 mit 400 Maschinen, die rund 560 Tonnen Spreng- und rund 72 Tonnen Brandbomben abwarfen, angegriffen.

Das Drama von Rotterdam

Die umkämpfte Stadt Rotterdam wurde am 14. Mai 1940 von deutschen Bombern angegriffen. Der Angriff war der niederländischen Armeeführung im Rahmen der Kapitulationsaufforderungen angedroht worden. Die Verhandlungen wurden von den niederländischen Führungskräften jedoch mutwillig und sträflich verzögert und die deutschen Parlamentäre abfällig behandelt und zuerst zurückgewiesen. Ziel war es hierbei, Zeit zu schinden. Der bis dahin geplante Angriff wurde aufgrund dieser Verzögerungen ausgesetzt. Der Pulk von 100 Bombern war jedoch bereits in der Luft. Aufgrund gestörter Funkverbindung konnten nicht alle Maschinen zurückgerufen werden. So erreichten von den gestarteten Flugzeugen noch 57 das Ziel. Dabei wurden rund 97 Tonnen Bombenlast abgesetzt. Unter Militärhistorikern, die ihre Arbeit wissenschaftlich und frei von ideologischen Zwängen ausführen, besteht hierüber auch kein Zweifel, wie auch Martin Middlebrook, der Verfasser der viel beachteten Chronik des britischen Bomber Command (The Bomber Command War Diaries) zu Rotterdam „Dies war kein „Terrorangriff“, sondern ein taktischer Angriff, der falsch gelaufen war.“[i] Bei den Löscharbeiten bekam die niederländische Brandwehr im Übrigen auch tatkräftige Unterstützung von Feuerwehren aus dem Reichsgebiet. Eine weitere Tatsache, die in der Debatte zu gern verschwiegen wird.

Vergeltungsangriffe auf London

Der erste Bombenabwurf auf London am 24. August 1940 war buchstäblich ein reines Versehen. Die Piloten irrten sich im Ziel und mussten sich in einem Disziplinarverfahren der deutschen Luftwaffe für diesen Fehler verantworten. Im weiteren Verlauf der „Luftschlacht um England“ fanden ab September 1940 verstärkt Bombenangriffe auf die Londoner Docks statt. Erst im weiteren Verlauf wurde auch das Stadtgebiet selber bombardiert. Dies waren Vergeltungsschläge für die Bombardements von Hamburg und Berlin und die seit Mai 1940 stattfindenden Bombenangriffe britischer Flugzeuge auf deutsche Städte.

Angriff auf Industrieziele in Coventry

Die Stadt Coventry war das traditionelle Zentrum der englischen Motor- und Flugzeugindustrie. So waren auch die Ziele für den verheerenden Angriff am 14.11.1940 diese Produktionsanlagen. Obwohl die britische Führung über abgehörte Funkmeldungen von dem bevorstehenden Angriff wusste, konnten sich die Brände in der Stadt schnell ausbreiten. 5 % der Coventrys – unter anderem auch die Kathedrale – wurden dabei zerstört, die Opferzahlen der Zivilbevölkerung schwanken zwischen 380 bis 554 Toten. Die Zahl der zivilen Todesopfer ist tragisch, jedoch muss man hier nüchtern feststellen, daß das Angriffsziel die Zerschlagung der Flugzeugindustrie war und nicht – wie bei den britischen Terrorangriffen auf deutsche Städte – das Abbrennen der gesamten Stadt mitsamt ihren Einwohnern[ii].

Strategie des Bombenterrors

Im Weiteren erfuhren wir einiges über die Strategien der Deutschen Luftwaffe, der Royal Air Force (RAF – Großbritannien) und der United State Air Force (USAAF). Dabei wurden die eklatanten Unterschiede deutlich: Die Deutsche Luftwaffe, die über keine strategischen Bomber verfügt, operiert rein defensiv, wogegen die RAF sowie die USAAF auf alles schießt, was sich bewegt, sei es ein Kind, das mit dem Fahrrad auf einer Straße unterwegs ist, sei es ein Bauer auf dem Felde bei der Arbeit. Diese planvolle Terror-Methode geschah in beiden Ländern auf Befehl, war also nicht der Entscheidung der Flugzeugbesatzungen anheimgestellt. Lediglich in der Motivation der Alliierten zeigten sich Unterschiede: Die RAF setzte auf ein sogenanntes „Moral bombing“ – Ziel hierbei war es, daß sich durch die permanenten Angriffe die Bevölkerung gegen Hitler empört und so zu seinem Sturz beiträgt oder sie wird ausgelöscht. Die USAAF setzte anfänglich ihren Schwerpunkt auf industrielle – und Verkehrsziele. Doch bereits im Jahr 1944 änderten beide Institutionen die Taktik zum reinen Terrorbombardement.

Terror in der Nacht durch die RAF

Anfänglich flog die RAF nur Tagesangriffe. Doch dafür war ein hoher Blutzoll zu entrichten: Die Verlustraten betrugen teilweise bis zu 75 Prozent. So wurde auf die Nacht ausgewichen. Das technische Gerät musste hierzu jedoch erst noch geschaffen werden. Als nun im Februar 1942 Arthur Harris neuer Luftwaffen-Kommandeur wird, ändert sich damit auch das Vorgehen. Es wurden neue, verbesserte Techniken eingesetzt und die Kräfte wurden aufgestockt. Es wurden nunmehr kombinierte Angriffe mit unterschiedlichen Bombentypen geflogen: Sogenannte „Pfadfinder“ setzten die im Volksmund genannten „Christbäume“ – Leuchtmittel – über dem Ziel ab. Danach kam die erste Welle mit sogenannten „Blockbuster-Bomben“, die die Häuser weitgehend abdeckten und die Fenster eindrückten. Die zweite Welle warf Brandbomben, die aufgrund ihres hohen Eigengewichts in der Lage waren, bei den abgedeckten Häusern oft mehrere Stockwerke zu durchschlagen. Das Feuer fand vor allem in Altstädten reichlich Nahrung und durch die abgedeckten Dächer und eingedrückten Fenster kam auch genug Sauerstoff an die Brandherde. Sprengbomben wurden eingesetzt, um das Wasserleitungsnetz zu zerstören und Krater in den Straßen aufzureißen. Viele waren mit Zeitzündern versehen und sollten erst nach einigen Stunden oder auch Tagen explodieren. Ziel war hierbei vor allem die Feuerwehr und die Rettungstrupps.

Luftschutzmaßnahmen im Deutschen Reich

Trotz eines umsichtigen Luftschutzprogramms litt die Zivilbevölkerung schrecklich unter den Angriffen. Festzustellen bleibt, dass die NS-Regierung das „gewaltigste Bauprogramm zum Schutz von Zivilisten“ (vgl. US-Bombin-Survey) bereits vor dem Kriege begonnen hatte. Ohne diese Schutzmaßnahmen wären die Opferzahlen unter der deutschen Bevölkerung noch größer gewesen.

Die Todesursachen bei einem Bombenangriff waren vielfältig. So bot der zum Luftschutzbunker umgebaute Keller nur in den ersten Phasen des Angriffs Sicherheit. Mit der Zeit sickerten hier giftige Rauchgase ein und der Sauerstoff wurde durch die gewaltigen Brandherde abgezogen. Ebenso konnte sich der Keller, wie die über der Erde liegenden Luftschutzbunker durch die hohen Umgebungstemperaturen erhitzen. Dadurch trat etwas ein, was als „Backofen-Effekt“ beschrieben wurde. Die Menschen in den Kellern und Bunkern wurden durch die enorme Hitzeeinwirkung, die über die Wände nach innen abstrahlte, regelrecht gebacken.

Terror am Tag durch die USAAF

Die USAAF beginnt bereits ab Mitte 1942 mit der Bombardierung – auf besetzte Gebiete in Frankreich! Waren bis 1944 vorrangig Industrieanlagen und Verkehrsziele das Ziel der Angriffe, schwenkte sie ganz auf die Linie der RAF um und flog auch Terrorbombardements. Besonders die sogenannte „Verkehrsoffensive“, bei dem Verkehrsmittel aller Art zum Ziel erklärt wurden, machte die Zivilbevölkerung zum Ziel. Jeder Bahnhof – die klassischerweise im Zentrum der Städte lagen – war somit ein „legitimes“ Ziel. Neben einem militärischen Kettenfahrzeug wurde auch das Fahrrad als Verkehrsmittel angesehen, das es zu zerstören galt. Auf deutschen Straßen und Wegen sollte sich nichts mehr bewegen und Piloten der amerikanischen Jagdflugzeuge wurden angewiesen auf alles und jeden zu schießen. Von den Auswirkungen dieses Befehls können noch heute zahlreiche Zeitzeugen berichten, die als Kinder von Tieffliegern regelrecht gejagt wurden und nur mit Glück den feigen Beschuss aus der Luft überlebten.

Was hatte die deutsche Luftverteidigung dem entgegenzusetzen?

Da die Deutsche Luftwaffe nicht für einen Krieg größeren Ausmaßes gerüstet war – sie verfügte, wie bereits dargelegt, nicht über strategische Bomber, war die Luftabwehr überwiegend auf Jagdflugzeuge angewiesen. Doch mit zunehmender Dauer des Krieges traten immer mehr Schwierigkeiten zutage: technische Probleme, Ersatzteilmangel, Spritmangel – um nur einige zu nennen. Es galt auch, mit den technischen Weiterentwicklungen der Alliierten Schritt zu halten. So manches Hemmnis ist auch dem deutschen Wesen geschuldet: Es gab zum Teil zu lange Erprobungsphasen (deutscher Perfektionismus), was den Einsatz von verbesserter Technik eben nicht ermöglichte. Ein wesentlicher Faktor ist auch das Konkurrenzdenken der Industrie. Keiner gönnte dem anderen einen größeren Auftrag. Obendrein herrschte ein akuter Mangel an geeigneten Jagdflugzeugen. Auch eine unerklärbare Scheu vor neuen Taktiken lähmte die Luftverteidigung. Eine schwerwiegende Entscheidung im Jahr 1942 brachte zusätzlich Probleme mit sich. Es wurde zunächst untersagt, weiter an der Entwicklung der Zentimeter-Funkmesstechnik zu arbeiten, da man die bereits entwickelten Geräte für ausreichend erachtete. Als diese erfolgreich von den Alliierten gestört wurden, gelang es erst unter größten Anstrengungen und viel Zeitverlust den Rückstand wiederaufzuarbeiten.

Dennoch gelang es gerade der Nachtjagd immer wieder, dem Bomber Command schwere Verluste zuzufügen, sodaß diese ihre Terrorangriffe gegen die deutsche Zivilbevölkerung für Wochen aussetzen musste. Einer der verlustreichsten Angriffe fand am 30. März 1944 statt. Von 782 Maschinen, die die Altstadt von Nürnberg niederbrennen sollten, erreichten lediglich 674 wieder ihren Heimathafen. 108 Bomber wurden Opfer der Luftabwehr. Nürnberg wurde kaum von Bomben getroffen.

Der Einsatzwille der Männer in der Luft und am Boden war angesichts der schrecklichen Auswirkungen der alliierten Angriffe bis zum Schluss ungebrochen. Noch in den ersten vier Monaten des Jahres 1945 (im Mai 1945 wurden keine Nachtjagdeinsätze mehr geflogen) verlor die RAF 568 schwere Bomber.

Fazit des Bombenterrors

Als Fazit des Vortrages ist zu ziehen, daß die Terrorangriffe, auf die die Alliierten  ihre Hoffnung auf einen Zusammenbruch der Moral und der Kampfkraft gesetzt haben, ohne Erfolg blieb. Erreicht wurde das Gegenteil: Damit wurde das Volk nur noch enger zusammengeschweißt. Historiker bezeichnen angesichts der regen Tätigkeit der NS-Wohlfahrtorganisationen deren Auswirkungen auf die deutsche Bevölkerung als „Zweite Machtergreifung“. Eine Revolution im Deutschen Reich konnte Arthur Harris nicht herbeibomben. Ganz im Gegenteil. Der blanke Terror der alliierten Luftmörder rief beim deutschen Volk das berechtigte Gefühl hervor, gemeinsam gegen einen grausamen Feind kämpfen zu müssen.

Der Blutzoll, den gerade die RAF zahlte, lag mit 55.500 Toten über dem der Marine und des Heeres. Ob der Bombenterror den Krieg verkürzt hat – ein heute gerade von bundesdeutschen Historikern und Quacksalbern aus diversen Redaktionsstuben gebetsmühlenartig hervorgebrachtes Argument – darf angesichts des massiven Kraftaufwandes bezweifelt werden. Die Energien, die in den – letztendlich sinnlosen – Bombenterror gesteckt wurden, brachten keine Entscheidung. Weder wurde die Moral der Zivilbevölkerung verstört – eher das Gegenteil war der Fall – noch wurde die Industriekapazität nachhaltig getroffen. Ende 1944 erreichten die Produktionsziffern von Kriegsmaterial den höchsten Wert des gesamten Krieges. Lediglich die Angriffe auf Ziele der Treibstoffindustrie und –versorgung hatte Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit der deutschen Streitkräfte. Ansonsten war es die schiere Übermacht der Alliierten, welche die Entscheidung brachte, eine Übermacht, die ohne die verlustreichen Terrorangriffe schneller hätte zur Geltung kommen können. Die Einschätzung, daß der Bombenkrieg „ein notwendiges Verbrechen“[iii] war, wie es jüngst der Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten in einem Kommentar schreibt, lässt sich somit klar widerlegen. Es ist nicht mehr als ein weiterer unqualifizierter und kriecherischer Akt der in den bundesdeutschen Redaktionsstuben praktizierten Selbstgeißelung.

Erinnern ist Pflicht

Unsere Aufgabe ist es, der Verleumdung und der Verdrehung der Tatsachen entgegenzutreten. Verbündete haben wir auf unserer Seite: Die Wissenschaft und die Wahrheit. Mit unseren jährlichen Demonstrationen unter dem Motto „Ein Licht für Dresden“ greifen wir das Thema auf und bringen es in das Bewusstsein der Gegenwart. Die Verbrechen der Siegermächte müssen in seiner Gesamtheit behandelt werden. Der Vortrag endete mit dem Versprechen an unsere Ahnen: Wir vergessen nicht! Dafür stehen wir:

Für’s Vaterland? Bereit!
Für’s Volk? Bereit!
Für die Heimat? Bereit!

_________

[i] Ebenso in Martin Middlebrook in „Die Nacht in der die Bomber starben“, S. 15

[ii] Vgl. auch Peter Hinchliffe in „Luftkrieg bei Nacht 1939 – 1945“, S. 45

[iii] https://www.nordbayern.de/politik/der-bombenkrieg-ein-verbrechen-das-wirkung-zeigte-1.9666323





×

Schneller und einfacher Kontakt über WhatsApp - Einfach auf den unteren Button klicken!

 

Kontakt über Threema unter der ID:
ZYSHY9EH

×
Jetzt beim Rundbrief vom III. Weg anmelden

Hast Du Dich schon eingetragen?

✔️Anonym ✔️Kostenlos ✔️Exklusiv