Moscheebau in München-Sendling trifft auf Widerstand

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Moschee - IslamDie bosnische islamische Gemeinde „Hidaje“ plant den Bau einer Moschee in München-Sendling. Eine Anwohner-Unterschriftenaktion hat bereits über 220 Unterschriften gegen das Projekt zusammengetragen. In München bestehen bereits 43 Moscheen. Schon 2014 lebten etwa 100 000 Muslime in der bayerischen Landeshauptstadt. 2010 scheiterte in Sendling bereits der Plan eines türkischen Vereins zum Bau einer Moschee mit Minarett an mangelnden finanziellen Mitteln. Die Partei „Der III. Weg“ spricht sich für die Religionsbekenntnisfreiheit aus, lehnt jedoch derlei Bauten ab. Deshalb lehnt die nationalrevolutionäre Bewegung die öffentliche Zurschaustellung fremdländischer Religionen in Form von Herrschaftssymbolen ab.

Hidaje – Ein muslimischer Ausländerverein unter vielen

Die Stadt München ist ein multikultureller Schmelztiegel geworden. Laut einer Statistik des städtischen statistischen Amtes lebten zum 31.12.2017 421.832 Ausländer in der Großstadt. Das entspricht einem Ausländeranteil von 28 Prozent. Wenn man jedoch den Migrationshintergrund der Wohnbevölkerung berücksichtigt, kommt man auf 43 Prozent der Münchner, deren Wurzeln nicht in Deutschland liegen. Wenn der Ausländerzustrom weiter anhält, ist also davon auszugehen, dass es bald mehr „Menschen mit Migrationshintergrund“ als „Biodeutsche“ in der süddeutschen Großstadt gibt. Unter den vielfältigen Nationalitäten befinden sich auch etwa 20.000 Bosnier. Viele von ihnen sind muslimischen Glaubens.

Ein Schwerpunkt des Vereins Hidaje ist der Islamunterricht. Weiterhin möchte man „islamische Werte“ fördern und das „bosnische Kulturerbe“ erhalten. Bislang ist der Verein in München-Moosach ansässig. Auch in Bosnien leben viele radikale Islamisten. Etwa 240 Bosnier hatten sich Daesh (Islamischer Staat) angeschlossen. Viele Kämpfer sind in den Balkanstaat zurückgekehrt und betrachten das Land als Brückenkopf auf europäischem Boden. In manchen Dörfern im bosnischen Hinterland sind die Symbole der Terrororganisation an den Häuserwänden zu finden. Im vergangenen Jahr wurde in Sachsen-Anhalt ein 39-jähriger Bosnier verhaftet, der die Attentäter von Paris unterstützt hatte.

Bürgerprotest in München-Sendling gegen den Moscheebau

Schon einmal wehrten sich viele Sendlinger gegen den Bau eines islamischen Gotteshauses in ihrem Viertel. Über viele Jahre hinweg plante der türkische Verein Ditib die Errichtung einer Moschee mit Minaretten am Gotzinger Platz. Das symbolträchtige Projekt sollte direkt gegenüber einer Kirche verwirklicht werden. Eine Mehrheit im Stadtrat segnete das Projekt unter Führung des damaligen sozialdemokratischen Oberbürgermeisters Ude ab, doch letztlich scheiterte es an der Finanzierung. Die Kölner Zentrale des türkischen Vereins wollte die benötigten 15 Millionen Euro nicht herausrücken, sodass diese Moschee den Anwohnern erspart blieb.

Das neue Islamzentrum im Westpark soll unweit des Audi Domes errichtet werden. Hier sollen bis zu 90 Muslime unter einer geschlossenen Kuppel ihre Gebete abhalten können. Weiterhin soll es ein Büro, einen Vereinsraum und Seminarräume geben. Unter den Anwohnern regt sich Protest. Ein Kritikpunkt ist dabei auch die Parksituation, denn vorgesehen sind lediglich drei Stellplätze. Bereits jetzt ist die Parksituation durch die angrenzende Pflegeakademie angespannt. Der Moscheebau wurde im Münchener Stadtrat bereits mit großer Mehrheit beschlossen. Einmal mehr dürfte die Stimme des Volkes also ungehört verhallen.