Rassenunruhen in den USA: Chicago geplündert

Seit dem Aufkommen der „Black Lives Matter“-Bewegung haben sich die Rassenunruhen in den USA immer weiter ausgebreitet. Nach Seattle und Portland ist nun auch Chicago zum Schauplatz schwerer Ausschreitungen geworden. Ein 20-jähriger Schwarzer war nach einer Schießerei mit der Polizei schwer verletzt gefangen genommen worden. Die Festnahme nahmen „Black Lives Matter“-Anhänger zum Anlass, um zahlreiche Geschäfte zu plündern. Die Polizei griff nur zögerlich ein und wurde mehrfach angegriffen. Die lokale „Black-Lives-Matter“-Sprecherin Ariel Atkins bezeichnete die Plünderungen als gerechtfertigt. Die Hemmschwelle für Plünderungen fällt offenbar auch deshalb, weil die amerikanische Justiz immer milder urteilt. Ein aktuelles Beispiel ist die schwarze Staatsanwältin Kim Foxx, die zahlreiche Anklagen fallen gelassen hat.

 

Ein Bild der Verwüstung: Chicago im Chaos

Chicago ist die drittgrößte Stadt der USA, knapp 8,7 Millionen Menschen wohnen hier. 36,77 Prozent der Bevölkerung sind Afroamerikaner, 28,9 Prozent Hispanics. Chicago gilt als einer der Kriminalitätsschwerpunkte des Landes. Alle zwei Stunden wird hier jemand angeschossen, alle elfeinhalb Stunden jemand erschossen. Allein am Wochenende vom achten auf den neunten August wurden vier Menschen getötet und mindestens 36 weitere verletzt. Ein Wochenende zuvor wurden neun Personen ermordet und 25 verletzt. Zuletzt stieg die Zahl der Morde stark an, im Juli wurden 105 Mordfälle registriert, mehr als doppelt so viele wie im Vergleichsmonat des Vorjahres. Polizeibeamte haben daher seit langem ein hartes Leben in der Stadt am Michigansee.

 

 

Nun hat die Polizei offenbar zumindest zeitweise die Kontrolle über die Stadt verloren. Am Sonntagnachmittag, den 09. August, kam es zu einer Schießerei im Stadtteil Englewood. Ein 20-jähriger Schwarzer war dort geflüchtet und hatte das Feuer auf die verfolgenden Polizisten eröffnet. Nur mit Waffengewalt konnte der Mann gestoppt werden. Nun erwartet ihn eine Anzeige wegen versuchten Mordes an Polizisten. In Windeseile verbreitete sich über die sozialen Netzwerke die Nachricht von der Inhaftierung des Schwarzen. Noch in der Nacht versammelten sich hunderte, mehrheitlich schwarze Personen in der Innenstadt. Es kam zu wahllosen Plünderungen in verschiedenen Läden, so wurde ein Apple-Store, Luxuswarengeschäfte wie Maceys oder Gucci überfallen, aber auch ein Tesla-Geschäft wurde angegriffen. Die Plünderer stürmten die Geschäfte und verließen sie mit gefüllten Einkaufstaschen. Erst nach Stunden gelang es der Polizei, die Lage in den Griff zu kriegen. Mehrere hundert Personen wurden verhaftet. Die Schäden der Randale werden auf 60 Millionen Dollar geschätzt. 13 Polizisten wurden verletzt. Einem Polizisten war eine Flasche ins Gesicht geschleudert worden.

Die lokale Sprecherin der Black-Lives-Matter-Bewegung, Ariel Atkins, hat die Plünderungen unterdessen als „gerechtfertigt“ verteidigt. „Das sind Reparationen“, sagte sie dem Sender „NBC Chicago“ zufolge auf einer Solidaritätskundgebung für die inhaftierten Plünderer. Weiter soll sie gesagt haben: „Alles, was sie mitnehmen wollten, können sie auch mitnehmen, denn diese Unternehmen sind versichert.“ Außerdem sei es ihr egal, ob jemand beschließe „einen Gucci- oder einen Macy’s- oder einen Nike-Laden zu plündern“. So sei sichergestellt, „dass diese Person etwas zu Essen habe“. „Das stellt sicher, dass diese Person Kleidung hat.“ Es gebe keine schlechten Demonstranten. Weiterhin wiederholte Atkins die bekannte Forderung nach einer Einstellung der Finanzierung der Polizei. „Die Polizei sollte nicht hier sein. Es sollte sie nicht geben, vor allem, weil wir ihnen all dieses Geld geben, damit sie uns schlagen und terrorisieren können.“

 

Kuscheljustiz begünstigt Kriminelle

Neben der ohnehin hohen Verbrechensrate dürfte auch die lasche Vorgehensweise der Justiz die Ausschreitungen in Chicago begünstigt haben. Schon im Mai war es zu einer Welle von Plünderungen in Chicago gekommen. Viele Geschäftsleute vermuten, dass die mangelnde Ahndung der Plünderungen vom Mai die Täter ermutigt habe. Chicagos demokratische Bürgermeisterin Lori Lightfood und die Vorsitzende der Staatsanwaltschaft von Illinois, Kim Foxx, wiesen die Vorwürfe zurück. Über die Handyvideos könnten die Täter identifiziert werden. Die Fälle würden vor Gericht gebracht werden.

Doch der Verdacht der Geschäftsleute ist nicht unbegründet. Die schwarze Staatsanwältin Kim Foxx ist bekannt für ihre Großzügigkeit gegenüber Straftätern. Unter ihrer Ägide ist die Zahl der verfolgten Fälle im Vergleich zu ihrer Vorgängerin Anita Alvarez stark zurückgegangen. So hat sie ihr Büro angewiesen, Fälle von Ladendiebstählen mit einem Schaden unter 1000 Dollar nicht als Straftaten zu verfolgen. Mehr als 25 000 Fälle wurden in den bisherigen drei Jahren ihrer Amtsperiode nicht verfolgt. Darunter sollen sich sogar Mordfälle, Schießereien und Vergewaltigungen befunden haben.

 

 

Ein Skandal war hierunter der Fall Jessie Smollett. Der Schauspieler behauptete 2019, von zwei maskierten Männern überfallen und rassistisch und homophob beleidigt worden zu sein. Die Täter hätten sich als Anhänger von Präsident Donald Trump ausgegeben. Zuvor hätte er einen Drohbrief erhalten. Zahlreiche Politiker und Prominente solidarisierten sich mit Smollett und Foxx nahm Kontakt zur Familie des Schwarzen auf. Doch nach zwei Wochen wendete sich das Blatt: Nach Befragungen von Bekannten Smolletts stellte sich heraus, dass der Vorfall inszeniert war. Für solche Falschaussagen drohen in den USA Haftstrafen von bis zu drei Jahren. Doch der Fall wurde für Beobachter überraschend fallengelassen gegen einige Sozialstunden und 10 000 Dollar Kaution.

So dürften auch die neuerlichen Plünderungen für viele Täter glimpflich ausgehen. Die Saat für neue Gewaltnächte ist gesät. Amerika blickt immer tiefer in den Abgrund.





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