Gier statt Gerechtigkeit – Namibia und die Lüge vom Völkermord an den Herero

Der Reiter von Südwest – Symbol der deutschen Schutztruppe

Wer Erpresser einmal bezahlt, wird sie für gewöhnlich nie wieder los. Nach dem Ersten Weltkrieg mußten die Deutschen für ihre Niederlage teuer bezahlen. Damals allerdings nicht freiwillig, sondern mit brutalem Zwang seitens der Siegermächte durchgesetzt. Kein Deutscher wäre nach 1918 auf die Idee gekommen, die Lüge von einer besonderen deutschen Schuld zu verinnerlichen und die Hand, die einen schlug, auch noch zu küssen. Die Wenigen, die es dennoch taten, handelten mit dem Kalkül, auf dem Rücken des Volkes egoistische Ziele zu verwirklichen. In der Politik zählen bekanntlich Interessen, und wenn von Moral die Rede ist, dient dies für gewöhnlich der Verschleierung.

 

Das Land des Schuld-Kults

Nach der Niederlage von 1945 haben sich die Dinge gewandelt. Ganz im Sinne des Stufenplans der Umerziehung haben die Deutschen begonnen, die Narrative der Sieger zu übernehmen und zu verinnerlichen – und begeben sich dadurch in die nie endende Rolle des Erpressungsopfers, denn der moralischen Anklage folgt stets die finanzielle Forderung. Paradoxerweise mehren sich die Stimmen derer, die frech „Wiedergutmachung“ fordern, umso mehr, je länger die zugrundeliegenden geschichtlichen Ereignisse zurück liegen und stoßen dennoch im Land des Schuld-Kults auf offene Ohren.

Wenn die Möglichkeit besteht, auf derart einfache Weise den Wohlstand der Deutschen abschöpfen zu können, gibt es kein Halten mehr – 1933-1945 geht immer und selbst bei 1914-1918 ist nicht Schluß. Angebliche deutsche Schuld verjährt nicht und so haben seit einiger Zeit auch die ehemaligen deutschen Kolonien ihre Chance gewittert, das schnelle Geld zu machen. Voran marschiert Namibia, das ehemalige Deutsch-Südwestafrika. Angesichts der etwa 40.000 deutschen Siedler, die dort noch leben, hat man in Windhuk sogar ein gewisses Druckmittel, um den Forderungen nach Entschädigung für angebliche Kolonialverbrechen Nachdruck zu verleihen. Seit 2015 verhandeln die beiden Länder über ein Entschädigungsangebot. Deutschland bietet zwar eine “bedingungslose Entschuldigung” an, aber finanzielle Entschädigung bislang nur in Höhe von 10.000.000 Euro. Für die namibische Regierung ein inakzeptables Angebot. Die Stämme der Herero und Nama hätten gerne Reparationen in Milliardenhöhe für die Folgen ihres Aufstands von 1904.

 

Denkmal für die deutsche Marineinfantrie in Swakopmund

 

 

Traumland Südwest

Namibia, das „Traumland Südwest“, ist für viele Deutsche bis heute mit der Erinnerung an alte Größe verbunden, obwohl die deutsche Kolonialgeschichte kurz und im Ergebnis ein reines Verlustgeschäft war. Bismarck höchstselbst stemmte sich zunächst gegen den Erwerb von kolonialem Besitz, außenpolitische Verwicklungen befürchtend und zudem nüchtern Kosten und Nutzen abwägend. Tatsächlich warf nur das kleine Land Togo im Ergebnis Gewinn ab, während in alle übrigen deutschen Kolonien enorme Summen investiert werden mußten, die niemals zurückflossen. Dies gilt auch, trotz des kurzzeitigen Diamantenrausches in der Gegend um Lüderitz, für Deutsch-Südwestafrika, das 1885 zum Schutzgebiet erklärt wurde und bereits 1915 im Rahmen des Ersten Weltkriegs von den Truppen der Südafrikanischen Union erobert wurde.

Die Konzeption als Siedlungskolonie machten „Südwest“ zu einem Sonderfall, der bis heute nachhallt, während die übrigen Kolonien fast vollständig aus dem deutschen Bewußtsein verschwunden sind. Einzig die erfolgreiche Kriegsführung der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika im Ersten Weltkrieg unter ihrem Kommandeur Paul von Lettow-Vorbeck, die bis Kriegsende unbesiegt blieb, ist zumindest militärgeschichtlich Interessierten geläufig.

 

Der Herero-Aufstand von 1904 und die Legende vom Völkermord

Neben den zahlreichen bis heute deutlich sichtbaren deutschen Spuren in Südwest ist es vor allem der Herero-Aufstand von 1904-1908, der immer wieder die Gemüter erhitzt. Für die Linken ist es der willkommene Anlaß, dem eigenen Volk Rassismus und Völkermord schon für die Zeit vor 1933 zu attestieren, für Andere handelt es sich lediglich um das legitime Niederwerfen des mörderischen Aufstands einer Minderheit der damaligen indigenen Bewohner des Schutzgebiets.

Der Aufstand begann im Januar 1904 mit dem überraschenden Angriff der Ovaherero auf deutsche Einrichtungen und Farmen. Innerhalb weniger Tage wurden 123 Farmer, Handwerker und Kaufleute grausam ermordet, dazu fünf Frauen – acht weitere Frauen wurden mißhandelt und schwer verwundet. Abgesehen von den Herero, die heute etwa 8% der Einwohner Namibias stellen, und den Nama (Hottentotten) nahm nur ein Ovambo-Stamm an dem Aufstand teil und wagte mit rund 500 gut bewaffneten Kriegern am 28. Januar 1904 den Angriff auf das deutsche Fort Namutoni, das nur von einer Notbesatzung von sieben Mann verteidigt wurde. Nachdem sich die eingeschlossenen Deutschen ohne Verluste verteidigt hatten und rund 60 Angreifer tot waren, zogen sich die Ovambo zurück.

 

Fort Namutoni – von nur 7 deutschen Soldaten gegen 500 Angreifer erfolgreich verteidigt

 

Die zunächst zahlenmäßig unterlegene deutsche Schutztruppe mußte aus dem Reich durch etwa 700 Marineinfanteristen und einer Freiwilligentruppe unter dem Befehl von Generalleutnant Lothar von Trotha verstärkt werden. Nach Landung der deutschen Truppen hatte sich die Masse der Herero langsam zum Waterberg zurückgezogen. Dort hatten sie auf einer Breite von ca. 40 km neue Stellungen eingerichtet. Bewaffnet waren sie überwiegend mit geschmuggelten modernen englischen Gewehren, zahlenmäßig der meist unerfahrenen deutschen Truppe um ein Vielfaches überlegen.

Am 11. August 1904 erfolgte der deutsche Angriff in mehreren räumlich isolierten Abteilungen, die sich teilweise auch noch verlaufen hatten. In der Folge entwickelten sich mörderische Einzelgefechte im dichten Dornbusch. Der Zorn der deutschen Soldaten wurde auch dadurch angefacht, daß die Herero Gefangene zu Tode folterten und die Leichen zur Schau stellten.

 

Der Waterberg – Schauplatz der Entscheidungsschlacht während des Herero-Aufstands

 

 

Ein Vernichtungsbefehl, der keiner war

Obwohl der Kampf bis zum Abend unentschieden blieb, wandten sich die Herero am Abend zur Flucht durch die Omaheke-Trockensavanne. Ihre Kapitäne hatten noch einen Trumpf im Ärmel, von dem die Deutschen nichts ahnten – die britische Zusage eines Asyls im britischen Betschuanaland (heute Botswana), falls der Aufstand fehlschlagen sollte. Aufgrund der mitgeführten Rinder- und Ziegenherden, Kindern und Verwundeten kamen viele von ihnen auf dem Marsch durch die Wüste ums Leben.

 

Der deutsche Soldatenfriedhof am Fuß des Waterbergs

 

An eine ernsthafte Verfolgung durch die abgekämpfte und durch Krankheiten (Typhus) geschwächten deutsche Truppen war nicht zu denken. In dieser Situation erließ General von Trotha den fälschlicherweise “Vernichtungsbefehl” genannten drohenden Aufruf an die Herero.

„Ich, der große General der Deutschen Soldaten sende diesen Brief an das Volk der Herero. Die Hereros sind nicht mehr deutsche Untertanen. Sie haben gemordet und gestohlen, haben verwundeten Soldaten Ohren und Nasen und andere Körperteile abgeschnitten und wollen jetzt aus Feigheit nicht mehr kämpfen. Ich sage dem Volk: Jeder, der einen der Kapitäne an eine meiner Stationen als Gefangenen abliefert, erhält 1000 Mark, wer Samuel Maharero (Anm.: Der Anführer der Herero) bringt, erhält 5000 Mark. Das Volk der Herero muss jedoch das Land verlassen. Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem Groot Rohr dazu zwingen. Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volk zurück, oder lasse auf sie schießen. Das sind meine Worte an das Volk der Herero.

Der große General des mächtigen Deutschen Kaisers“

 

Ergänzt wurde die Proklamation durch den nur der eigenen Truppe zu verlesenden Zusatz:

„Dieser Erlass ist bei den Appells den Truppen mitzuteilen mit dem Hinzufügen, dass auch der Truppe, die einen der Kapitäne fängt, die entsprechende Belohnung zuteil wird und dass Schießen auf Weiber und Kinder so zu verstehen ist, dass über sie hinweggeschossen wird, um sie zum Laufen zu zwingen. Ich nehme mit Bestimmtheit an, dass dieser Erlass dazu führen wird, keine männlichen Gefangenen zu machen, aber nicht zu Grausamkeit gegen Weiber und Kinder ausartet. Diese werden schon fortlaufen, wenn zweimal über sie hinweggeschossen wird. Die Truppe wird sich des guten Rufes des Deutschen Soldaten bewusst bleiben.“

 

Von Trothas Befehl war in der Substanz nichts anderes, als ein Akt psychologischer Kriegsführung zur Einschüchterung der entkommenen Herero – mit den wenigen noch verbliebenen einsatzfähigen Kräften wäre es völlig unmöglich gewesen, eine mehrere hundert Kilometer lange Grenze abzuriegeln und die geflohenen Herero an einer Rückkehr zu hindern.

 

Gedenkstein am Fuß des Waterbergs

 

Im Oktober 1904 erhoben sich die Nama (Hottentotten) und ermordeten alle Weißen in ihrem Gebiet. Wieder mußte General von Trotha eingreifen. In zähen Kämpfen wurde der Aufstand niedergeschlagen. Die Kämpfe dauerten letztlich bis zum Oktober 1906. Dabei wurde der einzige Sohn des Generals, Oberleutnat von Trotha, der mit einem Friedensangebot seines Vaters zu den Nama gesandt worden war, von einem Unterkapitän der Aufständischen hinterrücks erschossen. Am 19. November 1905 trat General von Trotha die Heimreise von Lüderitz nach Deutschland an. Sein einziger Sohn war ermordet worden, bald darauf war auch seine Frau verstorben. Er schied mit den Worten: “Ich habe in diesem Lande alles verloren, was mir im Leben lieb war!”

 

Opferzahlen unbekannt

Während die deutschen Opfer des Aufstands mit 1518 Toten und 907 Verwundeten genau bekannt sind, können die Opfer unter den Hereros und Nama nur grob geschätzt werden. Belastbare Zahlen, z.B. durch eine Volkszählung, existieren nicht. Der deutsche Missionar Irle schätzte 1875 die Zahl der Hereros auf ca. 70.000. Eine etwas genauere Schätzung des Regierungskommissars und späteren Vorsitzenden des Entschädigungskomitees Paul Rohrbach aus dem Jahre 1904 ergab etwa 40.000 vor dem Aufstand, während der Missionar Bernsmann nach einigen Reisen durch das Land die Zahl auf etwa 35.000 veranschlagte. Die Zahl der bewaffneten Gegner wurde von der deutschen militärischen Aufklärung auf etwa 6.000 angesetzt, das Gros davon am Waterberg. Wie viele Zivilisten am Waterberg versammelt waren und nach der Schlacht die Flucht in die Wüste antraten, lässt sich nur erahnen. Es flohen jedenfalls nicht alle.

Am 1. Mai 1906 befanden sich unter Aufsicht deutscher Behörden ca. 15.000 gefangene Hereros. Ungefähr 1.300 Flüchtlinge waren in Britisch-Betschuanaland registriert worden. Mehrere Tausend, die nach der “Schlacht” am Waterberg überall im Lande ”untergetaucht” waren, tauchten in den folgenden Monaten halbverhungert als freiwillige Arbeiter bei der Otavibahn oder in den Listen der Farmarbeiter wieder auf. Das deckt sich in etwa mit einer 1911 von der Verwaltung ermittelten Zahl von 19.900 Hereros. Die Verluste durch den Aufstand – Schwerpunkt Waterberg – bewegen sich folglich nach realistischen Schätzungen des „Hilfskomitees südliches Afrika“ in der Größenordnung von 6.000 bis maximal 8.000 Herero.

 

Gier statt Gerechtigkeit

Ein brutaler Partisanenkrieg, wie es vorher und nachher viele gegeben hat, mag auch im damaligen Deutsch-Südwestafrika stattgefunden haben, ein Völkermord jedoch nicht. Die Konstruktion deutscher Kolonialverbrechen dient der Zementierung weißer Schuld im Allgemeinen und deutscher im Besonderen und muss entschieden zurückgewiesen werden. Gier und moralische Erpressung sind keine Gerechtigkeit.

 

Gräber auf dem deutschen Soldatenfriedhof am Waterberg




  • Das ist die alliierte Siegergeschichtsfälschung und Hetze gegen unser Volk schon seit über 100 Jahren. Die Systempresse und Erziehungsanstalten hämmern uns diese Lügen immer wieder ein. Die Belgier hackten regelmäßig und in großer Zahl im Kongo den Menschen die Hände ab, die Engländer schlachteten weltweit Völker nieder und unterjochten diese. Selbst vor artverwandten Brüdervölkerern machte der kapitalistsiche Geld- und Blutdurst nicht halt: sie liesen über Generationen Iren verhungern und erfanden in Südafrika Vernichtungslager zur Auslöschung der Buren. Und Frankreich schlachtete selbst noch in den 1960er Jahren im Algerischen Freiheitskampf die unbeteiltigte Zivilbevölkerung ab; da brauchen sie sich nicht über die nach Haager Landkriegsrecht zulässige Bandenbekämpfung während der Befreiung durch uns im Zweiten Weltkrieg zu beschweren.

    Aber unsere Urgroßvätergeneration im 1. Weltkrieg soll ja auch Babies gegessen haben. Bald wird der alliierte Bombenholocaust nur eine Erfindung unserer Propaganda gewesen sein, oder zumindest eine sog. “False-Flag”-Aktion um die Leute gegen die alliierten Aggressoren aufzustacheln. Die geisteskranke Kreatität der Presseschmierer ist unendlich…

    Steffi94 14.10.2020
  • Ein hoch interessanter Artikel, vielen Dank dafür. Auch mir wurde im Geschichtsunterricht vom Völkermord an den Herero erzählt, bis heute kannte ich die wahren Hintergründe nicht.

    Jörg 14.10.2020
  • Wie immer eine widerwärtige Verdrehung der Tatsachen. Damals wie heute profitierte die einheimische Bevölkerung von den Investitionen in den ehemaligen deutschen Kolonien ( Eisenbahn, Krankenstationen, Post, Telegraphie, Straßen und Brückenbau ) und waren/sind de facto “stolz”, in einer ehemaligen deutschen Kolonie zu wohnen. Ganz im Gegenteil in den ehemaligen Kolonien der Belgier und Engländer – weit und breit nur verbrannte Erde und Ausbeutung pur. Und ja, dass was Tino geschrieben hat, entspricht der Tatsache – die Engländer haben die Wasserlöcher vergiften lassen oder selbst vergiftet – schlimmer geht es eigentlich nicht mehr.
    Aber das passt ja nicht ins aktuelle Weltbild…

    Preusse 14.10.2020
  • Hier wäre – wenn überhaupt – wohl eher Südafrika in der Pflicht, das diesen Landstrich (unter ständiger Kolonialkriegführung) sehr viel länger regiert hat. Aber das ist wohl nicht so vielk zu holen.

    RW 13.10.2020
  • Hinzuzufügen ist, dass die Aufstände von England in Auftrag gegeben wurden. Man wollte eigentlich die deutschen Truppen in die Wüste treiben um sie dem Hunger- und Dursttot auszusetzen. Zu diesem Zweck vergiftete man alle Wasserstellen die man fand. Der Schuss ging bekanntlich nach hinten los. Wird bloß nicht erwähnt!

    Tino Herrmann 13.10.2020

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