
Polnisches Abtreibungsrecht verschärft
Polen hat mit 1,39 Kindern pro Frau eine der niedrigsten Geburtenraten Europas. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Geburtenrate bei 1,57 Kindern pro Frau. Zudem hat das Land mit anhaltender Abwanderung ins westliche Ausland zu kämpfen. Wohl auch deshalb, vorrangig jedoch aufgrund des starken Katholizismus in dem Land, hat Polen eine der schärfsten Abtreibungsrechte Europas. Während in Deutschland Jahr für Jahr eine Großstadt, etwa 100 000 Kinder, abgetrieben wird, gab es in Polen im vergangenen Jahr nur 1110 Abtreibungen. Dabei war die Abtreibung bislang gestattet, wenn die Schwangerschaft das Leben oder die Gesundheit der Mutter gefährdet, das Ergebnis einer Vergewaltigung ist oder wenn das Ungeborene schwere Fehlbildungen aufweist.
Diese letzte Option war die häufigste Ursache für die Abtreibung in polnischen Kliniken. In 1074 Fällen lagen schwere Missbildungen vor. Nun hat das polnische Verfassungsgericht entschieden, dass auch schwere Missbildungen des Säuglings kein Grund zur Legalisierung einer Abtreibung sind. Hier spiegelt sich der orthodox-katholische Lebensrechtsansatz wider. Dies haben linke Kräfte zum Anlass genommen, um insbesondere die katholische Kirche ins Visier zu nehmen. So wurden Kirchen beschmiert, ein laufender Gottesdienst in der Kathedrale von Posen wurde gestört und musste abgebrochen werden. Ein Denkmal des ehemaligen polnischen Papst Johannes Paul II. wurde geschändet. Zudem fanden unter anderem in Warschau linke Großdemonstrationen statt, an denen sich unter anderem der Warschauer Bürgermeister und vormalige Präsidentschaftskandidat Rafal Trzaskowski beteiligt hat.
Nationalisten und Hooligans schützen Gotteshäuser
Der polnische Präsident Jakub Duda versucht mit einem Kompromissvorschlag die Gemüter zu beruhigen: So soll die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs bestehen, wenn es laut medizinischer Diagnose wahrscheinlich ist, dass das Kind tot zur Welt kommen wird. Außerdem soll die staatliche Unterstützung für Familien mit behinderten Kindern ausgebaut werden. Dennoch ist absehbar, dass es zu keiner Einigung kommen wird. Den linken Kräften geht es um mehr als die Rücknahme des Gesetzentwurfs, das Abtreibungsrecht soll insgesamt liberalisiert werden. Deshalb hat der Parteichef der regierenden PiS-Partei, Jaroslaw Kaczynski, zum Schutz der Gotteshäuser gegen drohende Angriffe aufgerufen. „Ich rufe PiS-Mitglieder und alle unsere Unterstützer auf, an der Verteidigung der Kirche, die angegriffen wird, teilzunehmen. Sie wird nicht zufällig attackiert. Es gibt Elemente der Vorbereitung, der Schulung. Dieser Angriff soll Polen vernichten“.
Auch nationale Kreise haben sich der Verteidigung der Kirchen angenommen. So wurde eine Nationalwache zum Schutz der Gotteshäuser gegründet. Ihr Vorsitzender Robert Bakiewicz sagte: „Wir wollen nicht, dass antizivilisatorische Kreise uns Polen und Katholiken angreifen; deshalb bilden wir eine Art katholische, zivilisatorische Selbstverteidigung“ Weiter führte er aus: „Wir werden jede Kirche, jedes Wohnviertel, jede Stadt und jedes Dorf verteidigen.“ Denn Polen befinde sich „mitten in einer neobolschewistischen Revolution“.
In zahlreichen Städten stellten sich daher Nationalisten, aber auch Hooligans, schützend vor die Kirchen. So etwa in Posen, Breslau, Warschau und Bjelostock. In mehreren Städten wurden linke Demonstrationen attackiert. Beispielsweise griff eine größere Gruppe Hooligans in Warschau die linke Demonstration mit Pyrotechnik an. In Posen wurden linke Demonstranten, die zu einer Kirche marschierten, in die Flucht getrieben. Auch in Breslau wurde eine linke Demonstration mit Feuerwerkskörpern attackiert. In Warschau konnte das Eindringen von Linksextremisten in eine Kirche verhindert werden.
Dass das neue Gesetz auch aus nationalistischer Sicht kritisiert werden kann, sei hier ebenfalls erwähnt.














Der polnische Präsident heißt NICHT Jakub !!!!!!
Im letzten Satz liegt zweifellos die Wahrheit. Nur weil es sich um „nationalistische Hooligans“ handelt, muss man eine vom Katholizismus geprägte Rechtssprechung nicht gut finden. Und was hat eigentlich Nationalismus mit Fußballrowdytum zu tun? Man verzeihe den Anglizismus, aber ein anderer Begriff für diesen Schwachsinn fällt mir nicht ein.
Jede Frau sollte ein Recht auf Eigenentscheidung haben und dafür müssen die Voraussetzungen geschaffen werden. Denn vielfach sind gesellschaftliche Umstände schuld die die Frauen da zu treiben. Es wird wohl kaum eine Frau abtreiben lassen, wenn die Lebensverhältnisse und das Umfeld stimmen. Lassen sich die Abtreibungsgegner auch irgend welche Vorschriften machen? Und vor allem die Katholischen, die gehen doch zur Beichte weil sie nicht Fehlerfrei sind, aber über Andere urteilen.
Ich sehe es wie Wiki, für mich sind Kirchen nur Gebäude und auch in Polen ist das ein Volksfremderglaube.
Eine Kirche verteidigen?
Würde mir im Traum nicht einfallen.
Moin Moin,
da stimme ich 100% zu, Wiki und hoffentlich viele starke Männer. Ich war schon des öffteren bei Reisen im Ausland
sehr überrascht über die Einstellung zur Kirche, was teilweise zu heftigen Diskussionen geführt hat.
Ob bei Chrysi Avgi, CasaPound, in Serbien oder Bulgarien alle Nationalisten huldigen ihrer Kirche. Bei Gesprächen
verteidigten sie das Christentum und wollten von völkischen Ansichten nichts wissen.
Als Deutscher Nationaler lehnt man das Christentum ab, da es sicher einer der großen Feinde unserer Weltanschauung ist.
MkG