„Lo spirito di Roma“ – Im Gespräch mit Bronson

Bronson ist die wohl bekannteste Band aus den Reihen der italienischen Kulturbewegung Casapound Italia und erfreut sich auch in Deutschland zahlreicher Anhänger. „Der III. Weg“ bat die Gruppe um ein Gespräch über Musik, Politik und anstehende Projekte.

Der III. Weg: Bronson dürfte eine der, wenn nicht sogar die beliebteste nationalistische Band Italiens sein. Könnt Ihr kurz die Geschichte eurer Gruppe erzählen?

Bronson: Hallo zusammen, danke vielmals für die Zeit, dir Ihr uns widmet. Bronson startete als Projekt im Jahr 2012, aber die Wurzeln unserer Freundschaft und unseres gemeinsamen politischen Kampfes sind viel älter. Manuel, Marco, Andrea und Simone haben sich in der Skinhead-Szene kennengelernt und spielten in Musikgruppen wie 4 Aces und Timebombs zusammen. Lorenzo spielte damals schon bei Blind Justice (und in praktisch allen anderen Gruppen der Szene, haha) und man verbrachte viel Zeit gemeinsam in Lokalen wie Cutty Sark, Jailbreak (ein alter Live-Club in Rom) und auf CasaPound-Veranstaltungen.

2012, gleichzeitig mit der politischen Militanz in CasaPound, startet auch Bronson. Nach einem guten Jahr Konzerte, einem ersten Entwurf des Liedes „Sei solo tu“ bis zum Jahr 2013 mit dem ersten Album „Bronson“. Ins Aufnahmestudio gingen wir motiviert, aber als wir rauskamen, waren wir wie verrückt… „Scheiße, dieses Album ist ein Kracher“. Es folgte die Idee, es mit einem Musikvideo, einem ziemlich verärgerten und krassen street video mit „Sei solo tu“, zu versuchen. Panikstimmung, die Leute waren aus dem Häuschen, bis heute über 2 Millionen Aufrufe im Netz.
Die Linken drehten durch und platzten vor Neid, einige mussten sogar zugeben, dass sie uns folgten.

Wir begannen dann auch in Europa aufzutreten. In Frankreich und Spanien die ersten Konzerte. Es folgte das zweite Video mit „Lo spirito di Roma“, das auch sehr erfolgreich gewesen ist. Wir spielten in ganz Europa weiter, bis 2015 das zweite Album „Roma Tiger Punk“ veröffentlicht wurde. Bis heute finden wir es unsere gelungenste Arbeit, mit dem besten Sound, wahnsinnige Gitarren und hämmerndes Schlagzeug. Darauffolgend wurde „La strada“ auf YouTube veröffentlicht, gefolgt vom Musikvideo „Fuck UE“, das aber leider von den demokratischen Plattformen verbannt wurde. Mit „Roma Tiger Punk“ wird fast gesamt Europa bespielt (Frankreich, Spanien, Deutschland, Portugal, Schweiz, Tschechei, Ungarn, Polen, Ukraine), um 2017 sogar bis nach Buenos Aires zu reisen.

Das war der erste Kontakt mit der Szene in Südamerika, wahnsinniges Publikum und militante Fans. Kurz danach, eine Änderung in der Gruppe, Manuel löst Simone am Gesang ab. Es war keine einfache Entscheidung, aber wegen persönlichen Gründen und unterschiedlichen politischen Ansichten war sie auch nötig. Die Aufstellung wurde wieder in Ordnung gebracht und im gleichen Sommer (die Arbeit an dem neuen Album begann währenddessen) wurde das Musikvideo „Quelli come noi“ veröffentlicht. Das Lied war ein Kracher und alle waren mit der neuen Aufstellung zufrieden. Im Video viele Ausschnitte aus Auswärtsfahrten und Konzerten, mit der Beteiligung von vielen Musikgruppen unserer Szene.

Währenddessen spielten wir weitere Konzerte und waren politisch aktiv. Kurzum, wir machten unseren verdammten Job, bis März 2018 das dritte Album „Brucia“ rauskommt. Erst die Single „Rispetta la bandiera“ und dann das in der Szene sehr kontrovers diskutierte Video „In ogni caso nessun rimorso“. Zu viele hübsche Mädels, Spaß, gepaart mit guter Musik für manche angestaubten Elemente der Szene. Es folgen Konzerte in Quebec City, Kanada, und im gleichen Sommer eine Tour in Südamerika mit Auftritten in Kolumbien, Chile und Brasilien (unvergesslich). Man macht mit Konzerten weiter, die Arbeit an neuen Lieder verlangsamt sich ein wenig, bis wir in dieser jetzigen Scheiß Situation landen, die alle Träume zerstört.

Der III. Weg: Leitet sich der Name von der Figur Charles Bronson her oder wie ist es zu diesem gekommen?

Bronson: Der Name leitet sich natürlich von Michael Gordon Peterson ab, der gewaltsamste und berühmteste englische Bandit, Bareknuckle Boxer, der seinen Namen in Charlie Bronson, wie der Schauspieler, änderte.

Der III. Weg: Ihr seid fest in die Strukturen von Casapound eingebunden, immer wieder gibt es entsprechende Bezüge in euren Videos und Liedern zur Bewegung. Was war für euch zuerst da, das musikalische Interesse oder die Bewegung, bzw. was ist für euch wichtiger? Oder seht ihr euer Dasein als Musiker und als politische Aktivisten als ein und dasselbe?

Bronson: Die musikalische Leidenschaft begleitet uns ein Leben lang und Bronson ist als Projekt schon immer eine Lebens- und politische Entscheidung gewesen. Unsere Lieder sind Manifeste unseres Lebens, erzählt wie Früchte unserer intimsten Erfahrungen. Unsere Musik hat täglich zur Politik beigetragen und wir haben bewusst Bronson für möglichst alle geöffnet, um uns nicht selbst mit den üblichen Themen zu gettoisieren. Wir betrachten uns letztendlich schon als Künstler.

Der III. Weg: Insbesondere eure Musikvideos strahlen weit über die Grenzen Italiens hinaus aus und begeistern auch in Deutschland viele Nationalisten. Könnt ihr erklären, was für euch bei euren Videos im Vordergrund steht?

Bronson: Die Videos haben uns viele Türen geöffnet. Die Musik war toll, aber es sind die vorher nie gesehenen Videos, die uns den Durchbruch erlaubt haben. Die beiden ersten sind sehr einfach: street attitude und unsere Symbole; das am meisten durchdachte sicherlich “Fuck UE”, mit der erstmaligen Benutzung der Drohne.

Der III. Weg: Ihr bezeichnet euch ja auch als „Roma Tiger Punk“. Handelt es sich dabei um eine Anspielung an Evola und wieso klassifiziert ihr euch als „Punk“?

Bronson: Der Tiger ist unser Zeichen geworden, da es ein wiederkehrendes Symbol in unserer Szene ist. Ein weiterer Grund war, daß unser Debüt beim Event “Tana delle tigri” stattfand. Seit dem bezeichnen wir uns als “Roma Tiger Punk”, auch um uns von den üblichen Etiketten zu entfernen. Wir sind unser Genre!

Der III. Weg: ZetaZeroAlfa, Drittarcore und Bronson sind ja nur drei auch in Deutschland bekannte Musikgruppen mit Bezug zu Casapound. Eine derartige Verbindung von Musikgruppen mit Organisationen bzw. Parteien ist in Deutschland eher die Ausnahme. Wie seht ihr den Zusammenhang von Politik und Musik? In euren Texten kommt ihr ja auch nicht unbedingt mit dem politischen Vorschlaghammer, sondern besingt eher ein rebellisches Lebensgefühl. Wie kommt ihr zu euren Texten, mit welcher Motivation schreibt ihr sie?

Bronson: Die Politik hat uns als Männer gebildet und es hat uns auch die Möglichkeit gegeben, uns als Musiker weiter zu entwickeln, indem wir auf Events auftreten konnten. Unsere Musiktexte erzählen von unseren Erfahrungen, Lebensvisionen, unserer Ethik, ohne nur abgedroschene Themen zu präsentieren, wie es manchmal passiert. Wir denken, daß unsere politischen und musikalischen Auffassungen Feuer sind, die sich gegenseitig nähren.

Der III. Weg: Im Gegensatz zu den meisten deutschen Bands seid ihr noch auf Spotify, YouTube und ähnlichen Plattformen zu finden. Wie sieht es bezüglich der Zensur und anderen Einschränkungen in Italien aus?

Bronson: Wie schon erwähnt, ist die Zensur sehr stark, wir leben in einer Psycho-Polizei-Welt. Eventuell dachten wir sogar, daß das demokratische System uns erlauben würde, unsere Ideen und Symbole zu verbreiten, aber es ist nur die Heuchelei unserer Zeit. Wir überleben noch und halten die Stellung, wahrscheinlich nur, da wir die Texte intelligent gestaltet haben, wenn ihr uns das zugestehen möchtet.

Der III. Weg: Euer letztes Album ist nun rund drei Jahre her und viele Fans warten sicherlich auf neue Lieder. Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Bronson:Unser neues Album ist fast fertig. Wir können getrost sagen, daß es eine Atombombe sein wird! So früh wie möglich wird eine Single veröffentlicht, stay tuned.

Einen lieben Gruß an unsere deutschen Unterstützer, wir hoffen, uns bald auf der Bühne treffen zu können!





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