Bamberg bekommt Antisemitismusbeauftragten

Bamberg bekommt als erste Stadt in Bayern einen Antisemitismusbeauftragten. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Bamberg äußerte sich darüber kritisch, denn die Aufgabe sei ihrer Meinung nach nicht im Ehrenamt umsetzbar.

Jonas Glüsenkamp (Grüne), Bambergs Zweiter Bürgermeister, will mit der Stelle ein klares Zeichen setzen und einen Ansprechpartner schaffen, der sich mit dem Thema Judentum und Antisemitismus auseinandersetzt: Er sagte: “Die Person wird der Ansprechpartner für dieses Thema in der Stadtgesellschaft sein.” Jeder, der angeblich mit „antisemitischen“ Vorfällen konfrontiert wurde, soll sich künftig an diesen Ansprechpartner wenden. Der Antisemitismusbeauftragte soll sich aber auch mit der jüdischen Geschichte in Bamberg auseinandersetzen und eigene Projekte ehrenamtlich initiieren.

Nun gibt es überraschend Gegenwind vom Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bamberg. Deren Sprecher Constantin Ganß sagte dem Bayerischen Rundfunk jüngst: “Dass die Stelle nur für ein Ehrenamt ausgeschrieben ist, gefährdet unsere Ansicht, dass die beauftragte Person für Antisemitismus und jüdisches Leben diese wichtige Aufgabe auch mit vollem Engagement stemmen kann.”

Hintergrund für die gutmenschliche Antisemitismus-Hysterie sind Vorkommnisse auf der örtlichen Anti-Corona-Demonstration „Stay Awake“. Dort ließ sich eine der Mitorganisatorinnen zu der Bemerkung hinreißen, dass sie sich selbst „wie die Juden“ fühle, weil sie gezwungen wird, ein „Stück Stoff“ zu tragen. Für Ganß ist der Vergleich zwischen Coronamaske und dem gelben Stern, den jüdische Nichtdeutsche in den 30er-Jahren zur leichteren Identifizierung tragen mussten, ein nicht zu entschuldigender antisemitischer Eklat. Ebenso mokierte er sich darüber, dass die Protestbewegung den Finger in die Wunde gelegt und „Drahtzieher im Hintergrund“ ausgemacht hat, die Politiker und Medien lenken würden. Allein der Hinweis auf vermeintliche oder reale „Drahtzieher“ gilt für Ganß als eine „klassische antisemitische Verschwörungstheorie“. Da man ja bekanntlich nur herauszufinden braucht, wen man nicht kritisieren darf, um zu wissen, wer einen beherrscht, so sollten die „Haltet den Dieb!“-Reaktionen der zionistischen Lobby in Bamberg aufmerksame Beobachter kaum verwundern.

Auch bei Hubertus Schaller, dem Sprecher des örtlichen „Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus“, der die Anti-Corona-Proteste auch „mit Sorge“ beobachtet hat, stößt der Irrsinn eines eigenen Antisemitismusbeauftragten auf reichlich Zustimmung. Doch dieser geht sogar noch weiter und plädiert für eine „Antidiskriminierungsstelle“, an die sich auch Opfer von „Homophobie“, „Antiziganismus“ und „Islamophobie“ wenden können. Ob sich die örtliche Judenschaft mit diesem Vorschlag, der ihre gesonderte Rolle als singulär herauszuhebende Opfer ankratzen würde, anfreunden könnte, konnte bisher noch nicht eruiert werden.

Einig sind sich Schaller und Ganß jedoch dabei, dass ein Ehrenamt für diese Stelle, der nur in einem von nationalen Selbsthass und Schuldkomplexen beladenen Staat wie der BRD solch eine ungemeine Wichtigkeit beigemessen wird, nicht ausreichen würde. Ob der Antisemitismusbeauftragte bald ein von deutschen Steuergeldern bezahlter Angestellter der Stadt Bamberg werden wird, ließ Bürgermeister Jonas Glüsenkamp noch offen, orakelte aber bereits: „Wenn man in Zukunft zu dem Schluss kommt, dass die Aufgabenfülle so groß ist, dass wir das vielleicht ausweiten wollen, dann kann man darüber sprechen. Aber jetzt starten wir erstmal.“

Den heimattreuen Bürgern von Bamberg stehen also als erster Stadt in Bayern mit einem städtischen Antisemitismusbeauftragten rosige Zeiten bevor.





1 Kommentar

  • Der Vergleich ist schon deswegen unangemessen, weil der Stern weder seinem Träger Schaden zufügen sollte, noch anderen mitteilen, von ihm ginge ein tödliche Gesundheitsgefahr aus. Die «Maske für Ungeimpfte» (vom Chef der KV Rheinland-Pfalz gefordert) soll beides.

    RW 11.06.2021

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