Chinas Griff nach Nahost

Bereits seit Jahren versucht die in China regierende kommunistische Partei, den Einfluss des Landes weltweit auszudehnen und China dauerhaft als Weltmacht auf der globalen Bühne zu etablieren. Dass man dabei durchaus erfolgreich agiert, zeigt die wachsende Zahl an Staaten, die in den zurückliegenden Jahren zunehmend in politische und ökonomische Abhängigkeit vom „Reich der Mitte“ geraten sind.

 

Ägyptische Gigantomanie

Besonders deutlich wird der wachsende Einfluss Chinas unter anderem im Nahen Osten. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al Sisi, der im Jahr 2013 gegen den damals regierenden islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi putschte, errichtet derzeit etwa 50 Kilometer von Kairo entfernt ein neues Verwaltungszentrum. Auf ca. 700 Quadratkilometern soll eine neue Hauptstadt für Ägyptens Regierung und Verwaltung entstehen, wobei zahlreiche Bauwerke der Superlative geschaffen werden sollen: So sollen hier das grösste Parlamentsgebäude des Nahen Ostens, der höchste Wolkenkratzer Afrikas und der höchste Flaggenmast der Welt entstehen. Ebenso ist eine zentrale Moschee mit Minaretten von 140 Metern Höhe geplant, die Platz für 100.000 Gläubige bieten soll.

 

50 Milliarden für eine neue Hauptstadt

Die neue gigantische Metropole, die vom ägyptischen Präsidenten gern als grösstes Bauprojekt seit den Pharaonen angepriesen wird, soll für 6,5 Millionen Menschen neuer Wohn- und Arbeitsplatz werden. Das benachbarte, aus allen Nähten platzende Kairo mit seinen etwa 20 Millionen Einwohnern soll durch die neue Hauptstadt spürbar entlastet werden. Pläne für dieses monumentale Projekt wurden von Präsident Sisi erstmals 2015, zwei Jahre nach dem gewaltsamen Staatsstreich gegen Mursi, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Bau der neuen Hauptstadt, der laut Plänen der ägyptischen Regierung die gigantische Summe von fast 50 Milliarden Euro verschlingen wird, gehört zu einem Rahmenplan, mit welchem Sisi das Land am Nil bis zum Jahr 2030 modernisieren will. Die grassierende Armut soll ebenso bekämpft werden wie die massiven Umweltprobleme, unter denen Ägypten zu leiden hat. Das Bauprojekt, das 250.000 Menschen beschäftigt, soll die ägyptische Wirtschaft in Schwung bringen. Die noch namenlose Stadt soll bereits im kommenden Jahr, nach nur sieben Jahren Bauzeit, fertiggestellt sein.

 

Chinesische Investitionen in Höhe von 9,3 Milliarden Euro

Peking spielt bei dem Projekt eine wichtige Rolle: Bis zum Jahr 2027 wollen die Chinesen 9,3 Milliarden Euro in die neue Hauptstadt investieren, was etwa einem Fünftel der Gesamtkosten entspricht. Die derzeit grösste Baufirma der Welt, das chinesische Unternehmen CSCEC, ist in zahlreiche Bauprojekte direkt involviert.

Aber nicht nur für die Errichtung der neuen Metropole haben die Chinesen den Geldhahn weit aufgedreht. Laut eigenen Angaben ist China darüber hinaus auch der derzeit grösste Investor beim Ausbau des Suez-Kanals, ein Vorhaben, das ebenfalls zum Modernisierungsprogramm des ägyptischen Präsidenten gehört.

 

Investitionen im Nahen Osten sollen sich auch politisch bezahlt machen

Neben Ägypten sind zahlreiche weitere Staaten des Nahen Ostens Schauplatz chinesischer Aktivitäten, mit denen Peking seinen Einfluss vor Ort ausbauen will. Vorrangig geht es der chinesischen Regierung dabei um die Sicherung der eigenen Energieversorgung, schliesslich liegen fünf der zehn grössten Erdölversorger Chinas in dieser Region.

Der Nahe Osten wird darüber hinaus von der Volksrepublik als äusserst lukrative Region für Investitionen betrachtet, die sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch auszahlen sollen. Der Iran verhandelt mit der chinesischen Regierung derzeit über ein Abkommen, durch welches in den nächsten 25 Jahren chinesische Investitionen in Höhe von 400 Milliarden US-Dollar in die islamische Republik fliessen sollen. In Oman investiert China im Rahmen verschiedener Projekte 9 Milliarden Euro, in Saudi-Arabien sind es etwa 23 Milliarden. Die Aufzählung liesse sich weiter fortsetzen.

Aber auch sicherheitspolitisch streckt die chinesische Führung ihre Fühler in die Region aus. 2016 wurde in Dschibuti ein Militärstützpunkt, die erste Militärbasis Pekings im Ausland, errichtet.

 

Ägypten im Visier der chinesischen Staatspartei

Geht es nach den Plänen der chinesischen Führung, wird deren Einfluss im Nahen Osten weiter wachsen, wobei die Kommunistische Partei Chinas es insbesondere auf Ägypten abgesehen hat. Der Suez-Kanal ist für den internationalen Handelsverkehr von immenser Bedeutung und unverzichtbar für die Container-Schifffahrt. Die Hauptstadtpläne des ägyptischen Präsidenten sind daher eine günstige Gelegenheit, sich mittels umfangreicher Investitionen in das Land am Nil einzukaufen.





1 Kommentar

  • Während bundesrepublikanische Bettnässer, “Lieferkettengesetze” erlassen
    und Klimaschwachsinn veranstalten.

    Ragnaröck 21.06.2021

Kommentar schreiben

Die maximale Zeichenanzahl bei Kommentaren ist auf 500 begrenzt.

Deine E-Mail Adresse wird nicht öffentlich sichtbar. Kommentare mit strafbarem Inhalt oder Verweisen zu anderen Netzseiten werden nicht veröffentlicht.

×

Schneller und einfacher Kontakt über WhatsApp - Einfach auf den unteren Button klicken!

 

Kontakt über Threema unter der ID:
ZYSHY9EH

×