Nahrungsmitteldiscounter ALDI will Tier- und Artenschutz aus unserem Parteiprogramm stärken

Im unserem Parteiprogrammpunkt „Umweltschutz ist Heimatschutz“ ist unter anderem nachzulesen:

Tier- und Artenschutz stärken!

Die menschliche Bindung an Fauna und Flora verkümmert immer mehr in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Für die Partei DER III. WEG gehört zum Schutz der Natur auch der Schutz des Tieres und der Erhalt der Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt. Tierquälerei wie das Halten von Wildtieren in Zirkusbetrieben, Massentierhaltung oder das Schächten von Tieren lehnen wir strikt ab; sie ist unter Strafe zu stellen. Tierliebe muss zu einer menschlichen Selbstverständlichkeit werden.

Die Massentierhaltung unter dem Aspekt, immer schneller billiges Fleisch zu produzieren, ist eine von vielen Punkten, die wir als revolutionäre, nationale Vorreiter strikt ablehnen!

Aldi Süd und Aldi Nord stellen nun ihr Sortiment um. Schon dieses Jahr will der Discounter-Primus 15 Prozent des Frischfleisch-Umsatzes auf die Haltungsformen 3 und 4 begrenzen. In den nächsten vier Jahren soll die Haltungsform 1 komplett aus dem Discounter verschwinden.
Die Haltungsformen anhand von Schweinen kurz erläutert:

 

Haltungsform 1 – Stallhaltung

Platz: mind. 0,75m² pro Tier
Haltung: Stallhaltung
Beschäftigung: veränderbares Beschäftigungsmaterial, mind. bewegliche Kette kombiniert mit z.B. Holzstück

 

Haltungsform 2 – Stallhaltung

Platzvorgabe: Mindestfläche 0,825 m²/Tier, mind. 10% mehr als gesetzlich vorgeschrieben
Haltung: Stallhaltung
Beschäftigungsmaterial: zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial aus natürlichen Materialien

 

Haltungsform 3 – Aussenklima

Platzvorgabe: mind. 40% mehr als gesetzlich in Deutschland vorgeschrieben, 1,05m²/Tier
Haltung: Stallhaltung mit Außenklimareizen, mindestens Offenfrontstall
Beschäftigung: organisches Beschäftigungsmaterial, zus. Stroh

 

Haltungsform 4 – Premium

Platzvorgabe: mind. 1,5 m² /Tier und 100% mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben
Haltung: Stallhaltung mit ständigem Zugang zu Auslauf oder Freilandhaltung
Beschäftigung: Organisches Beschäftigungsmaterial: Stroh oder vergleichbare Substrate müssen immer verfügbar sein

 

Bis 2030 stellt der Discounter-Marktführer bei den Tierarten Rind, Schwein, Huhn und Pute vollständig auf Frischfleisch der moralisch vertretbaren Haltungsformen 3 und 4 um. Aldi gilt somit als erster Einzelhändler überhaupt, der Billig-Fleisch aus den Haltungsformen 1 und 2 aus dem Sortiment verbannen will. Spätestens ab 2030 soll es Hähnchen, Pute, Schwein und Rind ausschließlich aus den Haltungsformen 3, also Außenklima-Haltung, oder 4, der Premium-Haltung, wie beispielsweise Bio-Ware geben. Ausnahmen bilden Tiefkühlartikel.

 

Auch REWE und Penny verbannen Billig-Fleisch ab 2030

Die Rewe-Gruppe, zu der auch der Discounter Penny und der Supermarkt-Riese REWE gehören, wollen nachziehen. „Die REWE Group hat bereits 2019 sämtliches Eigenmarken-Geflügelfrischfleisch auf Haltungsformstufe 2 und höher umgestellt, Schweinefleisch wird ab Juli folgen”, heißt es in einer Pressemitteilung. Bis Ende 2030 streben REWE und Penny an, im gesamten Eigenmarken-Frischfleischsortiment (Schwein, Rind und Geflügel) ausschließlich die Haltungsformstufen 3 und 4 anzubieten.

“Wir gehen ein hohes finanzielles Risiko bei unserem Vorhaben ein. Denken aber, dass das der richtige Schritt ist”, sagte Lars Klein, Managing Director Buying bei Aldi Süd auf einer Pressekonferenz. Eine höhere Qualität bedeute auch höhere Preise, das sei Aldi mehr als bewusst. “Wir wissen gleichzeitig aus Umfragen, dass unsere Kunden bereit sind, mehr Geld für Fleisch auszugeben.”

Dem Kunden darf man in Sachen Tierwohl einfach keine Wahl lassen. Fast jeder entscheidet sich für die Sechserpackung Grillwürste zu 1 Euro 50, wenn die daneben 3 Euro kostet. Nach dem Motto “das Auge kauft mit” könnten durch Bilder auf der Verpackung, auf denen die Haltungszustände dargestellt sind, mitwirken, ein anderes Kaufverhalten anzuregen. Bei Tabakwaren ist das schon länger vorgeschrieben. Die Version, Haltungsarten 1 und 2 komplett aus dem Sortiment zu entfernen, ist allerdings die Ideallösung.

Ob ALDI den restlichen 9 Programmpunkten unserer Partei auch wohlwollend gegenübersteht, ist nicht bekannt.





  • Tierwohl bedeutet artgerechte Haltung – und die gibt es nur im Freien auf einem Hof mit einer begrenzten Anzahl von Tieren. Alles andere wie z.B. auch Haltungsform 4 bleibt asoziale Massentierhaltung und ist als unmoralisch abzulehnen. Eine komplette Abkehr von Massentierhaltung muß erfolgen. Einzig erlaubte Form darf artgerechte Haltung sein. Früher gings doch auch. Und da gab es kein massenhaftes Wegwerfen von überproduzierten Nahrungsmitteln und keine übergewichtige Bevölkerung.

    Diddi 13.07.2021
  • Dieses Etikett mit den Haltungsformen ist eher wieder Augenwischerei. Stufe 4 „Premium“ ist zwar eine Verbesserung und dringend nötig, trotzdem sollte es aber nur als absolutes Mindestmaß gesehen und nicht als „Premium“ vermarktet werden. Es soll dem Kunden nur einreden, es sei das beste, was er fürs „Tierwohl“ tun könne. Dabei weiß der getäuschte Kunde nicht mal, wieviel Quadratmeter pro armen Tier das bedeutet.

    Diddi 13.07.2021
  • Ihr findet Haltungsform 3 und 4 “moralisch vertretbar“, obwohl ihr wißt, daß es bei Stufe 4 auch nur 1,5 m² Platz pro Tier sind?
    Natürlich gehts den Tieren bei Stufe 4 besser als bei Stufe 1, vor allem mit Zugang zu Auslauf. Aber das heißt noch lange nicht, daß Stufe 4 deswegen moralisch vertretbar wäre! Denn mit gerade mal 1,5 m² pro Tier, was immer noch extrem wenig ist und die Tiere damit weiter in totaler Enge zusammen gehalten werden, bleibt es asoziale Massentierhaltung!

    Diddi 13.07.2021
  • Die Frage ist, wie lange hält das? Soweit ich weiß, gab es solche Modelle schon einmal, doch diese wurden nach wenigen Monaten wieder eingestellt, weil sie nicht rentabel genug waren. Von daher ist das erstmal mit Vorsicht zu genießen. Dennoch ein vorerst richtiges und wichtiges Signal!

    Willi Westland 13.07.2021

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