Sowjet-Ehrenmal: AfD Berlin plädiert für Erhalt

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In Berlin wird derzeit über den Abriss des monumentalen Sowjet-Ehrenmals im Tiergarten debattiert. Die CDU-Abgeordnete Stefanie Bung hatte angesichts der russischen Invasion in der Ukraine die Entfernung einiger Elemente des Denkmals gefordert. Im Kern der Debatte geht es nicht um eine Dekonstruktion kommunistischer Geschichtsmythen, sondern um die „aggressive“ Aura der Anlage. Grüne, Linke und AfD haben sich nun für den Erhalt des Besatzer-Bauwerks ausgesprochen. So haben die AfD-Abgeordneten Martin Trefzer und Maximilian Krah den Erhalt der Anlage verteidigt. Während in Polen, im Baltikum und in der Ukraine zahlreiche Sowjet-Kultstätten kompromisslos entfernt werden, wird in Deutschland bolschewistischer Ballast noch immer geschont. Die Partei „Der III. Weg“ lehnt die Verklärung des mörderischen Kommunismus als die Ideologie der angeblichen „Befreier“ ab und spricht sich daher für die Entfernung kommunistischer Symbolik aus dem öffentlichen Raum aus.

 

 

Schandfleck: Sowjet-Ehrenmal im Berliner Tiergarten

„Ewiger Ruhm den Helden, die für die Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion im Kampf gegen die faschistischen deutschen Eindringlinge gefallen sind. 1941–1945.“ Diese Losung steht, wie zum Hohn der Verteidiger Berlins, auf einem monumentalen Denkmal inmitten der deutschen Hauptstadt. Die Inschrift ist Teil einer Anlage, die der Verherrlichung der Roten Armee dient. Weiterhin sieht man eine Bronzestatue eines Rotarmisten mit geschultertem Gewehr, zwei T 34/76-Panzer und zwei Kanonen. Das Denkmal zieht seit Jahren Sowjet-Nostalgiker und Neo-Bolschewisten an. Während vielerorts das Ende des Kommunismus auch mit einer Entfernung bolschewistischer Symbolik einherging, tat sich in Deutschland in dieser Hinsicht wenig. Noch immer sind in Mitteldeutschland viele Straßen nach Sowjet-Ideologen und kommunistischen Führern benannt, Denkmäler der Besatzer stehen an vielen Orten. Nun ist im Hinblick auf die erneute Bedrohung Europas aus dem Osten vermeintlich etwas Bewegung in die Angelegenheit gekommen.

Die moskowitische Invasion in der Ukraine hat in Deutschland zu einem gewissen politischen Aktionismus geführt. Zwar bleibt eine wirkmächtige Unterstützung für die Ukraine aus, dennoch möchte man zumindest symbolisch dem aktuellen russischen Imperialismus trotzen. Daher ist nun das Kommunisten-Ehrenmal im Berliner Tiergarten in das Blickfeld herrschender Politiker geraten. Die Berliner CDU-Abgeordnete Stefanie Bung möchte die Sowjet-Panzer gerne entfernen lassen. „Heute steht der Panzer in Tiergarten nicht mehr nur für die Befreiung Deutschlands vom Nazi-Faschismus, sondern für die aggressive, territoriale Grenzen und Menschenleben mißachtende Kriegsführung des Putin-Regimes“, erklärte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Bei diesem Anliegen stößt Bung jedoch auf fraktionsübergreifenden Widerstand. So erklärte Berlins Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne): „Hier geht es um das Gedenken der Toten des Zweiten Weltkriegs, in dem auf Seiten der Roten Armee Soldaten vieler Nationalitäten der Sowjetunion, darunter etliche russische und ukrainische, im Kampf gegen das Nazi-Regime starben“. Auch der Landesgeschäftsführer der Linkspartei, Sebastian Koch, blies in das gleiche Horn und will das Denkmal gerne außerhalb des Kontextes der aktuellen russischen Invasion sehen. Mit einer Veränderung des Denkmals würde man gar der Propaganda Wladimir Putins auf den Leim gehen, der den Sieg der Sowjetarmee gegen Deutschland gerne als rein russischen Erfolg deuten wolle.

Auch die Putin-Freunde der blauen Pseudoalternative haben sich für den Erhalt des Denkmals in seiner jetzigen Form ausgesprochen. So twitterte der AfD-Abgeordnete Maximilian Krah: „Die AfD Berlin weist die CDU-Forderung nach Teilabriss des sowjetischen Ehrenmals in Berlin zurück – weil Politik von rechts Prinzipien hat und klug ist, während die CDU nur noch billigen Populismus bietet“. Auch der Berliner AfD-Abgeordnete Martin Trefzer würdigte das Sowjet-Ehrenmal als Symbol für die „militärische Befreiung vom Nationalsozialismus“.

Unterdessen wird sowjetische Symbolik in Osteuropa kompromisslos abgeräumt. In drei polnischen Städten wurden Denkmäler der Roten Armee abgerissen. Der Präsident des Instituts für Nationales Gedenken kommentierte dies mit den Worten: „Kein sowjetisches Relikt mit den Symbolen des kommunistischen Systems sollte die Menschen heute in der Öffentlichkeit erschrecken“. In der Ukraine wurden nahezu sämtliche Lenin-Statuen und weitere sowjetische Bauwerke entfernt. In Ländern wie Bulgarien werden Sowjet-Symbole von Nationalisten attackiert.

Die Partei „Der III. Weg“ spricht sich ganz unabhängig vom Ukraine-Krieg für die gänzliche Entfernung sowjetischer Siegessymbole aus. Der 8. Mai stellt für das deutsche Volk keinen Grund zum Feiern dar, sondern ist ein Tag der nationalen Katastrophe. Hinterlassenschaften von sowjetischen, amerikanischen, britischen und französischen Besatzern müssen daher als Symbole der Schande angesehen werden. Auf den neutralen Betrachter wirken ideologisch aufgeladene Symbole wie das Sowjet-Ehrenmal im Berliner Tiergarten ohnehin wie Fremdkörper in einer deutschen Stadt. Dass ausgerechnet parlamentarische Vertreter der vermeintlichen „Alternative“ für Deutschland für den Erhalt solcher Denkmale plädieren, spricht Bände über den wahren volksfeindlichen Charakter dieser Partei.

1 Kommentar

  • Systempartei halt.

    Kai 26.04.2022
  • Der 3. Weg mit dem deutschen Sozialismus ist die einzig wahre Volkstreue Alternative für Deutschland!

    Martin 26.04.2022
  • Solange in Deutschland noch Politiker das Sagen haben, für die jeder tote Rotarmist ein bewundernswerter Held ist und jeder tote deutsche Wehrpflichtige ein Verbrecher, um den es nicht schade war, sollten diese Denkmäler als Mahnmäler dafür, daß das deutsche Volk seine Freiheit erst noch wiedererlangen muß, erhalten bleiben. Vielleicht – als warnende Erinnerung – auch für länger.

    RW 25.04.2022
  • Der beste Beweis dafür, daß diese Partei oder zumindest einzelne Mitglieder von Moskau finanziert werden!

    Isegrim 25.04.2022
    • Etwas vereinfacht sind die AfD die Leute, die uns lieber an die Russen als an die Amerikaner verkaufen wollen. Das wäre keine Verbesserung.

      RW 25.04.2022