
„Geschäftsführer“ und Teilnehmer der „Hochbegabten-Förderung“
Arno Bausemer belegt Platz 10 der Kandidatenliste der AfD für die Europawahl. Er hat daher hervorragende Aussichten, in Brüssel einzuziehen. Ein Posten im Europaparlament steht bei vielen AfD-Funktionären hoch im Kurs, ist er doch mit einer lukrativen Bezahlung verbunden. Monatlich 9000 Euro brutto erhält ein Europaabgeordneter, hinzu kommen Kostenvergütung und Tagesgeld. Viele AfD-Wähler erhoffen sich von ihrer Partei, dass sie im Europaparlament mit dem Brüsseler Korruptionsfilz aufräumt, doch sind die AfD-Berufspolitiker wirklich integrer als ihre Konkurrenten? Zumindest im Fall Bausemer darf dies bezweifelt werden.
Der Schatzmeister des Landesverbands Sachsen-Anhalt übertrieb offenbar schon 2016 bei seinem Lebenslauf, als er sich in sein aktuelles Amt wählen ließ. Die AfD legt viel Wert darauf, dass ihre Kandidaten wenigstens ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen können. So möchte man nach außen hin Bürgernähe suggerieren, weil es eben keine Heerscharen an Berufspolitikern geben soll wie in den anderen Systemparteien. Das weiß auch Bausemer und darum hat er sich bei seinem Lebenslauf alle Mühe gegeben. So will er eine „Journalistische Berufsausbildung beim Mitteldeutschen Rundfunk (Volontariat)“ absolviert haben. Tatsächlich hat er 2010 ein neunmonatiges Volontariatspraktikum absolviert, das jedoch nicht als Berufsabschluss gilt. Weiter will er eine „Journalistische Tätigkeit mit Schwerpunkt Sport (u.a. Saarländischer Rundfunk, Saarbrücker Zeitung, CenterTV Bremen, Allgemeine Zeitung Uelzen)“ ausgeübt haben. Auch diese Tätigkeit war offenbar nicht sonderlich erfolgreich. Bei der AZ Uelzen wurde er nach nur wenigen Wochen gekündigt. Beim Saarländischen Rundfunk war er Produktionshelfer, das ist lediglich eine Studententätigkeit, die beispielsweise aus Hilfsarbeiten bei der Verkabelung besteht. Bei der Saarbrücker Zeitung kennt man ihn nicht und der Sender CenterTV Bremen existiert bereits seit 2013 nicht mehr.
Weiterhin gab Bausemer bei seiner Wahl zum Schatzmeister 2016 an, ein Hochbegabten-Stipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung von 2006 bis 2010 genossen zu haben. Nur: Die FDP-nahe Stiftung hat gar kein Hochbegabten-Stipendium. Stattdessen nahm Bausemer an einer Begabtenförderung teil. Sein Studium hat Bausemer anschließend abgebrochen. Krönung des Lebenslaufs von Bausemer ist jedoch die Tätigkeit als „Geschäftsführer eines mittelständischen Landwirtschaftsbetriebes“. Gemeint ist der Bauernhof von Bausemers Eltern. Der Geflügelhof ist nicht einmal im Handelsregister eingetragen, geschweige denn im Gewerberegister aufgeführt. Seine gewichtige Tätigkeit als Geschäftsführer will Bausemer 2012 begonnen haben. Noch 2015 schreibt jedoch die Lokalzeitung „Volksstimme“ über den Hof der Bausemers, dort sei „auch die Hilfe von Sohn Arno gefragt“, in einem anderen Artikel heißt es über ihn: „Außerdem hilft er seinen Eltern am Wochenende auf deren Geflügelhof bei der Buchhaltung und beim Verkauf.“ Stattdessen war Bausemer jedoch langjährig als Politiker aktiv, zunächst bei der FDP, später bei der AfD.
Dabei handelt es sich bei Bausemer möglicherweise um keinen Einzelfall: Auch Mary Khan-Hohlochs Angaben zum Lebenslauf sind sehr fragwürdig. Die Frau des Brandenburger Landtagsabgeordneten Dennis Hohloch will ein „Studium der Religionswissenschaften, Öffentliches Recht und Schwerpunkt Europarecht“ absolviert sowie vier Jahre Berufserfahrung außerhalb der Politik haben. Die Angaben der 1994 geborenen Tochter eines Persers werden jedoch selbst parteiintern bezweifelt. Insbesondere angesichts des straffen Zeitrahmens ist dies praktisch unmöglich. Zumal Khan-Hohloch bereits ab 2015 politisch höchst aktiv in der Jugendorganisation der Partei tätig war. Von 2018 bis 2022 war Khan-Hohloch stellvertretende Vorsitzende der Jungen Alternative.
Sollte die AfD Konsequenzen aus den Hochstapler-Vorwürfen ziehen, könnte das drastische Folgen nach sich ziehen. Die bisherigen Wahlen zur Europawahl-Liste sind noch nicht abgeschlossen, gerade 15 von geplanten 25 bis 30 Kandidaten wurden nominiert. Sollten die Kandidaturen zurückgezogen werden, müssten Neuwahlen durchgeführt werden, was die AfD unter massiven Zeitdruck setzen würde. Gelingt es nicht rechtzeitig, alle Kandidaten zu wählen, müsste die AfD mit einer unvollständigen Liste zur Europawahl antreten.
Nationalrevolutionäre für einen authentischen Politikwechsel!
Erneut zeigt sich, dass die rechtspopulistischen Schaumschläger von der AfD kein Deut besser sind als die bereits etablierten Systemparteien. Geltungsdrang, Lug und Trug sowie das Lechzen nach den Plätzen an den Futterkrippen des Parlamentarismus durchziehen die Reihen der blauen Möchtegernalternativen. Ihre selbst gesteckten Ziele, Männer und Frauen, die bereits das Prinzip von Arbeit und produktiver Wertschöpfung praktiziert haben, in die Politik zu bringen, können sie nicht zur Gänze erfüllen und zeigen damit Versagen auf ganzer Linie. Am politischen Gegner und dem Lebenslauf seines Personals arbeitet man sich derweil dennoch gerne ab.
Als nationalrevolutionäre Erneuerungsbewegung sind wir dagegen bestrebt, in erster Linie Vertreter in die Politik zu entsenden, die gewillt sind, täglich und stündlich Opferbereitschaft für den Kampf um unser Volk zu leisten. Der Wille und die Tat sind dabei die entscheidenden Wertmesser für den Wert des Aktivisten und Revolutionärs und nicht etwa sein Lebenslauf.














Hallo,
Werdet ihr als Gegenkraft zu den Systemparteien bei der Europawahl antreten? Falls ja kann man euch auch von NRW aus irgendwie unterstützen?
Mit Volkstreuen grüßen
Martin
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Jede auch nur einigermaßen erfolgreiche Partei wird unweigerlich dieselbe Sorte Karrieristen anziehen. Deswegen werden auf Dauer alle Parteien gleichermaßen korrumpiert und alle Parteiunterschiede gleichermaßen nivelliert. Selbsterhaltungseffekt des Systems, daß sich gegen jede Veränderung so gut als möglich verbarrikadiert hat. In anderen Ländern darf über Politik diskutiert werden. In Dtl nennen die Herrschenden das «Terrorismus.»