Gedichteinsendung: Alliierter Blutdurst (Teil 1/2)

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Bundesarchiv, B 145 Bild-F005191-0040 / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv B 145 Bild-F005191-0040, Berlin, Aufstand, sowjetischer Panzer, CC BY-SA 3.0 DE

– Deutscher Volksaufstand 17. Juni 1953 –

Kapitel 1

Spielfeld Deutschland

1949

Niedergeworfen und geschlagen war das Deutsche Reich,
die Erde ward von Blut und Bomben weich.
Das Reich war zerstückelt und geschunden,
zurück blieb nur der Schmerz, er floß aus tausend Wunden.

In vier Besatzungszonen aufgeteilt, so wie ein Kuchen,
wollten die „Befreier“ sich an uns Deutschen versuchen.
Aus der sowjetischen Besatzerzone wird 1949 die DDR,
gebeutelt von den Siegern, das Joch drückte schwer.

Eine neue Partei wuchs zusammen und übernahm des Landes Führung,
von Kommunisten durchseucht, mit roter Orientierung.
SED hieß die Partei mit Wilhelm Pieck als Präsident,
gefolgt von Otto Grotewohl, seinem Ministerpräsident.

Auch Ottos Stellvertreter war vom roten Sowjetlicht,
Parteikonform und fügsam – Walter Ulbricht.
Doch große Not herrschte in diesem zerrütteten SED-Land,
das Volk es litt Hunger, ward völlig abgebrannt.

Die wenigen Wohnungen, welche vom Bombenholocaust verschont,
sie waren heiß begehrt und schnell überwohnt.
Groß war das Elend in all diesem Schmutz,
zu wenige Häuser gaben den Menschen noch Schutz.

Auch die Versorgung, sie war katastrophal,
ein jeder war des anderen Rival.
Doch die Grenze zum Westen, noch war sie offen,
der dortige Marschallplan ließ viele der Armen neu hoffen.

So flüchteten viele in ihrer schlimmsten Not,
verließen die Heimat für Arbeit und Brot.
Der schmerzliche Verlust, das geliebte Elternhaus,
das Elend war Sieger, viele trieb es hinaus.

1952

Am 10. März 1952 offenbarte der Kreml die sogenannte „Stalin-Note“,
dies war ein Friedensvertrag mit Deutschland, voller Angebote.
Die Sowjets gaben sich nicht kleinlich, versprachen volle Souveränität,
auch der Abzug aller Besatzermächte würde Realität.

Aufstellung eigener nationaler Kräfte und Wiederherstellung der deutschen Einheit,
bezuckerten den Traum von Deutscher Freiheit.
Geknüpft wurde natürlich auch die eine oder andere Bedingung,
z.B. neutrales Verhalten und keine internationale Koalitionen.

Auch militärische Bündnisse waren untersagt,
doch wer hätte bei diesen Angeboten schon geklagt?
Es war der „Kanzler der Alliierten“, Konrad Adenauer,
er verschlimmerte der Deutschen Schauer.

Als Bückling brav den Siegern hörig,
scherte er sich um Deutschland wenig.
Herablassend und Arrogant, im schönsten Kriechergewand,
begeht er Verrat am Deutschen Vaterland.
Die „Stalin-Note“ bezeichnet er als „Fetzen Papier“,
und das Friedensangebot endete hier!

 

Kapitel 2

Sowjetisierung

Im Juli fand die Zweite Parteikonferenz der SED nun statt,
in der Werner-Seelenbinder-Halle in Ost-Berlin gabs Diskussionen satt.
Mit langen Reden wurde hin und her debattiert,
wie man das Elend am besten torpediert.

Den „planmäßigen Aufbau des Sozialismus“ führten die Roten im Schild,
oder besser gesagt, die Sowjetisierung nach russischem Vorbild.
Die fünf DDR-Bundesländer flugs in 14 Bezirke eingeteilt,
neue Ziele wurden fest verkeilt.

Auf dem Plan stand die Auslöschung der Selbstständigkeit,
kleine Handels- und Gewerbebetriebe verloren durch erhöhte Abgaben ihre Festigkeit.
In den Ruin getrieben, gaben sie ihre Firmen an den Staat,
dieser stand natürlich „freundlich“ für sie parat.

Bauern, die mehr als 100 Hektar besaßen, wurden zwangsverstaatlicht,
ihre Maschinen konfisziert, Tränen fluteten das Augenlicht.
Eingeführt wurde auch die Vier-Jahres-Planwirtschaft,
das saniert den Staat! Das bringt die Kraft!

Die SED bestimmt eine Militarisierung,
für die Bürger wurde sie zu einer wahren Schikanierung.
Bereits 11% des Staatshaushaltes fließt ins Militär,
neue Kasernen und Soldaten, viele Waffen müssen her.

Die Konzentration der Wirtschaft legt sich auf die Schwerindustrie,
doch solche Fabriken gabs in der DDR so gut wie nie.
Immer größere Beträge flossen in diese finsteren Kanäle,
Werke wurden aus dem Boden gestampft, gleich Totempfähle.

Bei Einbruch der Dunkelheit wurde dem Bürger der Strom frech abgeschaltet,
alles zum Wohl der Industrie! Damit sie sich stärker entfaltet!
Einzig das Wohl der Menschen blieb auf der Strecke,
die Versorgung brach ein und öffnet die Hungerdecke.

Lebensmittelknappheit geißelte den Magen,
durch die Gassen hörte man nur lautes Klagen.
Mit Lebensmittelkarten die Nahrung aufgeteilt,
wo bleibt die Rettung, welche diese Not nur heilt?

Ewig lange Warteschlangen sieht man vor den Geschäften,
hungernde Massen warten aus Leibeskräften.
Der knurrende Magen hallt wie das Brüllen des Bären,
doch wehe dem, würde man sich beschweren!

Das Leid dieser Menschen, man kann es kaum fassen,
das Elend erkennbar, es lebt auf den Straßen!
Wie schwer eine Mutter doch kämpft zu stillen den Appetit,
Kindertränen rollen, das Grauen geschieht.

1953

Die Wohlstandsschere West/Ost klafft drohend auseinander,
und keine Grenze trennt die deutschen Brüder voneinander.
So wählten die Menschen das bittere Los,
und flüchteten aus der teuren Heimat Schoß.

Die Erde, die sie so geliebt,
das Zuhause, das zurück nun blieb.
Ganze Flüchtlingswellen bestürmten den Westen,
so verlor die Mitte Deutschlands viele seiner Besten.

Die westlichen Auffanglager registrieren eine gewaltige Schar,
über 190.000 Flüchtlinge allein im ersten Halbjahr.
Vor diesem Hintergrund beging der Ministerrat einen schwerwiegenden Fehler,
am 28. Mai beschlossen, wurde er zum Unglückshehler.

Durchgepeitscht wurde eine Erhöhung der Arbeitsnorm,
das brachte die Wende, hier explodierte die Form!
10% mehr Arbeit bei gleichbleibendem Lohn?
Das empfand die Mittelschicht zu Recht als Spott und Hohn!

Das bedeutet Lohnsenkung! Sind die noch ganz dicht?
Die SED stilisiert sich selbst zum Bösewicht.
Der Unmut macht sich Platz, es gibt erste Proteste,
die Schmach war zu groß, welche man dem Volk aufpresste.
Das Zündeln am Pulverfaß hat die Bürgerwut entfacht,
wer hält diese brodelnde Stimmung nun in Schach?

Fortsetzung folgt…

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