Gedichteinsendung: Alliierter Blutdurst (Teil 2/2)

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Bundesarchiv, B 145 Bild-F005191-0040 / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv B 145 Bild-F005191-0040, Berlin, Aufstand, sowjetischer Panzer, CC BY-SA 3.0 DE

– Deutscher Volksaufstand 17. Juni 1953 –

Kapitel 3

Volksaufstand

Auch die Rotkriminellen spüren jetzt das Beben,
und verlagern eiligst nun ihr Streben.
Der Löwe ist geweckt, die SED steckt in tiefer Not,
jetzt muß gehandelt werden! Heißt das rettende Gebot.

So hat am 11.Juni 53 das Politbüro den „Neuen Kurs“ beschlossen,
das Volk mit Zugeständnissen gar übergossen.
Enteignete Betriebe wurden eifrig nun zurück gegeben,
hoch gepriesen wurde der Arbeitersegen!

Sämtliche Verhaftungen sollten neu überprüft werden,
wie krümmte sich die SED, voller Versöhnungsgebärden.
Preiserhöhungen wurden großzügig aufgehoben,
den Bürgern Freundlichkeiten zugeschoben.

Auch die abendlichen Stromabschaltungen blieben aus,
wie behaglich scheint das Licht Zuhaus.
Man könnte meinen, Menschlichkeit herrscht vor,
doch macht man sich dann selbst zum Tor.

Das Regime ließ die Arbeitsnorm bestehn,
welch sprengendes Vergehn!
Das Wasser kochte und der Zorn schäumt über,
jetzt wird erst recht der Himmel immer trüber.

Der Protest wird lauter, die Wut braucht Platz,
es entfesselt sich die erste Hatz.
Morgens 16. Juni, Arbeitsniederlegung auf zwei Berliner Großbaustellen,
das Faß läuft über, man versucht den Moloch zu fällen!

Der Krankenhausneubau in Berlin-Friedrichshain,
und Block 40 der Stalinallee stellen die Arbeiten ein.
Der Protest macht sich endlich Luft, das Volk hat genug,
es formiert sich ein wütender Demonstrationszug.

Tobend und schnaubend ging es zum „Haus der Gewerkschaften“ (FDGB)
hier erklangen der Arbeiter Botschaften.
Doch die Gewerkschaftsführer wollen davon nichts hören,
empfanden den Lärm sogar als störend.

Diese Ignoranz war wie Benzin fürs Feuer,
voller Zorn erwuchs ein Ungeheuer!
Der Marsch ging weiter und es wurden immer mehr,
die Arbeiter kamen von überall her.

Vor dem Regierungssitz machten sie halt, hier schlug die Stund,
voller Ärger gaben sie ihren Widerstand kund.
Das Politbüro war davon wie benommen,
und hat bis zum Mittag die Arbeitsnormerhöhung wieder zurück genommen.

Wie hilflos wichen diese roten Gesell’n,
und bibberten auf ihren hohen Amtsstell’n.
Doch das Volk ist erwacht, der schlafende Tiger,
das Heer der Arbeiter, laut brüllend wie Krieger!

Das Volk hat es satt! Keine Kleingeistereien,
hier brennt die Seele, im Herz der Freien.
Jetzt keine halben Sachen! Neue Forderungen steigen empor,
ab nun wird’s politisch! Schrillts im Politbüroohr.

„Stoppt das SED Regime! Schafft freie Wahlen!
Wir woll’n nicht länger für rote Bonzen zahlen!
Abzug aller Besatzertruppen, in der Freiheit Namen,
wir woll’n die Wiedervereinigung im Großdeutschen Rahmen!“

Man sieht den Schrecken der SED-Spitzen,
wie versteinert blieben sie alle glatt sitzen.
Die letzte Rettung, der Griff zum Telefon,
am anderen Ende grüßt Papa Sowjetunion.

Die Nacht bricht ein, jetzt geht’s erst los!
Im Schatten klebt man Plakate feurig, rigoros.
Man ruft zum Boykott auf und zur Wehr,
Freiheit kommt nicht von ungefähr!
An die Hauswände sprüht man Parolen,
die Nacht war lebendig, es glühten die Sohlen.

17.Juni 1953

Heut ist der Tag! Hier kommt die Wende!
Die Deutschen ehren ihn, als eine Legende!
Was keiner vorher je geglaubt wird wahr,
auf den Straßen versammelt sich eine gewaltige Schar.

Das Volk steht auf, in über 500 Orten,
als feurige Parolen die Morgenluft durchbohrten!
Ein Aufstand entbrannt gegen die, welche das Volk bestehlen,
und wütend erklang es aus Tausender Kehlen:

„Spitzbart, Bauch und Brille,
sind nicht des Volkes Wille!“

„Ulbricht, Pieck und Grotewohl,
das euch Drei der Teufel hol!“

„Es hat kein Zweck,
der Spitzbart muß weg!“

„Wir sind am Ende unserer Qual,
wir fordern freie Wahl!“

„Wir wollen keine Waffen,
wir wollen den Frieden schaffen!“

So donnerte das Volk marschierend durch die Straßen,
fest entschlossen sich nie mehr beuteln zu lassen.
Sprechchöre und stampfende Schritte,
hier marschiert das Volk aus Deutschlands Mitte!

Immer größer wurde die Demonstrantenzahl,
immer deutlicher der SED-Skandal.
Mann wie Frau durchschauen den Schein,
Mann wie Frau reihen im Marsch sich ein.

Die wütende Masse besetzt Regierungsgebäude und Polizei,
Häftlinge werden befreit, hoch lebe das Konterfei!
In Halle am Hallmarkt erklangen Töne wie Dynamit,
Zehntausende sangen das heilige Deutschlandlied!
Deutschland über alles! Das Volk im Schulterschluss,
hier kämpft und siegt der Genius!

In Berlin reißt man die sowjetische Unterdrückerfahne vom Brandenburger Tor,
die Freiheit ist greifbar wie niemals zuvor.
Doch nun ist die Russenverstärkung da,
unter Militärkommandant Pawel Dibrowa.

Rußland eilt seinem Zögling zu Hilfe,
und fällt ein in das Land wie hungrige Wölfe.
Die Sowjetunion übernimmt die Regierungsgewalt,
die russische Hand zur Faust sich nun ballt.

Um 13.oo Uhr wird der Ausnahmezustand verhängt,
die DDR in der Krise, die SED wird bedrängt.
Das Militär rückt ein mit 16 Divisionen, je 20.000 Mann,
der Moloch zeigt die Muskeln; zeigt was er kann.

Hunderte von Panzer überrollen die Stadt,
eine Lösung wird erzwungen, und zwar rabiat.
600 Panzer allein in Berlin!
600 Panzer, doch keiner will knien!

Der Asphalt erzittert, die Straße erbebt,
als die Übermacht den Rebellen zustrebt.
Panzerketten hämmern teuflisch auf die Straße,
Motorenlärm und Kriegsgeschrei eröffnen nun die heiße Phase.

Die Demonstranten sind umstellt, doch kein Zeichen von Ergeben,
hier geht’s um mehr, hier geht’s um wahrlich Leben!
Die Parteien treffen aufeinander, es eskaliert!
Kaum zu fassen was hier jetzt geschieht.

Russen, Panzer und Gewehre,
stellten sich Deutschen in die Quere.
Mit Maschinengewehrfeuer! – voll in die Massen,
floß nun das Blut über Deutschlands Straßen.

Den Gewehrkolben brutal auf den Kopf geschlagen,
durch Springerstiefel den Tritt in den Magen.
Wie erschreckend hoch das Gewaltpotenzial,
setzten die Russen für alle ein brennendes Fanal.
Welch unsagbares Unrecht ist dem Volke widerfahren,
über 100 tote Deutsche lagen auf den Bahren.

 

Kapitel 4

Blutiges Ende

Nach dieser Niederschlagung setzte eine Verhaftungswelle ein,
über 6000 Deutsche sperrte man in Gefängniszellen rein.
Viele von ihnen wurden standrechtlich erschossen,
wieder hat der Hass sich über Deutsches Land ergossen!

Einige von ihnen ließ man niemals wieder frei,
sie sind ein Opfer der Sowjettyrannei.
Die geschätzte Zahl der Streikenden wird man bei 500.000 sehn,
doch zusammen mit den andern sah man 3 – 4 Millionen stehn!

Am 11. Juli 53 wurde der Ausnahmezustand aufgehoben,
und wieder sah man rote Bonzen lachend ganz weit oben.
Aber nicht die Russen, nein die Deutschen setzen hier ein Zeichen,
die Überlegenheit der Sowjets schien im Ausland nun zu weichen.

Aufstände brachen los in Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei,
die Völker wollten Freiheit, sie waren an der Reih.
Unvergessen bleibt der Deutschen Heldenmut,
furchtlos für die Freiheit! In die feurig heiße Höllenglut!

 

Zum Nachlesen: Teil 1

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