
Vor diesem Hintergrund kann es nicht verwundern, dass Gläubige scharenweise der Kirche den Rücken zukehren. Die Haltung der christlichen Kirche zu den oben angeführten gesellschaftlichen Themen resultiert in zunehmendem Maße in ethischen Differenzen und Konflikten mit den Überzeugungen der Gläubigen. Missbrauchsskandale tun ihr Übriges, um Gläubige der Kirche zu entfremden. Zudem empfinden angesichts des Wertewandels und der zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft zahlreiche Menschen die kirchlichen Angebote und Rituale als nicht mehr relevant für das eigene Leben und ihre spirituellen Bedürfnisse.
Im Jahr 2024 verloren die evangelische und die katholische Kirche zusammen mehr als eine Million Mitglieder durch Kirchenaustritt oder Tod. Laut Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz verringerte sich die Zahl der Kirchenmitglieder gegenüber dem Vorjahr von 38,9 Millionen auf 37,8 Millionen.
Die katholische Kirche verfügt mit 19,8 Millionen über etwas mehr Mitglieder als die evangelische Kirche mit 18 Millionen Angehörigen. Insgesamt traten im vergangenen Jahr rund 345.000 Personen aus der evangelischen Kirche aus. Zudem verstarben im selben Zeitraum etwa 335.000 evangelische Kirchenmitglieder. Dem standen 2024 110.000 Taufen und 15.000 Eintritte in die evangelische Kirche gegenüber. Der Aderlass der katholischen Kirche setzte sich wie in den Jahren zuvor auch 2024 fort, allerdings erstmals seit langem in geringfügig kleinerem Umfang als bei den Protestanten. 322.000 Gläubige traten aus der katholischen Kirche aus, rund 213.000 Mitglieder verstarben. Demgegenüber gab es 2024 116.000 katholische Taufen sowie 6.200 Kircheneintritte.
Angesichts des dramatischen Mitgliederschwunds sind Vertreter beider Konfessionen darum bemüht, die Bedeutung der christlichen Kirche hervorzuheben. So betonte die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs, dass es heute zwar keine Selbstverständlichkeit sei, einer Kirche anzugehören. Doch werde man alles daransetzen, Menschen mit kirchlichen und diakonischen Angeboten in Kontakt zu bringen sowie die Bedeutung der Taufe als Ankerpunkt christlicher Gemeinschaft zu verdeutlichen.
Georg Bätzing, Vorsitzender der Bischofskonferenz, konstatierte vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen, dass die „frohe Botschaft“ nicht kleiner geworden sei. Man müsse diese jedoch anders und glaubwürdig unter die Menschen bringen. Grundsätzlich sei zu hinterfragen, für wen man als Kirche da sei.
Ob katholische und evangelische Kirche in unserer modernen, weitgehend säkularisierten Welt, die auf die Erkenntnisse aus der Naturwissenschaft baut, zukünftig noch eine nennenswerte Rolle zu spielen vermögen, sei dahingestellt. Festzustellen ist jedenfalls ein sich fortsetzender sozialer Bedeutungsverlust beider Konfessionen. In Fragen der persönlichen Lebensführung werden beide christlichen Kirchen zunehmend irrelevant. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich dieser Prozeß grundsätzlich umkehren läßt. Ganz abgesehen davon, ob eine Trendwende aus nationalrevolutionärer Sicht überhaupt wünschenswert wäre. Unsere nationalrevolutionäre Bewegung „Der III. Weg“ wahrt grundsätzlich Neutralität in Glaubensfragen. Religion ist Privatangelegenheit. Staatspolitik und Religion sind demnach strikt voneinander zu trennen. Gemäß dem Parteiprogramm unter Punkt 5 setzt sich „Der III. Weg“ für die persönliche Freiheit aller Deutschen ein, ihre religiösen, weltanschaulichen und moralischen Überzeugungen zu bilden, zu äußern und zu verfolgen, solange diese nicht im Widerspruch zur Ethik eines auf das Wohle unseres Volkes bezogenen biologischen Humanismus stehen.
Eine Verlangsamung des Schrumpfungsprozesses erscheint nur erreichbar, sofern sich beide Konfessionen wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben fokussieren. Weniger Politik, mehr Spiritualität. Selbstverständlich ist dabei unstrittig, dass die christliche Kirche sich auch weltanschaulich modernisieren muss. Ein Verharren in reaktionärer Antiquiertheit dürfte ebenfalls zu einem fortgesetzten Bedeutungsverlust der christlichen Konfessionen führen. Insofern muss sich die Kirche durchaus mit Fragestellungen der Gegenwart befassen; jedoch ohne sich dabei in politische Belange einzumischen und ihre Gläubigen in politischen Angelegenheiten zu bevormunden.













