
Das Buch ist in vier Kapitel gegliedert, denen eine kurze Einleitung vorangestellt ist. Schon in der Einleitung wird der Inhalt knapp umrissen. Amerikanismus sei „Globalismus“, der sich „dialektisch im Gegensatz zum Kommunismus“ (S.11) entwickelt habe. Schuld trage die „“Europaflucht“ der Puritaner und anderer Minderheiten, die das revolutionäre Gedankengut der Aufklärung […] auf den nordamerikanischen Kontinent verpflanzten“ (S. 9). Die Frucht aus dieser „Europaflucht“ seien „kommerzialisierte Popkultur, programmatische Sittenlockerung“ und ein sogenannter „staatsbürgerlicher Ethnonihilismus“, (S.11) die den tradierten Kulturbestand Europas verdrängen.
Dass der ausgreifende Imperialismus der USA bereits im 19. Jahrhundert sich Bahn brach und sich eben nicht erst „dialektisch im Gegensatz zum Kommunismus“ entwickelt hat, wird von Neumann geflissentlich ignoriert. Die USA haben bereits 1853 unter Androhung von Gewalt die Öffnung Japans für den amerikanischen Handel erzwingen wollen und diese 1854 vertraglich fixiert. Im spanisch-amerikanischen Krieg von 1898 wurden die USA als Gewinner Eigentümer der ehemaligen spanischen Kolonien Puerto Rico, Philippinen und Guam.
Die USA werden bei Neumann ausschließlich als Hort des „Multikulturalismus“ und der „rassischen Egalität“ beschrieben, während er ignoriert, dass zwischen 1907 und 1932 immerhin 32 US-Bundesstaaten Gesetze erließen, die es der Regierung erlaubten, Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Krankheiten zu sterilisieren. Schon 1664 führte Maryland als erste amerikanische Kolonie ein Mischehenverbot (anti-miscegenation law) ein und bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bestanden in den USA Gesetze, die Personen aufgrund von Rasse und Herkunft rechtlich verschieden gestellt haben.
Neumann fasst seine Sicht der Dinge zusammen, indem er alle seine Feindbilder in eine einzige Front einzuordnen versucht: „Die Geschichte des Amerikanismus beschreibt den Ausbruch des ontologischen Liberalismus aus dem Kokon seiner ethnischen Trägergruppe zur Erfüllung frühneuzeitlich-aufklärerischer Menschheitsutopien, getragen von einer spezifisch protestantisch-puritanischen Moralstruktur und reformjüdischen Ethik“ (S.115). Leider ist die Kleinschrift durchgängig in diesem schrecklichen manierierten Stil verfasst. Neben der Erwähnung durchaus interessanter Nebensächlichkeiten will es dem Verfasser nicht gelingen, eine schlüssige Gedankenkette zu formulieren und auf einen nachvollziehbaren Punkt zu kommen. Die Frontstellung der USA gegen Europa und seine Interessen sind seit dem Kriegseintritt der USA im ersten Weltkrieg kein Geheimnis. Der „Kulturexport“ der USA und dessen Folgen sind ebenso wie der Einfluss des Judentums nicht zu übersehen.
Es gab allerdings auch in den USA gewichtige Stimmen gegen diese Entwicklungen, die noch bis zum Zweiten Weltkrieg und teilweise auch darüber hinaus versucht haben, das europäische Erbe der USA zu bewahren, die Macht des Finanzkapitals zu brechen oder die als Vertreter einer auf die Erkenntisse anthropologischer Forschung basierenden Biopolitik im klaren Gegensatz zu den sogenannten „Sozialanthropologen“ und Rassenleugnern der Schule Franz Boas´ standen. Namen wie Madison Grant oder Lothrop Stoddard, die ganz gewiss keine Apologeten „rassischer Egalität“ waren, werden von Neumann ebenso verschwiegen wie die Kämpfer gegen die Hochfinanz Henry Ford und Charles Lindbergh sowie sein Sohn, der Fliegerheld Charles Lindbergh junior. Dass bereits schon 1819 der „Volkspräsident“ Andrew Jackson erfolgreich einen „Bank War“ gegen die Rothschildsche Finanzelite führte und erwirkte, dass das Recht zur Papiergeldemittierung bis 1913 vorerst in der Hand des Staates blieb, erfährt man aus dem Buch von Neumann, das den „Amerikanismus“ als einen ideologisch monolithischen Block beschreibt, der sich von den Gründervätern bis zur Gegenwart als roter Faden durch die Geschichte zöge, auch nicht. Die positiven Stimmen des Amerikanismus bleiben unerwähnt. Stimmen, die von Neumann in seinem einseitig antiamerikanischen Pamphlet aus offensichtlich ideologischen Gründen ignoriert werden.













