
Bewegte Geschichte: Herrschaftssitz, Zuchthaus und Jugendherberge
Über dem Ort im Saaletal thront, von weitem sichtbar die Leuchtenburg. Im Mittelalter wurde sie als Herrschafts- und Verwaltungssitz genutzt. Hier wurde Recht gesprochen und durch Haft, Folter und Hinrichtungen vollzogen. Danach, ab 1700 diente die Burg 150 Jahre lang als Zucht-, Armen- und Irrenhaus. Etwa 5.200 Insassen fristeten in dieser Zeit für wenige Tage oder für Jahrzehnte ein trostloses Dasein hinter den dicken Mauern. Ab dem Jahr 1871 begann die touristische Nutzung der Burg. Ein Hotel mit Gastwirtschaft, ein Museum und ab 1920 eine Jugendherberge, die von der aufstrebenden Wanderbewegung der deutschen Jugend stark frequentiert war. Auch zur Zeit der DDR fand eine Nutzung als Jugendherberge statt. Im Krisenfall sollte die Burg jedoch auch als Internierungslager für Ausländer und „Westler“ herhalten.

Hartes Regime im Zuchthaus Leuchtenburg
Besonders eindrucksvoll waren die einzelnen Schicksale ausgewählter Häftlinge die dokumentiert waren. Auch die Einteilung der Gefangenen und Regeln hinterließen Eindruck. So gab es drei Klassen von Gefangenen
Gefangene erster Klasse:
Häftlinge die zum ersten Mal inhaftiert wurden und deren Strafen bis zu zwei Jahren Zuchthaus betrugen. Sie trugen leichte Armketten und konnten Essensvergünstigungen durch Wohlverhalten oder gute Arbeit erhalten.
Gefangene zweiter Klasse:
Häftlinge die bis zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wurden oder solche die zum zweiten Mal einsaßen. Sie mussten schwere Arm- und Beinketten mit einem Klotz tragen und hatten striktes Redeverbot. Bei Verstößen gab es Stockschläge als Strafe.
Gefangene dritter Klasse:
Hierunter fielen besonderes schwere Verbrecher die schon mehrfach rückfällig wurden oder zu Strafen von über sechs Jahren verurteilt wurden. Sie trugen schwere Armketten und Beineisen (ohne flexible Kette). Anstatt gehen waren nur Tippelschritte oder Sprünge möglich. Zusätzlich befand sich noch ein schwerer Stein an der Beinkette. Nachts wurden die Gefangenen in speziellen Kammern eingeschlossen. Auch für sie galt striktes Redeverbot. Zudem wurden ihre Haare auf dem Kopf zur Hälfte abgeschoren.
Die Ketten aller Gefangenen blieben die gesamte Haftdauer über an, auch nachts.

Faszinierende Thüringer Porzellanwelten
Neben dieser interessanten Geschichte bietet das Porzellanmuseum noch Einblicke in Geschichte und Verarbeitung des weißen Goldes, die auch kindergerecht aufgearbeitet sind. Nicht viele wissen zum Beispiel, dass Thüringen das Porzellanland schlechthin ist. Hier findet sich die größte Konzentration an Porzellankompetenz. Ob industriell oder kunstvoll, in der Ausstellung lassen sich vor allem auch die regionalen Produkte und Werke bestaunen.
Höhepunkt für die kleinen Besucher war vor allem der sogenannte „Steg der Wünsche“. Hier hat man die Möglichkeit zuerst mit einem Schwarzlicht-Stift einen Wunsch auf einen Porzellanteller zu schreiben. Danach wird der Steg der Wünsche beschritten und der Teller mit dem – nun unsichtbaren – Wunsch wird hinabgeworfen. Natürlich machten auch die Älteren davon Gebrauch.

So verbrachten die Männer und Frauen, Jungs und Mädels einen schönen und informativen Tag in der Gemeinschaft. Wenn auch Du das nächste Mal dabei sein willst, dann melde dich bei uns!














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