Rumänien: Wenn Nationalisten Heilige sind (+Video)

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Bildquelle: FDRMRZUSA, Flag of the Iron Guard (Legion of the Archangel Michael or Legionary Movement), CC BY-SA 4.0

Die von Corneliu Zela Codreanu gegründete „Eiserne Garde“ oder „Legion des Erzengels Michael“ ähnelte mehr einem Orden als einer Partei; genauer einem religiösen Orden auf Grundlage des rumänisch-orthodoxen Christentums. Codreanu selbst äußerte sich wie folgt gegenüber seinen Anhängern über das Leben als Legionär seiner Bewegung und damit über sein Leben: „Das Leben als Legionär ist schön, nicht wegen Reichtum, Feiern oder des Erwerbs von Luxus, sondern wegen der edlen Kameradschaft, die alle Legionäre in einer heiligen Bruderschaft des Kampfes bindet.“

Über 250.000 Mitglieder folgten einst Codreanu, den seine Anhänger nur „Căpitan (Kapitän)“ nannten, bis dieser von der Reaktion ermordet wurde. Damit war die Eiserne Garde nach der NSDAP und der PNF in Italien die drittgrößte nationalistische Partei des 20. Jahrhunderts. Eine Bewegung, die noch heute über Rumänien hinaus eine gewisse Bedeutung hat. Weniger wegen ihrer politischen Programmatik, als wegen der buchstäblichen Todesverachtung ihrer Mitglieder. Was tatsächlich fasziniert, war der jugendliche, gewaltbereite Aufstand gegen das System, die Selbstinszenierung als opferbereite Krieger für eine „moralische Welt“.

1937 erzielte die Legion ihren letzten großen Wahlerfolg, wurde offiziell dritt-, de facto zweitstärkste Partei. König Carol II. entschied sich zu einem Staatsstreich. Unter den Schlägen der reaktionären Diktatur brach die Legion vorerst auseinander. Weiterbestehen konnte die Legion nur als kleine terroristische Geheimorganisation. An die Macht kam die Legion im Herbst 1940, weil König Carol II. das Land nicht vor Territorialverlusten hatte schützen können. Rumänien wurde zum „nationallegionären“ Staat erklärt. Doch de facto musste sich die Legion die Macht mit den Militärs unter dem konservativen General Antonescu teilen. Als der Konflikt zwischen beiden Lagern offen ausbrach, entschied Adolf Hitler ohne Zögern zu Gunsten der Stabilisierung des politischen Systems. Und da den Legionären auch im Lande die Unterstützung fehlte, brach der Aufstand rasch in sich zusammen. Die Legionäre waren erneut Folter, Tod und politischer Verfolgung ausgesetzt. Mit dem Zusammenbruch und der Errichtung der Roten Diktatur setzte sich das Martyrium der Legionäre nahtlos fort. In den Gefängnissen und Lagern ertrugen sie wie Heilige die Entbehrungen und Folter durch die Bolschewisten.

Die orthodoxe Kirche Rumäniens hat aktuell einen Prozess der Heiligsprechung für drei Legionäre in Gang gesetzt. Ilarion Felea (1903-1961), Ilie Lacatusu (1909-1983) und Dumitru Staniloae (1903-1993) sollen heilig gesprochen werden. Trotz der Proteste einschlägig bekannter Kreise, wie dem „Elie Wiesel“-Institut für die Erforschung des Holocaust in Rumänien, beharrt die Kirche auf dem Vorgang.

 

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