
Wenn wir eine revolutionäre Bewegung für die Zukunft sein möchten, dann müssen wir nicht nur bewährte Fundamente erhalten, sondern auch neue Fundamente nach unserem Ansinnen erschaffen. Und politische Fundamente entstehen durch Menschenhand. Diese Menschenhand sollte stets mit einem klugen Kopf und gestähltem Rückgrat verbunden sein, um wirken zu können. Die Frage ist also, wie wir es schaffen, diesen klugen Kopf und dieses gestählte Rückgrat zu gewährleisten. Es wäre leidig und dumm, darauf zu warten, daß die menschliche Speerspitze von selbst zu uns kommt; wir uns demnach nur zurücklehnen und warten müssen. Die Speerspitze schmieden wir uns selbst. Wir sind die Speerspitze, und wo wir es noch nicht sind, machen wir uns dazu.
Diese damit notwendig verbundene Charakterschule kann nur durch bilden und lernen erfolgen. Wenn an sich gewillte Streiter der nationalen Sache von Bildung und Schulung nichts wissen wollen, dann haben sie ein falsches Bild vom nationalen Kampf. Nur wer weiß, was er tut – und vor allem auch, warum er es tut – kann langfristig Erfolg haben.
Unsere politische Kampfgemeinschaft tritt hierbei als natürliche Lehrperson auf, um den Streiter körperlich und geistig zu wappnen. Körperliche Schulung durch Kraft- und Ausdauersport, Wanderungen in der freien Natur, Kampfsport oder das Biwakieren, all dies schult und bildet den Körper. Bücher, kleinere Schriften, Hörvorträge, Gespräche mit erfahrenen Aktivisten und Schulungen in den Stützpunkten schulen und bilden den Geist. Die Maxime „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ hat eben zur Grundlage, daß beide Teile gesund sind.
Wer etwas lernt, wer sich bildet und schulen lässt, der entwickelt innere Stärke. Die Aneignung neuen Wissens und neuer Fertigkeiten bringt Selbstvertrauen und Sicherheit; man vermag sich zu behaupten. Die mit dem Lernen und Bilden verbundene Selbstdisziplin, die diese einfordern, schult den Charakter. Wer sich bildet und mit dieser Bildung persönliche Hürden meistert, wird zum Vorbild für alle anderen um sich herum. Nur, wer bereit ist, sich immer wieder zu bilden und sich hiermit selbst zu reflektieren – denn dies sollte Bildung immer auch sein, Selbstreflexion – kann aus Fehlern lernen und diese künftig auch vermeiden. Und zuletzt macht Lernen auch Freude: für den Lernenden, wie den Lehrenden.
Doch damit diese Freude aufkommen kann, muß das Lernen und Bilden auch entsprechend gestaltet sein. Verstaubte Lehrmethoden nach Art des starren Frontalunterrichts haben in einer aktiven politischen Bewegung nichts verloren. Ein zweistündiger monotoner Faktenvortrag hat nicht selten nur ein Ergebnis: ein ermüdetes Publikum, welches mit Glück eine handvoll Fakten aus dem Vortrag im Gedächtnis behalten hat, zu diesen jedoch keinen inneren Bezug herstellen kann.
Das nationalistische Lager versuchte schon viel zu lange, reines Faktenwissen zu vermitteln, aber ließ hierbei vollkommen aus den Augen, daß es die Werkzeuge und nicht das fertige Produkt sind, die den Aktivisten gelehrt werden müssen. Offene Formen der Pädagogik, bei denen sich die Teilnehmer aktiv einbringen können und müssen, haben einen ungemein größeren Erfolg als reine Faktenvermittlung. Eine Schulung, die keine Gruppenarbeiten oder Gruppengespräche, kein sich während der Schulung entwickelndes Tafelbild, keine kreativen Elemente, kein aktives Einbringen der Teilnehmer hat, ist keine Schulung. Zu oft hieß Schulung still und andächtig dem Redner zu lauschen und den vorgetragenen Inhalt unverdaut aufzunehmen. Aber so lernt ein Mensch nicht. Ein Mensch lernt mit allen Sinnen und indem er diese Sinne auch nach Möglichkeit allesamt einbringt. Ein Mensch lernt, indem er selbst aktiv an eine Sache herangeht. Eine Schulung muß den Teilnehmer animieren, sich von selbst weiterzubilden. Eine Schulung ist Hilfe zur Selbsthilfe. Solange man dies nicht versteht, kann man sich jede weitere sogenannte Schulung ersparen.
Die Streiter unserer Bewegung müssen zu Wissbegierigen werden. Und damit sie dies werden, dürfen wir ihnen nicht von vornherein die Freude am Lernen durch veraltete Methoden nehmen. Die Botschaft unserer nationalrevolutionären Erneuerungsbewegung ist eine frohe, so sollten ihre Lehrmethoden es auch sein.













