
Das ist eine sehr schwierige und umfassende Frage. Einerseits ist die Ukraine ein Hort echter Patrioten, Kämpfer, rechter Kräfte und Traditionalisten, die bereit sind, ihre prowestliche Orientierung mit Gewalt zu verteidigen – wie bereits auf dem Maidan 2014. Andererseits ist die Ukraine ein stark korruptes Land, dessen Regierung mitunter beschämende und entwürdigende Maßnahmen gegen Soldaten und Bürger ergreift. Dazu zählen beispielsweise LGBT-Paraden unter Beteiligung von Soldaten. Solche anti-traditionalistischen und anbiedernden Aktionen an die linke Agenda führen zu Hass unter den eigenen Verteidigern; insbesondere bei den Rechten, die momentan die entscheidende Kraft und Träger des Siegeswillens sind.
8. Wie bewertet ihr die aktuelle geopolitische Lage? Wie können wir die migrationsbedingten Herausforderungen lösen und dem damit verbundenen Problem der Verdrängung der einheimischen Bevölkerung entgegenwirken?
So merkwürdig es klingen mag: das aktuelle belarussische Modell im Umgang mit Migranten ist in gewisser Hinsicht nachahmenswert. Wir sind ein recht monoethnisches Land ohne strukturelle Anreize für Fremde. Es gibt keine Sozialhilfe, sie werden zur Arbeit gezwungen, das gesellschaftliche Klima ist eher rassistisch und fremdenfeindlich. Die oft betonte Toleranz der Belarussen basiert auf der begrenzten Erfahrung im Zusammenleben mit anderen Kulturen. Dies zeigte sich, als bekannt wurde, dass 300.000 Pakistaner ins Land kommen sollten; es kam zu Protesten, Jugendgruppen gründeten Skinhead- und nationalistische Bewegungen. Zusammenfassend: Migranten dürfen in Belarus keine Möglichkeit zur Verwurzelung erhalten – weder sozial noch politisch. Keine Sonderrechte, kein Statusbonus. Es braucht ein starkes Justiz- und Ordnungssystem. Die demographischen Probleme Europas – „ein Zuviel an Intellekt“, wie man sagt – rühren von verspäteter Elternschaft, übermäßiger Sozialabsicherung und linker Ideologie: Abtreibungen, Feminismus, vollkommene „Willensfreiheit“, die in Anarchie und Irrationalität mündet. Der Staat trägt die Verantwortung für diese Last in Europa und den entwickelten Ländern.
9. Was ist die aktuelle Lage nationalistischer Organisationen in Osteuropa?
In Russland und Belarus stehen nichtstaatliche rechte Organisationen unter strenger Beobachtung durch Sicherheitsdienste und Polizei. Es gab Fälle, in denen Organisationen geschlossen und ihre Führer strafrechtlich verfolgt wurden. Der bekannte russische Aktivist Maksim „Tesak“ und seine Organisation „Format 18“ wurden vernichtet. In Belarus gibt es kaum solche Gruppen; aufgrund noch geringerer Meinungsfreiheit und politischer Freiheiten. Erst kürzlich wurde ein 35-jähriger Mann aus Minsk verhaftet, weil er einen YouTube-Kanal betrieb, auf dem er über die Geschichte des Zweiten Weltkriegs sprach. Offen auftretende rechte Organisationen sind hier kaum möglich.

Die Frage ist in der Tat interessant, denn sowohl bei uns als auch in Europa wird Nationalismus meist negativ konnotiert. Dabei wird oft vergessen, dass der Nationalismus als politische Ideologie im Kontext der Aufklärung und der bürgerlichen Revolutionen entstand – in erster Linie der Französischen Revolution von 1789. Seine zentrale Idee war die Volkssouveränität, die Nation als Quelle legitimer Macht. Wir wollen hier nicht zu sehr in die Geschichte eintauchen, zumal Nationalismus und nationale Ideen in jedem Land unterschiedlich entstanden sind; die Ideologen gingen von verschiedenen Voraussetzungen aus, und auch heute hat das Wort „Nationalismus“ in unterschiedlichen Kulturen unterschiedliche, meist negative Konnotationen. Doch im Kern bedeutet Nationalismus die Konsolidierung eines Volkes. Besonders deutlich zeigt sich dies in der Geschichte der nationalen Einigungsbewegung in Deutschland, deren Anfänge ebenfalls in dem heroischen nationalen Befreiungskampf gegen das napoleonische Frankreich liegen. Auch diese Bewegung ging mit der liberalen Bewegung einher und mündete – wie in Italien – in einer nationalstaatlichen Einigung in Form einer konstitutionellen föderalen Monarchie, also dem Deutschen Kaiserreich. Bemerkenswert ist, dass in beiden Fällen – in Italien und in Deutschland – das nationale und politische Einigungswerk, das aus einer national-patriotischen Bewegung entstand, die durch das Frankreich Napoleons I. ausgelöst worden war, schließlich mit unfreiwilliger Hilfe Frankreichs unter Napoleon III. vollendet wurde.
11. Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit nationalistischer Organisationen seht ihr, um zu einem ernsthaften Diskurs in die politische Agenda Europas zurück zu finden?
Es ist notwendig, alles zu tun – unter Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Landes –, damit rechte Kräfte reale Macht erlangen und ihre eigenen Interessen vertreten können. Aktuell ist die Organisation „Nation Europa“ besonders präsent. Sie dient als Plattform für den Erfahrungsaustausch rechter Organisationen aus Europa. Jeder bringt seine Expertise ein: der eine in der Gesetzgebung, der andere im Kampfeinsatz, ein dritter in sozialen Fragen. Wir sind verschieden – aber unser Ziel ist dasselbe: die Einheit der Völker und das Gedeihen unserer Vaterländer. Wenn jeder von uns dieses Ziel auf seinem Weg erreicht, wird Europa auf dem Höhepunkt seines Triumphes stehen!
Siehe Teil 1













