Baden-Württemberg: Pflegepolitik ist eine Bankrotterklärung des Sozialstaats

Home/Stützpunkt Bodensee/Südbaden, Stützpunkt Württemberg/Baden-Württemberg: Pflegepolitik ist eine Bankrotterklärung des Sozialstaats

 

Die Zustände in der stationären Pflege sind längst kein schleichendes Problem mehr – sie sind ein politischer Offenbarungseid. Seit Jahren beobachten Fachleute, Verbände und Betroffene dieselbe Entwicklung: Die Kosten für einen Platz im Pflegeheim steigen unaufhaltsam, während die Pflegeversicherung immer weniger von dem abdeckt, was sie eigentlich leisten sollte. Bund und Länder haben diese Entwicklung sehenden Auges zugelassen und die Pflege in eine finanzielle Sackgasse geführt. Die Leidtragenden sind ausgerechnet jene Menschen, die nach einem langen Arbeitsleben auf Unterstützung angewiesen sind und darauf vertrauen dürfen, im Alter nicht in existenzielle Not zu geraten.

 

Rekordkosten für Pflegebedürftige

Die aktuellen Zahlen für Baden-Württemberg sind alarmierend. Wer im ersten Jahr in ein Pflegeheim zieht, muss inzwischen durchschnittlich 3.657 Euro Eigenanteil pro Monat zahlen. Das sind mehr als 250 Euro monatlich mehr als noch vor einem Jahr – eine Kostensteigerung, die viele Rentner innerhalb kürzester Zeit an ihre finanziellen Grenzen bringt. Gleichzeitig liegen die Eigenanteile im Südwesten rund 300 Euro über dem Bundesdurchschnitt von 3.364 Euro.

Wer diese Entwicklung lediglich als Folge allgemeiner Preissteigerungen oder höherer Löhne abtut, verkennt die Dimension des Problems. Es handelt sich nicht um eine normale Anpassung an wirtschaftliche Rahmenbedingungen, sondern um eine strukturelle Fehlentwicklung, die immer mehr Menschen in die finanzielle Überforderung treibt.

 

Entlastung nur auf dem Papier

Besonders deutlich zeigt sich das Versagen des Systems beim Blick auf die Entlastungszuschläge der Pflegeversicherung. Eigentlich sollen diese verhindern, dass Menschen dauerhaft durch hohe Eigenanteile belastet werden. In der Realität bleibt davon jedoch wenig übrig.

Selbst nach vier Jahren im Pflegeheim – also mit dem höchsten gesetzlichen Leistungszuschlag von 75 Prozent – müssen Bewohner in Baden-Württemberg durchschnittlich immer noch 2.216 Euro pro Monat selbst bezahlen. Für die meisten Rentner sind solche Beträge schlicht nicht finanzierbar.

Die Konsequenzen sind absehbar: Erspartes wird aufgebraucht, Immobilien müssen verkauft werden, Angehörige geraten unter finanziellen Druck; und am Ende bleibt nur der Gang zum Sozialamt. Wer jahrzehntelang gearbeitet, Steuern gezahlt und Beiträge in die Sozialversicherungen eingezahlt hat, darf am Ende seines Lebens nicht vor der Frage stehen, wie die Pflege überhaupt noch bezahlt werden kann. Eine würdevolle Pflegepolitik sieht anders aus.

 

Die Verantwortung des Bundes

Die Bundesregierung trägt für diese Entwicklung die Hauptverantwortung. Seit Jahren ist bekannt, dass die soziale Pflegeversicherung lediglich einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten übernimmt und die Eigenanteile kontinuierlich steigen. Ebenso lange warnen Experten vor den finanziellen Folgen für Pflegebedürftige und ihre Familien.

Die politische Reaktion bestand jedoch überwiegend aus Ankündigungen. Reformkommissionen wurden eingesetzt, Eckpunkte vorgestellt und grundlegende Veränderungen versprochen. Doch an der Lebenswirklichkeit der Betroffenen änderte sich kaum etwas. Die Eigenanteile stiegen Jahr für Jahr weiter, während die Pflegeversicherung ihrem ursprünglichen Anspruch, vor den finanziellen Folgen von Pflegebedürftigkeit zu schützen, immer weniger gerecht wurde.

Statt die Finanzierung grundlegend neu aufzustellen, wurde das bestehende System immer wieder mit einzelnen Maßnahmen stabilisiert, ohne die eigentlichen Ursachen zu beseitigen. Das Ergebnis ist ein Pflegeversicherungssystem, das seinen Schutzauftrag zunehmend verfehlt.

 

Auch Baden-Württemberg steht in der Pflicht

Doch auch die Landesregierung Baden-Württemberg kann sich ihrer Verantwortung nicht entziehen. Dass ausgerechnet eines der wirtschaftsstärksten Bundesländer Deutschlands gleichzeitig zu den teuersten Standorten für einen Pflegeheimplatz gehört, ist ein Armutszeugnis.

Natürlich liegen wesentliche gesetzliche Zuständigkeiten beim Bund. Dennoch verfügt auch das Land über erhebliche Handlungsmöglichkeiten – etwa bei Investitionskosten, der Förderung der Pflegeinfrastruktur oder der Unterstützung von Einrichtungen. Wer sich angesichts der dramatischen Kostenentwicklung lediglich auf die Zuständigkeit des Bundes beruft, macht es sich zu einfach.

Ein Land mit der wirtschaftlichen Stärke Baden-Württembergs muss alles daran setzen, Pflege bezahlbar zu halten und Pflegebedürftige vor einer finanziellen Überforderung zu schützen. Stattdessen steigen die Eigenanteile auf immer neue Rekordwerte.

 

Pflegekräfte dürfen nicht gegen Pflegebedürftige ausgespielt werden

Besonders problematisch ist die politische Debatte um die gestiegenen Personalkosten. Immer wieder wird der Eindruck erweckt, höhere Löhne für Pflegekräfte seien der wesentliche Grund für steigende Eigenanteile. Damit werden zwei Gruppen gegeneinander ausgespielt, die beide auf Unterstützung angewiesen sind.

Pflegekräfte leisten körperlich und psychisch anspruchsvolle Arbeit. Sie verdienen gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung. Daran darf es keinerlei Zweifel geben.

Ebenso klar ist jedoch: Es kann nicht Aufgabe hochbetagter Pflegebedürftiger sein, diese Verbesserungen nahezu allein zu finanzieren. Faire Löhne sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wenn die Politik bessere Arbeitsbedingungen fordert – und das zu Recht –, muss sie auch die Finanzierung dafür sicherstellen. Die Kosten dürfen nicht einseitig den Menschen aufgebürdet werden, die sich aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit ohnehin in einer besonders verletzlichen Lebenssituation befinden.

 

Ein Sozialstaat verliert seine Glaubwürdigkeit

Pflegebedürftigkeit gehört zu den Lebensrisiken, vor denen ein Sozialstaat seine Bürger schützen soll. Genau dafür wurde die soziale Pflegeversicherung geschaffen. Wenn Menschen trotz jahrzehntelanger Beitragszahlungen im Alter ihr gesamtes Vermögen aufbrauchen oder Sozialhilfe beantragen müssen, wird dieses Versprechen gebrochen.

Die aktuelle Entwicklung untergräbt das Vertrauen in die soziale Sicherung insgesamt. Viele Menschen fragen sich inzwischen berechtigterweise, welchen Schutz sie von der Pflegeversicherung überhaupt noch erwarten können, wenn selbst Durchschnittsrenten bei den Eigenanteilen kaum ausreichen.

Ein Sozialstaat, in dem Pflegebedürftigkeit zum Armutsrisiko wird, hat seinen Auftrag verfehlt.

 

Jetzt ist politisches Handeln gefragt

Die Verantwortlichen in Bund und Ländern müssen endlich aufhören, die Pflegekrise kleinzureden oder sich die Verantwortung gegenseitig zuzuschieben. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Die Eigenanteile steigen schneller als Renten und Einkommen, während immer mehr Pflegebedürftige an ihre finanziellen Grenzen geraten.

Notwendig sind grundlegende Reformen der Pflegefinanzierung, die den Eigenanteilen wirksam Grenzen setzen und den ursprünglichen Gedanken der Pflegeversicherung wiederherstellen: Menschen vor den existenziellen finanziellen Folgen von Pflegebedürftigkeit zu schützen.

Denn eines steht fest: Nicht die Pflegebedürftigen haben versagt. Versagt hat eine Politik, die jahrelang zugesehen hat, wie sich die Pflege zu einem der größten Armutsrisiken im Alter entwickelt.

Statt sich als Sozialamt für die ganze Welt aufzuspielen, Milliarden an vermeintliche Flüchtlinge zu verschleudern und horrende Summen für Projekte wie Fahrradwege in Peru oder klimafreundliche Kühlschränke für Kolumbien auszugeben, ist es an der Zeit, die Bedürfnisse des eigenen Volkes wieder in den Mittelpunkt staatlichen Handelns zu stellen.

Es ist beschämend, dass Angehörige unseres Volkes, die ihr Leben lang gearbeitet, Steuern gezahlt und dieses Land mit aufgebaut haben, im Alter um ihre Existenz kämpfen müssen. Wer jahrzehntelang seinen Beitrag für den Staat geleistet hat, verdient Respekt, Sicherheit und ein Leben in Würde – keine Altersarmut. Eine Gesellschaft, die ihre Ältesten im Stich lässt, verliert ihre Menschlichkeit. Wer seine Alten so behandelt, handelt schäbig.

 

Deutscher Sozialismus statt Verwaltung des Niedergangs

Wer jedoch auf eine Trendwende durch grundlegende Reformen seitens der etablierten Politik hofft, dürfte bitter enttäuscht werden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Inkompetenz, Desinteresse, fehlender Gestaltungswille, Xenophilie und nicht zuletzt eine Verachtung des Eigenen prägen das politische Handeln der Systemparteien. Es braucht einen fundamentalen Neuanfang, der die Interessen und Bedürfnisse des eigenen Volkes wieder ins Zentrum rückt. Statt der politischen Apathie der etablierten Parteien, die den Niedergang unseres Landes nur noch verwalten, ist es an der Zeit, einen Neuanfang zu wagen und neuen politischen Kräften mit Gestaltungswillen sowie dem Mut zu Veränderungen eine Chance zu geben. Unsere nationalrevolutionäre Bewegung Der III. Weg steht hierfür bereit.

Noch keine Kommentare.

Kommentieren

Die maximale Zeichenanzahl bei Kommentaren ist auf 2500 begrenzt.

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.