
Das Natur-Defizit-Syndrom als gesellschaftliche Epidemie
Frühere Generationen waren organisch in die Rhythmen der Natur eingebunden. Das Spiel im Freien, das Erkunden von Wäldern und das Verständnis für landwirtschaftliche Kreisläufe gehörten zum gesunden Aufwachsen dazu. Heute hingegen verbringen Kinder den Großteil ihres Tages in geschlossenen Räumen, fixiert auf digitale Bildschirme. Die Medizin spricht längst von einer epidemischen Ausbreitung des sogenannten „Natur-Defizit-Syndroms“. Die Quittung, die wir als Gesellschaft dafür zahlen, ist alarmierend: Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Diabetes, Haltungsschäden und Kurzsichtigkeit nehmen im Kindesalter rasant zu.
Noch drastischer zeigt sich die Entwurzelung jedoch in der psychischen Verfassung der Kinder. Die sensorische Reizüberflutung der digitalen Welt, gepaart mit dem Bewegungsmangel, führt zu einem drastischen Anstieg von Angststörungen, Depressionen und Aufmerksamkeitsdefiziten (ADS/ADHS). Ein Volk, dessen Kinder chronisch gestresst, körperlich träge und mental überfordert sind, manövriert sich in eine fundamentale Krise seiner gesundheitlichen Zukunft.
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