„Pöbel und Proleten“: Linke verachten die Unterschicht

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Nun ist es wissenschaftlich festgestellt: „Junge Linke haben den Bezug zur Unterschicht verloren.“ Der Politologe Wolfgang Merkel von der Berliner Humboldt-Universität sieht bei linken Studenten ein „Desinteresse an verteilungspolitischen Fragen“. Über Löhne und Arbeitslosigkeit darf man höchstens reden, „wenn man vorher drei Minuten ein Bekenntnis abgelegt hat, daß man kein Rechter, nicht xenophob und auf für offene Grenzen ist“. Flüchtlinge und Moslems werden stets gegen die Interessen der deutschen Mehrheit ausgespielt, wobei auch eine Religionskritik bei Linken kaum mehr stattfindet. Stattdessen treten sie für Veganismus ein und wüten gegen die „perverse Unterschicht, die beim Discounter ein halbes Kilogramm Hackfleisch für zwei Euro kauft“. „Die Klassengesellschaft“, so Professor Merkel, „ist nicht Thema des jungen intellektuellen Diskurses.“ Mit anderen Worten: für die „Hipster“ ist es selbstverständlich, daß man genug Geld für Bio-Fleisch hat.

Über den linken Haß auf Unterschichtsverhalten und Unterschichtsmeinungen ist jetzt ein Buch im linken Verlag „Neues Berlin“ erscheinen. Der Autor heißt Christian Baron, und es trägt den provozierenden Titel „Proleten, Pöbel, Parasiten. Warum die Linken die Arbeiter verachten“. Auf 256 Seiten analysiert Baron, wie die Linke sich bereits in den 1970er Jahren von der arbeitenden Bevölkerung ab und den „Randgruppen“ wie Strafgefangenen, Drogensüchtigen, Heimkindern zuwandten, wozu dann die zahlreichen Einwanderer kamen. Linke Weltverbesserer straften damit den deutschen Arbeiter und Arbeitslosen ab, der sich gegenüber ihrer Beeinflussung resistent gezeigt hatte. Schon früh sahen Linke mit Verachtung auf die „Spießigkeit“ der Geringverdiener mit Auto, Glotze, Mallorca-Urlaub und Bild-Zeitung herab.

Es sind die „sauren Trauben“, denn gerade diese Klientel wollten bereits die 68er ansprechen, ohne daß es ihnen gelang. Und angesichts der Einwanderung kommen nun aus eben dieser Schicht noch vermehrt „fremdenfeindliche“ oder „antiislamische“ Töne. Die sogenannte Unterschicht ist zu einem unberechenbaren Reservoir für nationale Stimmungen geworden. Hier kommen die rechten Wahlergebnisse und die Widerstandshandlungen her. Da wenden sich die Linken erst recht von ihrem genuinen Ansprechpartner ab und suchen Bestätigung von außen. „Derzeit geht die Schwerpunktsetzung der deutschen Linken an der Lebensrealität ihrer traditionellen Klientel vorbei“, erklärt auch die (letzte) linke Zeitschrift „konkret“.