Skandal: AfD schreibt Artikel für Dietmar Muniers „Zuerst!“

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Bildquelle: http://zuerst.de/aktuelle-ausgabe/

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Was beschäftigt zur Zeit die Antifa? Zumindest die Lesekundigen darunter fühlen sich bestätigt in der Gleichung AfD = rechtsextrem. Der Europaabgeordnete der AfD Marcus Pretzell schreibt nämlich seit kurzem in der Zeitschrift „Zuerst! Deutsches Nachrichtenmagazin“, die im Verlag von Dietmar Munier in Kiel erscheint. Bei der Gelegenheit fiel auf, daß bereits Alexander Gauland und Björn Höcke Beiträge für „Zuerst!“ getätigt haben. Insofern sei es „schon gar keine Überraschung mehr, daß die AfD mit rechtsextremen Zeitschriften zusammenarbeitet“.

Bei Pretzell, dem Lebensgefährten von Frauke Petry, liegt die Sache etwas anderes, er deklariert nämlich seinen Text mit freundlichem Bild als „Anzeige“, um vielleicht etwas mehr Distanz zu Munier herzustellen. Da eine Anzeige immer Bezahlung beinhaltet, fragt man sich ganz beunruhigt, ob etwa der verpönte Verlag über die von Marine Le Pen geführte Fraktion durch EU-Gelder unterstützt werde. Und was steht da Schlimmes in der Zeitung? Unter dem Titel „In der Zwickmühle“ führt der Europaabgeordnete aus, daß den „weltfremden Benelux-Bürokraten und größenwahnsinnigen Kerneuropäern“ mit ihrem multikulturellen Europa durch Viktor Orbán und Robert Fico Widerstand entgegen trete. Denn diese Staatsmänner würden „ihrem Menschenverstand folgen und auf den Willen ihres Volkes hören“. Die Slowakei und Ungarn „sollen sich für ein paar lumpige Euro den Kampf der Kulturen ins Land holen“, schreibt Pretzell weiter, der seit 2014 auch Landesvorsitzender der AfD in Nordrhein-Westfallen ist.

Die Zeitschrift „Zuerst!“ wurde im Jahr 2009 als ein weiterer Versuch gegründet, dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ von rechts Konkurrenz zu machen. Sie sollte bald in allen Supermärkten und an allen Kiosken zu finden sein, was jedoch nicht gelang. Die „Zuerst!“ blieb auf das nationale Umfeld begrenzt, konnte sich hier allerdings gut etablieren. Mit dem Aufkommen der AfD und dem Umschwenken der allgemeinen Stimmung ist es jetzt nicht ganz ausgeschlossen, daß das Heft von Munier doch noch zum neuen „Spiegel“ aufsteigt. Sein verlegerisches Programm beschreibt Dietmar Munier folgendermaßen: Mit der „zweifelsfrei rechten Zeitung sollen die ganzen Alt-68er, die am Drücker sitzen, ordentlich in die Zange“ genommen werden. Denn Deutschland sei gefährdet: durch „massenhafte Einwanderung“, „rekordverdächtige Fortpflanzung der Fremden“ und „Verlust der eigenen ethnischen Identität“.