Es wurde einmal gesagt, dass in der deutschen Seele zwei grundlegende Prinzipien herrschen, die das Handeln des Menschen bestimmen. Das Erste der beiden ist die Ehre, welche der Sphäre des männlichen zugeschrieben wurde, und das andere ist die Liebe, welche der des weiblichen angehörte. So sollen zwar beide Prinzipien in beiden Geschlechtern in unterschiedlichem Maß vorhanden sein, doch, und dies findet man praktisch ausnahmslos in jeder traditionellen Gesellschaft wieder, hatte doch jedes Geschlecht eine fast schon eigene Lebenswelt, die der des anderen Geschlechts nicht selten konträr gegenübersteht. Beispielsweise mag die Ehre einen Kampf fordern, während die Liebe eher zu Ausgleich und Verständigung mahnt. Trotz dieser Unterschiede, oder grade aufgrund dieser, haben doch beide Sichtweisen ihren rechtmäßigen Platz, da die eine ohne die andere zu einer schädlichen Einseitigkeit im Handeln führen würde. Die Rollenverteilung traditioneller Gesellschaften und deren politische Systeme sorgten dafür, dass Frauen weitgehend aus der Politik herausgehalten wurden, was zur Folge hatte, dass diese primär durch das Prinzip der Ehre geleitet wurde. Diese Beobachtung führt dazu, dass so manch einer heute den Niedergang Europas der zunehmenden Teilhabe der Frau an der Politik zuschreibt. Sie würden die männlichen Prinzipien untergraben und die Liebe in allen Bereichen zum obersten Gebot erklären. Auf den ersten Blick mag diese Argumentation stichhaltig sein, doch in Wirklichkeit ist das Problem der Liebe als ein allumfassender, zentraler Wert ein viel Grundsätzlicheres.
Um dies zu begreifen, genügt es schon, das Radio einzuschalten und man wird sofort unmissverständlich feststellen, wie sehr unsere gesamte Gesellschaft von der Liebe besessen ist. Besonders die Popmusik scheint kein anderes Thema als die Liebe zu kennen. Diese wird zwar nicht selten auf eine animalische Triebhaftigkeit reduziert, was ein ganz anderes Thema ist, doch dies ändert nichts am sentimentalen, gefühlsbeladenen Grundton des Genres. Die Ehre und alle Aspekte des traditionell männlichen, wie die Kontrolle über ebensolche Gefühle, sind vollends aus der Lebenswelt der Moderne verbannt worden und zwar nicht, weil die Frau das Leben dominiert, sondern weil der Mann diese Werte aufgab und stattdessen ebenfalls die Liebe zu seinem höchsten Prinzip erklärte. Neben der Musik sehen wir dies noch in der Ablehnung gegen das Leistungsprinzip, was sich beispielsweise in Forderungen nach dem Abschaffen von Noten oder der Leugnung eines objektiven Schönheitsbegriffes, sei es in der Kunst oder in Bezug auf Menschen, niederschlägt. Den Idealen der Liebe nach lehnt man diese Dinge ab, weil sie dem Menschen einen Wert zuordnen und dadurch die verletzt werden, deren Leistung als ungenügend angesehen wird.
Ohne ihr natürliches Gegengewicht musste die Liebe zwangsläufig zur dominierenden Idee des Westens werden und so ist es kein Wunder, dass „Liebe statt Hass“ das Gebot unserer Zeit wurde. Mit „Hass“ meint man dabei die Ehre, für deren Werte man jedes Verständnis verloren hat. Besessen vom Ideal der Nächstenliebe meinte man in der Selbstaufgabe zum Wohl angeblich unterdrückter Minderheiten, die höchste Moral zu sehen. In ihrem Namen war man bereit, alles zu ertragen, freute sich sogar noch über den eigenen Untergang, denn man sah ihn ihm die Buße für die vermeintlichen Verbrechen der Väter.
Die Liebe ist die vielleicht schlimmste Krankheit, an der wir leiden, denn nichts schadet dem Menschen so sehr wie ein Übermaß an Liebe. Sie ist das Gift, das unseren Volkskörper lähmt, während seine Feinde ihn vergewaltigen.
Wie begann die Liebe ihren Siegeszug über die Ehre? Manch einer mag bei der Beantwortung dieser Frage, bei der Christianisierung Europas ansetzen und dies nicht ganz unberechtigt, doch durch ein derart weites Ausholen, gehen einige wichtige Details verloren. Das Christentum kann zwar als Anstoß, beziehungsweise als ideologische Grundlage vieler späterer Entwicklungen angesehen werden, die zum Status quo führten, doch die Entwicklung dazwischen war nichtsdestotrotz nicht uneuropäisch und hätte durchaus auch aus dem Heidentum heraus stattfinden können. Man könnte sogar sagen, dass ein heidnisches Europa diese noch schneller hätte durchlaufen können, denn die Missstände der heutigen Zeit in moralischer Hinsicht sind in erster Linie auf die Ideale der Aufklärung und des Humanismus zurückzuführen und diese bauen bekanntlich wiederum auf der Antike auf, welche noch nicht christlich geprägt war. Dies zu unterschlagen wäre fatal, denn der Niedergang Europas ist leider nicht, wie einige glauben, einzig den Einflüsterungen fremder, schattenhafter Kräfte zuzuschreiben. Die Fehler in unserer eigenen Geistesentwicklung zu ignorieren, bedeutet, diese als eine zukünftige Gefahr bestehen zu lassen. Erst wenn wir vollends durchdrungen haben, wie die heutigen Zustände entstehen konnten, können wir eine angemessene Lösung formulieren.
Teil 2 folgt …















Mh, warum soll die Liebe und Ehre in unterschiedlicher Ausprägung innerhalb der beiden Geschlechter vorhanden sein, wenn doch alles in der Natur einen natürlichen Ausgleich sucht? Beispielsweise besaßen die Frauen unserer Vorfahren, also in der Zeit überwiegender rassischer Homogenität derartig viel Ehre, dass sie sich und ihre Kinder lieber in den Freitod schickten, als das sie Sklaven oder Liebesdienerinnen römischer Besatzer würden. Natürlich gingen viele auch in eine Art Kloster, um nicht in Kontakt mit den Römer zu kommen. Ist solch Opfermut nicht auch Ausdruck höchsten ehrgedankens der germanischen Frau? Oder ist es die Liebe zum eigenen, welche uns größte Opfer zu erbringen ermutigt und wir im Kampf angeregt durch die Liebe unsere Ehre als freie und gleiche eines souveränen Volkes verteidigen? Ich denke das unser heutiges Problem nicht ursächlich in der Liebe zu suchen ist als viel mehr darin, dass wir nicht wissen wer wir sind und woher wir kommen und deshalb desillusioniert sowie ungelenkt in eine ungewisse Zukunft steuern.