Madrid: Gedenktafeln an Anhänger der Republik Spanien entfernt

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Auf Beschluss des Stadtrats von Madrid wurden in der Stadt Gedenktafeln entfernt, welche an von der falangistischen Regierung hingerichtete Personen erinnern sollen. Diese erinnerten an Anhänger der Republik Spanien, darunter auch Angehörige kommunistischer Einheiten, welche beauftragt waren, Gegner der Republik zu verhören, zu foltern und teilweise auch zu töten. Beschlossen wurde die Beseitigung der Gedenktafeln mit Stimmen der rechten Parteien Partido Popular, Ciudadanos und Vox.

Die Gedenktafeln wurden von der linken Más Madrid in Auftrag gegeben. Nachdem eine rechte Koalition bei den Kommunalwahlen im Mai eine Mehrheit errungen hatte, wurden die Arbeiten an den Gedenktafeln gestoppt. Anstelle der Gedenktafeln soll nun ein Denkmal für alle Opfer des spanischen Bürgerkriegs geschaffen werden.

Die Interpretation der geschichtlichen Vorgänge vor, während und nach dem spanischen Bürgerkrieg ist bis heute Teil des politischen Meinungskampfes in Spanien. Im krassen Gegensatz zur BRD-Rechten wird die Deutungshoheit über die Geschichte nicht kampflos dem politischen Gegner überlassen.

Geschichtlicher Hintergrund ist der spanische Bürgerkrieg welcher zwischen Juli 1936 und April 1939 tobte. Nach einem umstrittenen Wahlsieg der kommunistisch durchsetzten linken Volksfront kam es zu einem unvollständig geglückten Umsturzversuch des spanischen Militärs unter General Francisco Franco. In der Folge schlossen sich verschiedene nationalistische, faschistische und konservative Kräfte den Aufständischen an und errangen mit Unterstützung Deutschlands und Italiens den Sieg gegen die von linksliberalen, kommunistischen und anarchistischen Kräften getragene sowie von der Sowjetunion gestützte linke Regierung der Republik Spanien. Der siegreiche General Francisco Franco blieb während des Zweiten Weltkriegs weitgehend neutral und führte bis zu seinem Tod die Regierungsgeschäfte Spaniens.