Kurt Beck wird Pharmalobbyist

SPD-Politiker Kurt Beck wechselt von der Politik zum Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. Der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident soll die Konzernspitze beraten.

Der jüngste Zuwachs, der Ex-Politiker, die in die Wirtschaft gehen, heißt Kurt Beck. Der ehemalige SPD-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz berät seit Juni 2013 den Pharmakonzern Boehringer Ingelheim Das fünfköpfige Gremium, dem Beck angehört, hat die offizielle Aufgabe, die Arbeit der Unternehmensleitung zu begleiten

Inoffiziell sollen ehemalige Politiker ihre Kontakte in die Politik nutzen und für die Wirtschaftsunternehmen möglichst günstige Gesetzes- und Steuerregelungen einfädeln. Als Gegenleistung für das Entgegenkommen bei neuen Gesetzen und Verordnungen kann sich die politische Klasse aus den kapitalträchtigen Kreisen des Landes hoher Spenden und Zuwendungen gewiss sein.

So spendete der Münchner Fahrzeughersteller BMW im Februar 2013 der FDP 69.081,24 Euro und einen Monat später der CSU gar 143.817,65 Euro. Auch die SPD ging nicht leer aus und bekam von dem Milliarden verdienenden Unternehmen, das mit Zeitarbeitern das große Geld verdient, noch Zuwendungen in Höhe von 107.376,06 Euro aufs Konto überwiesen.

Das Konkurrenzunternehmen – der Stuttgarter Autobauer Daimler-Benz – zog im März 2013 mit einer Spende von jeweils 100.000 Euro sowohl an die Sozis, wie auch an die vermeintlichen Christdemokraten nach. Auch bei Daimler schoßen die Bilanzen dank prekären Beschäftigungsverhältnissen wie der asozialen Zeitarbeit und Werkverträgen in die Höhe. Die FDP sahnte dann wieder im Juni 2013 ab und steckte von der kapitalistischen Lobbygruppe des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie NRW e.V. schlappe 60.000 Euro ein. Nicht hinten anstehen wollte da offensichtlich auch der kapitalistenfreundliche Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI), der die CDU im Juli 2013 mit glatten 100.000 Euro beglückte, um einen Monat danach auch gleich die Funktionäre der FDP mit einer Zuwendung von 64.000 Euro wieder zu erfreuen.

Mitte August 2013 landeten dann gar 60.000 Euro vom antisozialistischen Märkischen Arbeitgeberverband e.V. aus Iserlohn auf dem CDU-Spendenkonto, um offensichtlich die unsoziale und arbeiterfeindliche Politik der Regierungspartei zu belobigen.

Wer angesichts solch horrendem Spendenaufkommen an die Vertreter der herrschenden Klasse aus dem Milieu der kapitalistischen Unternehmerschaft und ihrer Lobbygruppen von der Umsetzung einer arbeitnehmerfreundlichen Politik noch träumt, sollte endlich aufwachen.

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