Kapitalistische Lobby-Arbeit in der CDU

Kurz nach der Bundestagswahl 2013 erhielt die christdemokratische Regierungspartei eine satte Spende der BMW-Auto-Lobby durch die maßgeblichen Firmeneigner aus der Unternehmensfamilie Quandt. Schlappe 690.000 Euro zeigte sich das Konto der CDU vor wenigen Wochen danach im Plus und erfreute so nicht nur den Schatzmeister der Partei. In der (ver)öffentlichten Meinung kam nur ein laues Lüftchen des Hinterfragens zustande, ob die horrende Spende nicht doch etwas mit Korruption und indirekter Vorteilsnahme der Automobilindustrie zu tun hat, da insbesondere die CDU auch in europaweiten Verhandlungen über Umweltstandards immer wieder zu Ungunsten der Natur und im Interesse von BMW, Daimler und Co. votierte.

Nun ist auch noch der ehemalige Staatsminister und CDU-Präsidiumsmitglied Eckart von Klaeden zum finanzstarken Daimler-Konzern gewechselt. 400.000 Euro soll er jährlich für seine dortigen Tätigkeiten erhalten – ein Vielfaches seines bisherigen Einkommens. Selbst Präsidiumsmitglieder der eigenen Partei kritisieren mittlerweile, daß von Klaeden nicht zuvor aus dem CDU-Spitzengremium zurücktrat. Daß von Klaedens Hauptaufgabe nun in der Beeinflussung seiner Parteifreunde zugunsten des Premiumklassenhersteller Daimler liegt, bestreiten nicht einmal seine Parteifreunde. Zudem ist der CDU-Politiker in der Sparte des Autobaus vollkommen branchenfremd. Das fürstliche Gehalt, das ihm nun offeriert wurde, muß sich also wohl ausschließlich über politische Entscheidungen und der damit verbundenen Einflüstertaktik wieder reinholen lassen. In der Vergangenheit klappte das ja schon bereits ganz gut und durch von Klaedens Sitz im Parteigremium ist er immer am Puls der Zeit und somit auch ganz nah am Ohr der Kanzlerin.

Unsere Mutti mit der vermeintlichen Deutschland-Kette schweigt sich hingegen angesichts des Seilschaften-Skandals wieder einmal aus. Lediglich im Internet und auf ihrer Facebook-Seite langweilt die ehemalige FDJ-Sekretärin jene, die sich den Mist auch noch anhören wollen. Da wird ganz aktuell im Homestory-Stil berichtet, daß die kinderlose Kanzlerin gerne Hausmusik hört und dabei gerne selbst auch mal das Stimmchen quält. Während also unser aller Angela musizieren läßt und singt, fährt der fremdbestimmte Dampfer Deutschland weiter stur auf der hohen See der Politik, mit vom Kapitalismus gekaperten Matrosen und Offizieren an Bord.

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