Zu arm für den Tod in Deutschland

Der süddeutsche Fernseh- und Radiosender SWR schlägt Alarm: Immer weniger Menschen in Deutschland können für sich oder für ihre Verwandten die Beerdigungskosten aus eigenen Mitteln bestreiten. So erstatteten die Sozialämter alleine im Jahr 2012 laut SWR-Infos insgesamt 22.636 Bürgern die Beerdigungskosten. Die Zahlen des Senders beziehen sich auf Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.

Obwohl die kapitalistischen Betriebe hierzulande seit Jahren satte Gewinne einstreichen, verarmen immer mehr Menschen in Deutschland. Die Schere zwischen Arm und Reich in der Bevölkerung klafft somit zusehends weiter auseinander. Nicht nur über zwei Millionen Kinder leben in der BRD inzwischen unter der Armutsgrenze sondern auch eine wachsende Zahl von Deutschen sind mittlerweile von der Übernahme der Beerdigungskosten für die eigene Bestattung oder für die ihrer nächsten Verwandten von staatlichen Institutionen abhängig. Der Grund der Entwicklung liegt auf der Hand: Entweder reichen die eigenen Ersparnisse nicht aus oder die Einkünfte sind generell zu niedrig. Insgesamt sind in 2012 durch die staatliche Übernahme der Kosten für Beerdigungen alleine 57,45 Millionen Euro von den Sozialämtern bezahlt worden.

Betroffene Bestattungsgeld-Empfänger werden durch den Umstand, dass sie selbst nicht für die Kosten der Verwandten-Beerdigung aufkommen können psychisch schwer belastet, berichten Pädagogen der Sozialverbände. Zum einen müssen sie mit dem Tod ihres Angehörigen fertig werden, auf der anderen Seite schämen sie sich für das letzte Geleit auch noch staatliche Hilfe von den Sozialbehörden annehmen zu müssen. Die Zahl der so genannten „Sozialbestattungen“ ist in Städten wie Berlin oder Lübeck inzwischen auf 10 Prozent der Beerdigungen angestiegen.

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