Gegen das nationale Biotop

Alle zwei Jahre wieder das gleiche Bild. Die Partymeilen dieser Republik werden von einem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer eingehüllt, betrunkene Mitbürger grölen „Schland“ (da man beim ganzen Namen des Vaterlandes bereits ins Lallen kommt) und jung und alt jubeln Khedira, Özil und Co. zu. Währenddessen beschließen die „Demokraten“ an der abgelenkten Menge vorbei volksfeindliche Gesetze wie eh und je.

Besonders die wenigen Themen, bei denen die Bunzelbürger noch murren (Fracking zur Zerstörung ihrer Umwelt ist den Meisten dann doch ein Unmutswort wert) werden im Eiltempo durchgedrückt. Kurzgesagt, es gibt für den nationalgesinnten Deutschen jeden Grund dieses Event zu kritisieren: Multikulti-Mannschaft lenkt dumpfe Masse in Brot und Spiele-Manier in zeitgeistgemäßer Feierkultur ab.

Wird kritisiert, wurde kritisiert und wird 2016 auch noch kritisiert werden. Zu Recht. Aber die WM bildet auch ein anderes Bild:
Junge Deutsche schwenken Deutschland-Fahnen, jeder fühlt sich als Teil der Nation, die Herzen gehen zur Hand beim Deutschlandlied. Zugegeben, die Wenigstens können allein schon die dritte Strophe, von den ersten zwei ganz abgesehen. Aber welche große Geste ist dies, wenn man es mit dem Verhalten vor und nach der WM vergleicht? Und jeder bekennt sich ganz selbstverständlich zum Deutschsein.

Jeder? Nein. Antideutschen und sonstigen linken Kräften, allen voran die der Antifa, ist das Ganze nicht geheuer. Selbst der unverfängliche Partypatriotismus ist ihnen schon eine Gefahr und ihre schlimmsten Albträume von einem 4. Reich scheinen alle zwei Jahre kurz vor der Vollendung zu stehen. Ob Zeit, Taz, Süddeutsche oder Spiegel, jede Zeitung warnt vor dem „schmalen Grat zwischen Patriotismus und Nationalismus“. Antifa-Gruppen warnen davor, daß eine WM immer zum „Ausschluss von Migranten“ und einem „Anstieg von Fremdenfeindlichkeit“ führt. Grüne Jugend, Linksjugend, solid und die Jusos haben sogar eine gemeinsame Erklärung gegen zu viel schwarz-rot-gold veröffentlicht.

Ich liebe Fußball", heißt es von der Sprecherin der Grünen Jugend, Theresa Kalmer. „Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen mitfiebern. Aber ich habe etwas gegen den nationalistischen Hype, der jedes Mal damit einhergeht". Schwarz-rot-goldene Flaggen, Perücken, Schminke und Außenspiegelüberzieher, Kalmer hält das für „problematisch".

Die Grüne Jugend ist mit ihrer Ansicht nicht allein. Auch der Juso-Vorsitzenden Johanna Uekermann wird „unwohl, wenn ich die unheimliche Präsenz nationaler Symbolik sehe", sagt sie. Letztlich sei die WM eben doch ein „Wettstreit zwischen Nationen" – und sollte nicht genau der überwunden werden? Von der Linksjugend [`solid] heißt es daher knapp: „Eine Nation ist für uns kein Grund zum Feiern." Die Junge Union will sich nicht äußern.

Zum Glück haben diese engagierten Beschützer noch tatkräftige Hilfe von Seiten der besagten Antifa, um den Weltfrieden grade noch so wieder einmal zu retten, der erneut vom deutschen Fußballpatriotismus bedroht wird. Die Antifa reißt schwarz-rot-goldene Fähnchen schlicht und ergreifend ab und hinterlässt mahnende Flugblätter.


Antifaschistische Helden im Kampf gegen die faschistischen WM-Fähnchen

Informative Flugblätter werden im Austausch gegen die geklaute Fahne hinterlassen. Jetzt könnte man natürlich meinen – was ist daran nun so besonders? Die Antifa hat doch, egal ob mit oder ohne WM einen gehörigen Dachschaden? Nun, das ist auch vollkommen richtig, hier allerdings trifft es nicht „böse Nazis“, „vermeintliche Rechte“ oder einige wenige mutige Leute, die es wagen noch Missstände im Land anzuprangern (Thilo Sarrazin und Heinz Buschowski lassen grüßen), sondern den 08/15-Michel, der sicherlich mehr als missgelaunt ist über den Diebstahl seiner Fahne.

So weit, so gut. Was macht nun also das nationale Lager?

Erschreckenderweise nur ellenlange Diskussionen darüber führen, warum das keine deutsche Fußballmannschaft und die BRD nicht Deutschland ist – hin und wieder noch garniert mit Kritik an der schwarz-rot-goldenen Fahne. Nun, das ist alles richtig. Uns allen ist klar, daß ein Mesut Özil nichts in einer deutschen Nationalmannschaft zu suchen hat, daß man alle drei Strophen des Deutschlandliedes zu singen hätte usw. usf.

Aber die Diskussionen sind vollkommen nutzlos. Denn das erreicht und interessiert den WM-Patrioten schlicht und ergreifend nicht. Wir bleiben in unserer kleinen Welt, im nationalen Biotop, wo wir uns gegenseitig beipflichten, warum denn Özil nichts in der Mannschaft zu suchen hat und statt „Schland oh Schland“ singen wir „Deutschland dein Trikot“.

Das ist mehr oder weniger das, was die Bewegung oft macht, unter sich bleiben, sich in der Nische wohl fühlen. Vollkommen falsch! Alle zwei Jahre ist UNSERE Chance. Während schon eine Demonstration mit schwarz-rot-gold als „rechtsextrem“ gilt (von Positionen von nationalen Sozialisten ganz zu schweigen) sind hier die Straßen voll davon. Nie ist die Offenheit gegenüber Patriotismus größer als in diesen Tagen, selten macht sich der politische Gegner mit seinen ständigen Warnungen vor besagtem Patriotismus unbeliebter. Also raus auf die Straße! Mischt euch unter das Publikum beim so genannten „public viewing“ und zeigt, dass die ach so furchtbaren „Neonazis“ doch gar nicht so schlimm sind – immerhin reißen die mir nicht meine Autofahne runter…

Macht euch dabei ruhig als Nationalisten kenntlich. Hier bietet sich z.B. ein gutes politisches T-Hemd an. Keiner zwingt euch einem Özil zuzujubeln. Keiner zwingt euch den Zeitgeist mitzutragen. Aber die Möglichkeit sich als normaler Mensch, als einer des Volkes zu präsentieren, mit anschlussfähigen Positionen und einem unverfänglichen Gespräch, kriegen wir in diesem Maße nur selten geboten. Darum, heraus aus der Nische, hinein ins Volk! Und am besten nehmt ihr gleich noch ein paar Flugblätter mit.

Wir stehen zu unserem Land, nicht nur beim Sport!
 





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